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Nachhaltige Finanzierung – mehr als nur ein Trend

8 Min. Lesezeit

Bei der Geldanlage und Unternehmensfinanzierung an Umwelt und soziale Verantwortung zu denken, das ist Sustainable Finance. UniCredit gehört bei diesem wichtigen Thema zu den Pionieren.

Wie ein Symbol für Nachhaltigkeit steht er da, der 114 Meter hohe HVB-Tower im Münchner Nordosten. Das denkmalgeschützte Wahrzeichen der Stadt ist nicht nur Unternehmenssitz der HypoVereinsbank, es ist auch eines der modernsten und nachhaltigsten Bankgebäude Europas. Ein klimaeffizientes „Green Building“, passend zur nachhaltigen Unternehmensstrategie als Sustainable Bank.

Sustainable Finance – noch vor wenigen Jahren wurde dieses Thema von der breiten Masse der Anleger und Unternehmen kaum zur Kenntnis genommen. Sich nicht nur an rein ökonomischen Kriterien zu orientieren, sondern bei Geldanlage und Unternehmensfinanzierung auch an Umwelt und soziale Verantwortung zu denken, das galt als wenig lohnend und damit irgendwie weltfremd. Diese Zeiten haben sich gründlich geändert, Nachhaltigkeit wird zum Standard.

ESG – drei Buchstaben prägen die Zukunft

Eine neue Studie der Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers (PWC) zeigt sogar: Bereits 2022 wollen sieben von zehn Profi-Investoren in Europa auf Finanzprodukte verzichten, die nicht den so genannten ESG-Kriterien entsprechen. Diese drei Buchstaben werden zweifelsohne die wirtschaftliche Zukunft unseres Kontinents prägen: „E“ steht für „Environment“ (Umwelt), „S“ für „Social“ (Soziales) und „G“ für „Governance“ (Unternehmensführung). Laut PWC handelt es sich bei den von der Europäischen Union Ende 2019 eingeführten ESG-Regularien um die größte grundlegende Veränderung in der Investment-Landschaft seit der Einführung des börsengehandelten Indexfonds (ETF).

ENVIRONMENTAL
(Umwelt)

  • Ressourcenschutz
  • Energieverbrauch
  • Verschmutzung
  • Klimawandel
  • Abfallproduktion
  • Tierschutz

SOCIAL
(Soziales)

  • Menschenrechte
  • Kinder- und Zwangsarbeit
  • Engagement für die Gemeinschaft
  • Gesundheit und Sicherheit
  • Beziehungen zu Stakeholdern
  • Mitarbeiterbeziehungen

GOVERNANCE
(Unternehmensführung)

  • Qualität des Managements
  • Unabhängig des Vorstands
  • Interessenkonflikte
  • Vergütung Management
  • Transparenz und Offenlegung
  • Aktionärsrechte

Schon 2019 stieg das Emissionsvolumen nachhaltiger Anleihen weltweit sprunghaft um rund 55 Prozent auf 262 Milliarden Euro. Die PWC-Studie „2022 – The growth opportunity of the century“ prognostiziert sogar, dass es in Europa bereits in fünf Jahren ein ESG-Vermögen zwischen 5500 und 7600 Milliarden Euro gibt. Das wären dann zwischen 41 und 57 Prozent des gesamten europäischen Fondsvermögens.

Die Corona-Krise gibt dem Umbau der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit einen zusätzlichen Schub. Denn immer mehr Unternehmen investieren in klimaschonende Produktion, Forschung und Entwicklung.

„Zuerst liegt der Fokus auf der Umwelt“, erklärte Michael Diederich, Vorstandssprecher der HypoVereinsbank – UniCredit Bank AG in einem Beitrag für die „Börsen-Zeitung“. „Denn wenn die Umwelt nicht mehr funktioniert, braucht man sich auch nicht mehr um die anderen Bereiche zu kümmern.“

Geringe Renditen? Im Gegenteil

Auch die Projekte öffentlicher Institutionen werden immer häufiger mit konkreten ESG-Kriterien verbunden. So hat die Landeshauptstadt München, begleitet von der HypoVereinsbank, im Februar 2020 den ersten „Social Bond“ einer europäischen Großstadt herausgegeben; zur Finanzierung von bezahlbarem Wohnraum. Und die Bundesrepublik Deutschland hat Anfang September erstmals eine „grüne Bundesanleihe“ ausgegeben, die saubere Verkehrssysteme, Autos mit weniger CO₂-Ausstoß und erneuerbare Energien fördern soll. Die Platzierung übernahm ein Bankenkonsortium, zu deren Führung auch die UniCredit gehört. Das Orderbuch war mit mehr als 33 Milliarden Euro weit überzeichnet.

Finanzierungen wie Green Bonds werden also zur Selbstverständlichkeit. Unter Anlegern verliert auch deswegen ein lang gehegtes Vorurteil schnell an Bedeutung: Dass grüne oder soziale Anlagen nur geringe Renditen bringen. Ganz im Gegenteil. Der nachhaltig orientierte MSCI Europe SRI Index (SRI steht für „Social Responsible Investment“), der nur Unternehmen mit Top-ESG-Rating enthält, erzielte in den vergangenen Jahren sogar deutlich bessere Ergebnisse als der „traditionelle“ MSCI Europe Index. 

„Um zu einer unabhängigen Einschätzung zu gelangen, lassen sich immer mehr Unternehmen ein Nachhaltigkeitsrating von darauf spezialisierten Ratingagenturen geben“, erläutert Antonio Keglevich, Global Head of Sustainable Finance Advisory bei UniCredit (siehe Interview). „Zudem schafft die EU derzeit ein einheitliches Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten.“ Und diese so genannte Taxonomie habe direkte Auswirkungen auf Banken, Versicherer und Vermögensverwalter, aber auch auf die Realwirtschaft. Weil große Unternehmen verpflichtet werden, künftig auch über die Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten zu berichten.

„Wer gut sein will, muss Gutes tun“

Um Unternehmen auf Ihrem Weg zu einer nachhaltigeren Ausrichtung gezielt zu unterstützen und dabei insbesondere die Unternehmensfinanzierung entsprechend aufzustellen, hat UniCredit im September 2019 eigens ein neues Sustainable Finance Advisory Team formiert. Es berät die Kunden der Bank in allen Fragen der Nachhaltigkeit, und das stößt auf immer stärkeres Interesse. Das Gleiche gilt für die Privatkundenseite. Auch hier nimmt die Nachfrage nach Möglichkeiten, sein Geld nach bestimmten ESG-Kriterien anzulegen, immer weiter zu. Mehr als die Hälfte des von HypoVereinsbank und UniCredit verwalteten Vermögens wird bereits nach nachhaltigen Kriterien gesteuert.

Kurz erklärt

Sustainable Finance: Spektrum finanzwirtschaftlicher Ansätze, die sich nicht nur an ökonomischen Kriterien orientieren, sondern auch an Nachhaltigkeitsaspekten. Die Bundesregierung lässt sich mittlerweile von einem Sustainable Finance-Beirat beraten.

ESG: Zentrale Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Unternehmen oder Kapitalanlagen. „E“ steht für „Environment“ (Umwelt), „S“ für „Social“ (Soziales) und „G“ für „Governance“ (Unternehmensführung).

Social Impact Banking: Zielt darauf ab, Unternehmen und Organisationen, die eine messbare positive gesellschaftliche Wirkung haben, zu unterstützen und zu finanzieren sowie das Finanzwissen in der Bevölkerung zu stärken.

Green + Social Bonds: Anleihen zur Finanzierung von nachhaltigen Projekten – beispielsweise aus Bereichen wie erneuerbare Energien, Pflege oder soziales Wohnen. Entscheidend für die Qualität ist die Bewertung von spezialisierten Ratingagenturen wie der ISS-ESG (früher ISS-oekom).

UN Principles for Responsible Banking: Von der Finanzinitiative des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI) in Zusammenarbeit mit 30 Banken entwickelter Rahmen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Ob Fridays for Future, Entlastung der CO₂-Bilanz, Healthy Food, der Wandel der Mobilität oder die Klimaerwärmung: All das spielt für immer mehr Menschen eine Rolle und damit natürlich auch für den Finanzsektor. Neu ist das Thema Nachhaltigkeit für die HypoVereinsbank keineswegs: Bereits seit 2004 bietet sie nachhaltige Vermögensverwaltungen an, und sie war auch 2007 dabei, als die Europäische Investitionsbank den ersten „Green Bond“ emittiert hat. Dieses verlässliche Engagement bleibt auch für die Zukunft der Maßstab: Im Rahmen der „Kohle-Richtlinie“ hat sich die Bank beispielsweise verpflichtet, bis 2028 vollständig aus der Finanzierung des Kohlesektors auszusteigen. Zudem wurden die Kunden der Bank aufgefordert, ihre Aktivitäten bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls umzustellen. Nicht umsonst lautet ein zentrales Element der Unternehmensstrategie von UniCredit: „Wer gut sein will, muss Gutes tun.“

Antonio Keglevich, Global Head of Sustainable Finance Advisory bei UniCredit.
Antonio Keglevich, Global Head of Sustainable Finance Advisory bei UniCredit.

„25 Prozent werden weltweit bereits nachhaltig angelegt“

Antonio Keglevich, Global Head of Sustainable Finance Advisory bei UniCredit, über nachhaltige Investments und EU-Regulierungen

Was ist Sustainable Finance in der Praxis des Finanzsektors: ein Nischenthema – oder mehr?
Ein Nischenthema ist es schon lange nicht mehr. Nachhaltige Investments haben sich im großen Universum der Anlagen zu einem der wichtigsten Trends entwickelt. Weltweit werden bereits 25 Prozent nachhaltig angelegt. Privatanleger und institutionelle Investoren möchten mit ihren Investments immer häufiger auch einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und Klimaschutz leisten. Die hohe Nachfrage der Investoren gibt auch Finanzierungen wie nachhaltigen Anleihen, Schuldscheinen oder Krediten enormen Auftrieb.

Wie orientieren sich Investoren, um zu entscheiden, welche Unternehmen nachhaltig sind?
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist weder geschützt noch allgemein definiert. Um die Nachhaltigkeit von Unternehmen zu bewerten, hat sich in der Finanzwelt der ESG-Ansatz etabliert. ESG steht für Environment, Social und Governance, es geht also um Umwelt, Soziales und um ein verantwortungsvolles Management. Um zu einer unabhängigen Einschätzung zu gelangen, lassen sich immer mehr Unternehmen ein Nachhaltigkeitsrating von darauf spezialisierten Ratingagenturen geben. Zudem schafft die EU derzeit ein einheitliches Klassifizierungssystem („Taxonomie“) für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten.

Und was bedeutet das für Unternehmen?
Diese Taxonomie hat direkte Auswirkungen auf Banken, Versicherer und Vermögensverwalter, aber auch auf die Realwirtschaft. Weil große Unternehmen verpflichtet werden, künftig über ihre nachhaltigen Aktivitäten zu berichten. Das entspricht ja auch dem Informationsbedürfnis ihrer Kreditgeber und Investoren und kann für die Reputation gegenüber Kunden und Öffentlichkeit hilfreich sein.

Wie unterstützt dabei die UniCredit ihre Unternehmenskunden?
Für Unternehmen, gerade auch mittelständische, ist es eine große Herausforderung, gleichzeitig einen nachhaltigen Umbau zu gestalten, sich bei der Vielzahl neuer ESG-Regulierungen zurecht zu finden und geeignete Finanzierungsquellen zu erschließen. Sie brauchen die Unterstützung von Experten. Dieses Know-how hat die UniCredit im Sustainable Finance Advisory Team gebündelt. Dieses Team berät unsere Kunden in allen Fragen der Nachhaltigkeit.

Schützt dieses einheitliche EU-Klassifizierungssystem auch effektiv vor Greenwashing?
Es schafft Transparenz über den Nachhaltigkeitsgrad von Unternehmen und Finanzprodukten und wirkt so möglichem Greenwashing entgegen. Diese erhöhte Transparenz, die auch mit einer größeren Glaubwürdigkeit einhergeht, könnte auch dazu beitragen, dass noch mehr private und institutionelle Kunden in nachhaltige Unternehmen und Anlageprodukte investieren.