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Ihr letzter Wille kann ein neuer Anfang sein

Mit dem Nachlass etwas Gutes tun – diesen Wunsch haben viele ältere Menschen. Sie spüren Dankbarkeit für das eigene zufriedene Leben und möchten benachteiligten Kindern ein Aufwachsen in Liebe und Geborgenheit ermöglichen. Ob mit einem Geldbetrag, einem Sachwert oder einer Immobilie – SOS-Kinderdorf schenkt Kindern in Not die Chance auf eine bessere Zukunft.

8 Min. Lesezeit

Die 78-jährige Maria Hoffmann* hat schon schwierige Zeiten erlebt – und ihre Hündin Cleo ist ihr seit langem ein treuer Weggefährte. Seit acht Jahren begleitet Cleo ihr Frauchen durchs Leben. Umso wichtiger ist es Frau Hoffmann, dass die Hündin auch im Falle ihres Todes gut abgesichert ist. Denn nahe Angehörige, die sich um das Haustier kümmern könnten, hat Frau Hoffmann nicht. Und dass Cleo womöglich viele Jahre im Tierheim verbringen muss, das möchte die alte Dame auf keinen Fall.

Frau Hoffmann beschäftigt sich in letzter Zeit häufig mit der Frage, was nach ihrem Tod mit ihrem Besitz passieren soll. „Schön fände ich es, mit meinem Nachlass etwas Gutes zu tun“, denkt sie immer wieder.

Was ist, wenn ich nicht mehr da bin? In jungen Jahren ist das ein Gedanke, den man gerne verdrängt – verständlicherweise. Doch mit zunehmendem Alter spielt diese Überlegung eine immer wichtigere Rolle. Und sie verliert zunehmend ihren Schrecken, wenn man darüber nachdenkt, mit dem eigenen Nachlass etwas Positives zu bewirken. Benachteiligten Kindern eine bessere Zukunft zu schenken – gibt es etwas Sinnvolleres?

Information vor Ort beim Besuch im Kinderdorf

Als das nahegelegene SOS-Kinderdorf zum Tag der offenen Tür einlud, zögerte Frau Hoffmann nicht lange. Vor Ort wollte sie sich informieren, wie sie das Dorf zum Beispiel durch eine Erbschaft ihrer Möbel unterstützen kann. Cleo nahm sie zum Tag der offenen Tür einfach mit. Im Kinderdorf wurde die Hündin schnell zur Attraktion für die Kinder, die vom Spielen und Streicheln gar nicht genug bekommen konnten. Ein Mitarbeiter erzählte Frau Hoffmann, dass es vor einiger Zeit schon einmal einen Hund im Dorf gegeben hatte. Der Golden Retriever Bruno war bei einer Kinderdorffamilie eingezogen, nachdem sein Besitzer, der SOS-Kinderdorf in seinem Nachlass bedacht hatte, verstorben war.

Immer wieder komme es vor, so erzählte ein Mitarbeiter Frau Hoffmann, dass Tiere ein Teil von Nachlässen zugunsten von SOS-Kinderdorf seien. In solchen Fällen prüft der Verein, was das Beste für das Tier ist. Hunde oder Katzen, die mit Kindern gut auskommen, werden nicht selten in SOS-Familien untergebracht. In anderen Fällen kümmert sich SOS-Kinderdorf um die Unterbringung bei einer tiererfahrenen Privatperson.

Bruno war im Kinderdorf bestens aufgehoben, und auch für die Kinder war der ruhige Retriever ein Segen, erzählte der SOS-Mitarbeiter. Der Hund habe für einige der Kinder sogar die Angebote der tiergestützten Pädagogik ersetzt. Noch heute hängt im Haus seiner Kinderdorffamilie ein Foto von Bruno und den Kindern.

Frau Hoffmann kam ins Grübeln. Gleich am nächsten Tag setzte sie sich mit den Testaments-Beratern von SOS-Kinderdorf in Verbindung. Sie beschloss, nicht nur ihre Möbel, sondern ihren gesamten Nachlass SOS-Kinderdorf zu vermachen – natürlich einschließlich Cleo.

Wer SOS-Kinderdorf testamentarisch bedenkt, wird damit einer großen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. Denn er oder sie hilft einer Organisation, die seit langem die Schwächsten in unserer Gesellschaft unterstützt – und das sind Kinder und Familien.

Kindern ein Leben in Liebe und Geborgenheit zu ermöglichen, das war die Idee von Hermann Gmeiner, als er 1949 das erste SOS-Kinderdorf in Imst in Tirol gründete. Damals wollte er Kriegswaisen ein Leben in einer fürsorglichen Familie geben. Heute unterstützt der deutsche SOS-Kinderdorf e.V. benachteiligte Kinder, Jugendliche und Familien ebenso wie junge Mütter und behinderte Menschen.

SOS-Kinderdorf ist nichtstaatlich, politisch und konfessionell unabhängig. In den Kinderdörfern wachsen Kinder und Jugendliche, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem liebevollen Umfeld auf. Mehr als 230 Einrichtungen unterhält SOS-Kinderdorf allein in Deutschland – neben den Kinderdörfern zum Beispiel auch Mütter- und Familienzentren.

Kindern ein Leben in Liebe und Geborgenheit zu geben – das ist die Grundidee von SOS-Kinderdorf. Auch Mütter- und Familienzentren gehören zum Angebot.
Kindern ein Leben in Liebe und Geborgenheit zu geben – das ist die Grundidee von SOS-Kinderdorf. Auch Mütter- und Familienzentren gehören zum Angebot.

Den letzten Willen selbst festlegen

Wie funktioniert die Unterstützung durch Ihren Nachlass oder eines Vermächtnisses? Wer möchte, kann – wie Maria Hoffmann mit ihrer Cleo – völlig unverbindlich ein SOS-Kinderdorf besuchen und sich vor Ort über die Arbeit mit Kindern und Familien informieren. Ein eigenes „Nachlass Team“ beantwortet alle Fragen. So ist es zum Beispiel möglich, konkrete Wünsche zur Verwendung des Nachlasses zu äußern, etwa ein ganz bestimmtes Kinderdorf zu unterstützen.

Ein Testament ist stets erforderlich, wenn Ihr letzter Wille von der gesetzlich vorgesehenen Erbfolge abweichen soll. Oftmals ist der Eintritt der gesetzlichen Erbfolge nicht gewollt. Zum Beispiel dann, wenn man keine Kinder hat. In einem Testament können Sie grundsätzlich frei verfügen, jedoch unterliegt die Testierfreiheit gesetzlichen Grenzen. Dem sogenannten Pflichtteilsberechtigten kann das Erbrecht nicht vollständig entzogen werden. Das Vermögen im Übrigen ist frei verteilbar.

Ein Testament machen

  • Mit dem Testament legen Sie fest, wen Sie wie begünstigen. Deshalb ist wichtig, dass klar daraus hervorgeht, wen Sie als Erben einsetzen, gegebenenfalls auch mit welchen Bruchteilen.

  • Das Testament muss vollständig von eigener Hand geschrieben, mit Ort und Datum versehen und unterschrieben sein. Sonst ist es unwirksam.

  • Alternativ können Sie das Testament auch in notariell beurkundeter Form abgeben. In diesem Fall nimmt ein Notar Ihren letzten Willen auf.

  • Ein handschriftliches Testament kann man grundsätzlich zu Hause aufbewahren und es jederzeit ändern. Eine Hinterlegung beim Nachlassgericht ist aber ratsam, damit die Eröffnung Ihres Testaments zu gegebener Zeit stattfindet und die bedachten Personen im Testament verständigt werden.

  • Um sicher zu gehen, dass das Testament korrekt formuliert ist, sollte man den Rat eines Fachanwalts für Erbrecht einholen.

Sie können den SOS-Kinderdorf e.V. als Alleinerben oder Miterben einsetzen oder mit einem Vermächtnis testamentarisch bedenken. Das bedeutet dann, dass zum Beispiel ein bestimmter Geldbetrag, ein Gegenstand oder eine Immobilie an SOS-Kinderdorf vermacht wird.

Wenn SOS-Kinderdorf im Testament bedacht wird, kümmert sich SOS-Kinderdorf rücksichtsvoll und umsichtig um den letzten Willen – letztlich so, wie das ein naher Angehöriger auch machen würde. Dazu zählen zum Beispiel die Organisation der Bestattung und Grabpflege, Haushaltsauflösung und die gesamte Abwicklung des Nachlasses.

Viele Menschen sagen von sich, wenn sie am Ende ihres Weges stehen: Ich habe Glück gehabt im Leben. Ich möchte gerne etwas zurückgeben. So wie Maria Hoffmann. Sie besucht mit Ihrer Hündin regelmäßig das Kinderdorf. Und jedes Mal, wenn sie die Kinder mit Cleo spielen sieht, spürt sie, dass ihre Entscheidung richtig war.

* Name, Abbildung und Details zum Schutz der Privatsphäre geändert.

„Ich behalte Bilder und Gespräche im Herzen“

Andrea Elisabeth Giesecke vom Referat Nachlass und Vermögensübertragungen über die verantwortungsvolle Aufgabe, den letzten Willen zu wahren

Andrea Elisabeth Giesecke

Andrea Elisabeth Giesecke

Frau Giesecke, was ist Ihre Aufgabe?
Wir sind Anlaufstelle für Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Vermögen oder Teile davon, an SOS-Kinderdorf zu vererben. Manche haben klare Vorstellungen. Andere wollen einfach über dieses Thema reden. In Nachlässen, in denen wir als Erbe eingesetzt sind, fällt uns unter anderem die Aufgabe der Wohnungsauflösung, der Organisation der Beerdigung und der laufenden Grabpflege zu.

Wer nimmt Kontakt zu Ihnen auf?
Die meisten Menschen sind um die 60 Jahre alt. Wenn man in den Ruhestand wechselt, ist das für viele ein Scheideweg, an dem endlich Zeit ist, sich damit zu beschäftigen, was mit dem Vermögen später geschehen soll. Wir beobachten aber auch, dass sich schon Menschen um die 40 mit dem Thema Testament beschäftigen. Viele davon fördern SOS-Kinderdorf bereits durch Spenden oder Patenschaften und sind von der Arbeit, die wir für Kinder und Jugendliche leisten, überzeugt. Eine große Rolle spielt für viele auch der Gedanke, dass sie mit ihrem Vermögen der nachfolgenden Generation helfen möchten. „Ihr letzter Wille kann ein neuer Anfang sein", drückt das meiner Meinung nach sehr schön aus.

Was muss man bei der Testamentserstellung beachten?
Um sicher zu gehen, dass der letzte Wille klar formuliert ist, so dass er auch im Sinne des Nachlassgebers erfüllt werden kann, empfehlen wir immer, den Rat eines Fachanwaltes für Erbrecht einzuholen. Wir selbst laden regelmäßig zu Erbrechtsveranstaltungen ein, bei denen ein Fachanwalt über alle wichtigen Punkte informiert und Fragen beantwortet.

Wie reagieren die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen, wenn sie erfahren, dass SOS-Kinderdorf erbt?
Dies ist unterschiedlich. Mancher ist enttäuscht. Meistens wird es jedoch sehr positiv aufgenommen. Wir freuen uns immer wieder über die vielen Rückmeldungen, wenn Angehörige oder Freunde der Verstorbenen sagen: „Es war ihr oder sein Wunsch, und es freut uns, dass der Nachlass bei SOS-Kinderdorf so gute Verwendung findet.“ Und so ist die letztwillige Zuwendung an SOS-Kinderdorf schon oft ein Vorbild für andere Menschen geworden, die sich mit ihrem letzten Willen beschäftigt haben.

Gibt es Fälle, die Sie besonders berührten?
Ich habe gemerkt, dass mir jeder Nachlass im Gedächtnis bleibt. Natürlich ist jeder Fall so individuell wie der Mensch es war. Manche Menschen lerne ich persönlich oder über Telefongespräche näher kennen. Vielen ist es wichtig, dass jemand ihre Geschichte kennt. Von ihnen behalte ich die Bilder und Gespräche im Herzen.