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Die Plattform für Nachhaltigkeit

7 Min. Lesezeit

CO₂-Emissionen messen, um klimaneutral zu werden: Die Firma Eigenherd nutzt die Nachhaltigkeits-Plattform Sustainability Cloud von Salesforce, um den eigenen Effekt auf die Umwelt zu analysieren und zu senken. Eine Bilanz.

11 600 Kilogramm. Ganz schön schwer, unser ökologischer Fußabdruck. Und das ist nur die Menge des Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂), die jede oder jeder von uns im Jahresdurchschnitt in Deutschland produziert. Sie entspricht der von rund 90 Economy-Flügen von Berlin nach München. Oder anders gerechnet: dem Schmelzen von zirka 35 Quadratmetern sommerlicher Eisfläche in der Arktis.

Klimaneutral zu leben und zu arbeiten ist also was anderes. Aber warum sollten ausgerechnet Unternehmen ein Interesse daran haben, ihren ökologischen Fußabdruck professionell zu messen? Und warum sollten sie den Aufwand betreiben, ihre CO₂-Effizienz ähnlich systematisch zu steuern wie ihre Finanzdaten?

Oliver Böckmann und Paul Herrmann sind Schulfreunde. Ihre IT-Beratung haben sie praktischerweise gleich nach ihrer Grundschule im Berliner Vorort Kleinmachnow benannt. Eigenherd heißt sie.

2017 gegründet, war die Firma bereits zwei Jahre später weitgehend klimaneutral. „Wir haben die Klimaneutralität natürlich nicht als einziges Unternehmensziel definiert, aber wir haben uns von Anfang an genau überlegt, welche Auswirkungen das unternehmerische Handeln auf unseren CO₂-Fußabdruck haben würde,“ erläutert Eigenherd-Gründer Herrmann.

Nachhaltigkeit als Unternehmensziel zu definieren, war also der erste Schritt, 2020 folgte dann der nächste: Eigenherd mit seinen bundesweit fünf Büros nutzt die neue Sustainability Cloud von Salesforce, um noch präzisere Einblicke in die firmeneigene Schadstoffbilanz zu erhalten.

Alle Umweltdaten auf einer Plattform gebündelt

Die Sustainability Cloud ist eine Plattform, die alle Umweltdaten eines Unternehmens bündelt und auf einer Art digitalen Instrumententafel – auch Dashboard genannt – übersichtlich visualisiert. So haben Entscheiderinnen und Entscheider jederzeit die Möglichkeit, ihre Emissionen zu kontrollieren und aus den Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen, um diese wirksam zu senken.

Auf dem Weg zum klimaneutralen Betrieb ist die Lösung des Cloud-Anbieters Salesforce das wichtigste Hilfsmittel, weil sie Datenquellen von nationalen und internationalen Umweltorganisationen, des Weltklimarats Intergovernmental on Climate Change (IPCC) und anderen Instituten integriert. Unternehmen wie Eigenherd können also viele Nachhaltigkeits-Werte automatisch übernehmen und quasi in Echtzeit tracken. Auf einer vertrauenswürdigen Plattform, auf der die eigenen Daten sicher sind.

Das Ganze kann sogar per App auf dem Smartphone gesteuert werden. „Wir sehen auf der Startseite sofort alle relevanten Daten und den Status unseres CO₂-Fußabdrucks.“ Dienstreisen oder Arbeitswege der Mitarbeiter inklusive. „Dazu haben wir die Werte für jeden mit einem bestimmten Verkehrsmittel zurückgelegten Kilometer einmalig hinterlegt. So wird bei jeder Erfassung einer Reise automatisch der dabei anfallende CO₂-Ausstoß ergänzt“, sagt Paul Herrmann.

Seit Einführung der Cloud wird Fliegen stark reduziert

Umweltbewusst war man bei Eigenherd ja schon vor der Einführung der Sustainability Cloud: Statt Firmenwagen gibt’s für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter eine BahnCard 50. Wobei trotzdem Video-Calls Vorrang vor Dienstreisen und Hotel-Übernachtungen haben. Und statt immer neuer Hardware kauft die Firma generalüberholte Geräte. Selbst die Getränke oder das Catering in den Büros der Digitalexperten stammen von nachhaltig handelnden Anbietern; oder die Mitarbeiter kochen selbst. „Nach Einführung der Sustainability Cloud haben wir schnell erkannt, dass unsere Bahn-First-Policy die richtige ist und dass wir Flüge auf ein Minimum reduzieren sollten“, so Herrmann. Die Flüge hatten 2019 den größten Einfluss auf die Emissionsdaten der IT-Berater.

Selbst die Verbrauchswerte der Büroräume sind Teil der Bilanz: Die Vermieter und Hausverwalter der Eigenherd-Immobilien haben geholfen, die Daten der Energieversorger zu beschaffen. Die Trends beim Schadstoff-Verbrauch werden monatlich ausgewertet, um dann bei Bedarf gegenzusteuern.

Das Zusammenführen, Visualisieren und Auswerten der Daten war also ein wichtiger weiterer Schritt, um daraus das Verbesserungspotenzial und konkrete Klimaaktionen abzuleiten.

Eigenherd-Gründer Herrmann ist mittlerweile auch Teil von Leaders for Climate Action, einer erst 2019 gegründeten Klimaschutz-Initiative für Start-Ups und Digitalunternehmer. Sie hat bereits jetzt mehr als 700 Mitglieder, die sich unter anderem dazu verpflichten, innerhalb von zwölf Monaten mindestens 20 Prozent Treibhausgas einzusparen und den CO₂-Ausstoß des eigenen Unternehmens Jahr für Jahr vollständig zu kompensieren.

„Wir sehen bei den Konsumenten ein immer stärkeres Bewusstsein dafür, ob eine Marke sozial- und umweltbewusst handelt. Meiner Meinung nach nähern wir uns einem Turning Point, an dem sich diese Faktoren zu den wichtigsten Entscheidungskriterien für oder gegen einen Anbieter entwickeln.“

Eigenherd-Gründer Paul Herrmann

Salesforce kombiniert die Plattform mit KI-Software

Das Erstaunliche an der Lösung: Sie garantiert Eigenherd nicht nur 100 Prozent Transparenz über den Einfluss des Unternehmens auf die Umwelt, sondern auch mindestens 20 Prozent weniger Aufwand in der Ermittlung der zukünftigen CO₂-Bilanz. Was unter anderem auch daran liegt, dass Salesforce die Plattform mit Einstein Analytics von Salesforce kombiniert, einer Analyse-Software, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet.

Entstanden ist die Sustainability Cloud übrigens in einem mehrjährigen Prozess und aus eigenem Antrieb heraus: Das Salesforce interne Sustainability-Team war einfach auf der Suche nach einer besseren Lösung für die Erfassung des ökologischen Fußabdrucks als die bis dahin genutzten Kalkulationstabellen.

„Man muss das Thema von oben treiben“

Markus Ehrle, Senior Vice President Salesforce Germany, über die Bedeutung des „Executive Sponsor“, über Dienstreisen und auditierbare CO₂-Bilanzen

Markus Ehrle, Senior Vice President Salesforce Germany

Markus Ehrle, Senior Vice President Salesforce Germany.

Die Daten Ihrer Sustainability Cloud ermöglichen Einblicke in Energieverbrauch und CO₂-Bilanz einzelner Unternehmen, aus denen dann ein „Klimaaktionsplan“ entstehen soll. Geht sowas wirklich: Umweltschutz in Echtzeit?
Primär geht es darum, Verbrauchsdaten möglichst einfach zu erfassen und transparent darzustellen. Technisch geht das in Echtzeit, entscheidend ist aber das aktuelle, leicht verständliche Gesamtbild. Damit und anhand der Ziele und Werte eines Unternehmens hat das Management eine sehr gute Grundlage, um einen Plan zu entwerfen.

Wer im Unternehmen sollte denn idealerweise für die Umsetzung dieses Plans verantwortlich sein?
Sie brauchen auf jeden Fall einen „Executive Sponsor“. Jemand aus dem Management muss das Thema von oben treiben. Die Umsetzung sollten aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam tragen – im Unternehmen wie in der Gesellschaft.

Wie sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezogen werden?
Sie sollten ermutigt werden, auf ihre Weise Beiträge zu definierten Zielen zum Thema Nachhaltigkeit zu leisten. Dazu gehört auch, dass sie Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen können.

Welche Daten können in die Sustainability Cloud einfließen? Wie sehr lässt sich das automatisieren?
Wir sind da nicht beschränkt – dank unseres Plattform-Ansatzes lässt sich das Datenmodell sehr leicht erweitern. Je nachdem, aus welchem System die Daten kommen, lässt sich der Prozess auch relativ leicht automatisieren. Ein Beispiel dafür sind bei uns die Dienstreisen der Salesforce Mitarbeiter: Sie werden automatisch erfasst und in CO₂-Äquivalente umgerechnet.

Ihre Plattform basiert auf Datensatz-Vorlagen von Umweltschutzorganisationen, Weltklimarat IPCC und anderen Institutionen. Wie funktioniert das genau?
Diese Organisationen publizieren beispielsweise Datentabellen zur Umrechnung von Emissionen in CO₂-Äquivalente, einer standarisierten Maßeinheit zur Bemessung des Klimaeffektes. Nehmen Sie beispielsweise die Flugreisen: Ich brauche ja einen CO₂-Wert, den ich anhand der Flugstrecke angeben kann. So können wir direkt den Klimaeffekt bestimmter Vorgänge angeben.

Wie können das Unternehmen und seine Stakeholder auf Basis des Datenbilds die CO₂-Bilanz verbessern?
Das Datenbild hilft dabei, Transparenz zu schaffen, wo die größten Emissionsfaktoren sind. Das ist oft ein guter Anfang, diese zu reduzieren. Was sich wie auswirkt, ist vielen Unternehmen ja gar nicht bewusst.