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Steuer und Recht

Höchste Zeit

Steuerklärung für 2021 in letzter Minute

Viele Kosten können erst steuerlich geltend gemacht werden, wenn auch eine Erklärung abgegeben wurde. Foto: Adobe Stock

Jetzt wird es höchste Zeit für die Steuererklärung 2021: „Wer in der Pflicht ist, muss bis spätestens Ende Oktober 2022 beim Finanzamt abgeben“, erklärt Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Normalerweise muss die Abrechnung bis Ende Juli erledigt sein. Wegen Corona wurde der Termin durch das Vierte Corona-Steuerhilfegesetz verlängert. Lohnt sich die Steuererklärung? „Ja, meist ist eine Steuererstattung drin“, stellt Nöll in Aussicht. Von rund 26,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erhielten 12,6 Millionen im Schnitt 1072 Euro zurück. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) für das Jahr 2018 ermittelt. „Es kann allerdings auch vorkommen, dass das Finanzamt Steuern nachfordert“, weiß Nöll. Das kann passieren, wenn Berufstätige im letzten Jahr zum Beispiel Kurzarbeitergeld oder Kinderkrankengeld erhalten haben. Für Corona-Prämien oder Pflege-Boni gilt das jedoch nicht: „Der steuer- und sozialversicherungsfreie Obolus bleibt in der Steuererklärung außen vor und beeinflusst somit nicht den persönlichen Steuersatz“, klärt Nöll auf. Die gute Nachricht: Steuerpflichtige können mit der Jahresabrechnung einiges rausholen. „Viele Aufwendungen können erst mit Einreichung der Steuererklärung berücksichtigt werden – etwa für selbst bezahlte Jobkosten, Helfer im Haushalt, Krankheits- und Pflegekosten.“ Berufstätige punkten beim Finanzamt vor allem mit Jobkosten, die den 1000-Euro-Arbeitnehmerpauschbetrag übersteigen. Auch Fahrtkosten fallen nicht unter den Tisch: Bis zum 20. Kilometer zum ersten Arbeitsort gibt es 30 Cent Pendlerpauschale je Entfernungskilometer. Ab dem 21. Kilometer sind es seit 2021 35 Cent. Alternativ geben Berufstätige die Ticketkosten an, wenn diese höher sind als insgesamt die Pendlerpauschale für 2021. Wirkt sich bei Fernpendlern die höhere Pendlerpauschale steuerlich nicht aus, weil sie mit ihrem zu versteuernden Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegen und deswegen keine Steuern zahlen müssen, können sie neuerdings die Mobilitätsprämie erhalten. Vergessen sollten Eltern auch nicht die Kinderbetreuungskosten. Viel mehr als früher können Menschen mit einer Behinderung absetzen: Der Behindertenpauschbetrag beträgt seit 2021 je nach Grad der Behinderung 384 Euro bis 7400 Euro. Den Pauschbetrag gibt es nun schon ab einem Grad der Behinderung von 20. Für die Pflege eines Menschen mit zumindest Pflegegrad 2 gibt es neuerdings 600 Euro bis 1800 Euro Pflegepauschbetrag.

Auf jeden Fall muss beim Finanzamt abrechnen, wer im vergangenen Jahr neben seinem Lohn mehr als 410 Euro Lohnersatz wie Eltern-, Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld erhalten hat. Genauso sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Pflicht, deren Lohn in der Steuerklasse III, V oder VI versteuert oder bei Steuerklasse IV der Faktor eingetragen wurde. Eine Steuererklärung muss auch sein, wenn sie zudem für 2021 noch andere Einkünfte von über 410 Euro versteuern müssen – wie aus Vermietung und Verpachtung oder selbstständiger Tätigkeit. Wer sich unsicher ist, kann sich gegebenenfalls an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Erstellt die Einkommensteuererklärung 2021 ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater, ist dafür noch bis zum 31. August 2023 Zeit.