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MEIN UNTERSCHLEISSHEIM

Aus Liebe zum Gärtnern

Das Projekt Urban Gardening in Unterschleißheim geht heuer in die zweite Saison

Neugierig macht der bunte Bauwagen diese Radlerin. 

Wenn man sich dem etwa einen Hektar großen und gewollt etwas verwildertem Areal mit dem bunten Bauwagen davor beim Unterschleißheimer Waldfriedhof nähert, dann kommt einem zwangsläufig die frühere ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“ mit Peter Lustig in den Sinn. Der bunte Bauwagen dort steht zwar nicht für eine Fernsehsendung, er - und das auf den ersten Blick verwilderte Grundstück - stehen dafür aber für ein Projekt, das immer mehr Anhänger findet und in Unterschleißheim jetzt in die zweite Saison geht: Urban Gardening. Gemacht für Leute mit „grünem Daumen“, für Menschen, die mangels eigenem Garten oder eigener Möglichkeit dennoch nicht auf das entspannte Herumwerkeln im Grünen verzichten wollen und die sich in ihrer Freizeit liebe- und hingebungsvoll um Bohnen und Beeren, Salat-, und Kräuterbeete, Tomaten, Zwiebeln, Zucchini und sogar Spargel kümmern. Und heuer wird es dort zum ersten M al einen Urban Gardening-Honig geben, produziert von acht Bienenvölkern, die Initiator Michael Bauer (31) auf dem Grundstück angesiedelt hat.

Gemeinschaft und Teilen wird bei den Urban Gardenern
großgeschrieben

Idee, die zündet: Micheal Bauer in einem Urban Gardening Beet.

Die Liebe zum Gärtnern hat Bauer von seinem Opa, der leidenschaftlicher Schrebergärtner gewesen sei. Er selbst habe mehrere Jahre nach einem Grundstück gesucht, das sich für die Gartenarbeit eignet. Bis er auf die Idee gekommen sei, einfach ein Feld anzumieten, um es für sein Projekt zu nutzen. Bauer: „So ist Urban Gardening in Unterschleißheim entstanden.“  Urban Gardening in Unterschleißheim ist kein Verein. Michael Bauer verpachtet die Parzellen. Das habe den Vorteil, sagt er, „dass ich gewisse Dinge alleine entscheiden kann und mich nicht mit Vereinsgremien auseinandersetzen muss“. So würden bestimmte Dinge einfach schneller über die Bühne gehen, wie das derzeitige Projekt der Wasserversorgung mittels einer Solarpumpe, die acht auf dem Gelände verstreute Wasserbehälter mit Nass versorgt. Überhaupt: Gemeinschaft und Teilen wird bei den Urban Gardenern großgeschrieben. Das Gartenwerkzeug wird größtenteils gemeinschaftlich benützt, die Gärtner tauschen sich untereinander aus, die Versorgung der Parzellen mit Wasser ist kostenlos. Und auch wichtig: Die Toiletten des Waldfriedhofes und die Parkplätze dürfen mitbenutzt werden.

Rund 130 Parzellen werden von Freizeitgärtnern derzeit auf dem Gelände beim Waldfriedhof bewirtschaftet. Die Parzellen haben eine Größe von jeweils 60 Quadratmeter. Jeder Parzellen-Pächter bezahlt 165 Euro Pacht pro Jahr, plus eine Sicherheitsleistung in Höhe von 150 Euro. Befreundete Gärtner, so sagt Bauer, können Parzellen nebeneinander belegen, um gemeinsam mehr Anbaufläche zu haben.

Und die Nachfrage nach Gartenparzellen ist groß. Bauer: „Wir haben derzeit eine Warteliste auf 20 über Parzellen.“ Ob die Anlage aber vergrößert wird, hänge von der Stadt ab. Der Bedarf sei da. Momentan aber wäre Bauer zufrieden, wenn die Stadt den Pachtvertrag für das Gelände, der bis 2021 läuft, um wenigsten sechs Jahre verlängern würde. Aus einem einfachen Grund: Dann hätte er und die Leute, die ja in Geräte und Pflanzen investieren würden, Planungssicherheit, bei dem, was sie anbauten. Denn häufig vergingen bis zur ersten Ernte schon einige Jahre.

Blick über den Gartenzaun. Fotos (4): Kanamüller

Die Parzelle dient ausschließlich als Anbaufläche

Die Hobby-Gärtner müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Die Bewerber können von überall her sein und müssen nicht zwangsläufig aus Unterschleißheim kommen. Bauer: „Bei uns gärtnern Leute aus München, Eching und aus Unterschleißheim.“ Völlig gemischt seien auch die Berufsgruppen. Auf dem Gelände gärtnert der Manager neben dem Studenten, der Rentner neben der jungen Mutter, dem Richter oder dem Arzt. Bauer hat die Erfahrung gemacht, dass sich häufig kleine Gruppen auf Feldern bilden, die dann gemeinsam gärtnern. „Das ist schön zu sehen.“ Wobei, darauf weist Bauer auch hin, jeder Parzellen-Pächter für seine Parzelle und für das, was dort angebaut wird, alleine voll verantwortlich sei. 

Artischocke gezüchtet in Unterschleißheim. 

Es gibt aber ein paar Regeln, an die sich die Freizeit-Gärtner halten müssen: Die Parzelle dient ausschließlich als Anbaufläche. Private Schuppen oder Gartenhäuschen dürfen nicht errichtet werden, ebenso keine Gewächshäuser. Und: keine Parties und keine Zäune. Was aber nicht heißt, dass die Urban Gardener keine geselligen Leute wären. Im Gegenteil! Das Gelände des Urban Gardening ist von Montag bis Sonntag täglich von acht Uhr früh bis 21 Uhr geöffnet.