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Mein Ismaning

Will eine Gemeinde oder Stadt Fairtrade-Town werden, muss, unter anderem, eine bestimmte Anzahl an teilnehmenden Läden und anderen Anbietern mindestens zwei Fairtrade-Produkte im Sortiment haben, die für Kunden gut zugänglich sind. Foto: Jakub Kaliszewski

Der Landkreis München, die Städte Garching und Unterschleißheim sowie die Gemeinden Haar, Gräfelfing, Neubiberg und Unterhaching im Landkreis München sind es schon. Jetzt will sich auch die Gemeinde Ismaning in die Phalanx der Kommunen und Städte einreihen, die sich „Fair-trade-Town“ nennen dürfen. Dazu sucht die 15.181 Einwohner zählende Gemeinde noch weitere interessierte Geschäfte, die Produkte aus dem fair gehandelten Sortiment anbieten. Denn „was wäre eine Fairtrade-Town ohne das entsprechende Angebot?“, fragt die Gemeinde auf ihrer Homepage.

Ziel der Kampagne für Nachhaltigkeit, deren Teilnahme die Gemeinde Ismaning gerade vorbereitet, ist die Erweiterung des Warensortimentes mit dem Fairtrade-Siegel im Ort. In Ismaning, so schreibt die Kommune, gebe es zwar schon einige Verkaufs- und Ausschankstellen, die mindestens zwei Fairtrade-Produkte anböten, dennoch würde sich die Gemeinde über weitere teilnehmende Geschäfte freuen. Interessenten könnten unter fairtrade@ismaning.de Kontakt mit der Gemeinde aufnehmen. Die Gemeinde: „Jedes teilnehmende Geschäft wird zudem in dem Einkaufs-Finder des Transfair e.V. gelistet.“

Mit der Teilnahme an der Fairtrade-Town-Kampagne will die Gemeinde „soziale Verantwortung“ tragen und gleichzeitig die „öffentliche Diskussion und Auseinandersetzung mit den Themen Nachhaltigkeit und fairer Handel“ anregen. Die Gemeinde weist dabei besonders darauf hin, wonach die „positiven Effekte fair gehandelter Produkte klar“ seien: Kleinbauern, die unter dem Fairtrade-Siegel produzierten, erhalten ein existenzsicherndes Einkommen, welches für natur- und umweltschützende Anbaumethoden verwendet wird. Dies schütze nicht nur Ackerflächen und ganze Ökosysteme, sondern leiste gleichzeitig einen Beitrag für die Gesundheit der Menschen. Und: Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene.

Die Vielfalt der Produkte, die fair gehandelt werden können ist enorm: Von Kaffee, Kakao, Bananen oder Baumwolle über Saft, Tee, Reis, Honig, Zucker und Wein bis hin zu Schnittblumen und Gold reichen die Produkte. Mittlerweile gibt es über 1400 Fairtrade-Produzentenorganisationen in 73 Ländern. 25 Prozent der Fairtrade Bäuerinnen und -Bauern sowie -Arbeitskräfte sind Frauen.

Als Fairtrade-Town können sich Städte, kreisfreie Städte, Stadtbezirke, Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreise, Regionen, Inseln und Bundesländer bewerben. Die Teilnahme an der Fairtrade-Towns Kampagne ist kostenfrei. Für den Titel Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln.

Grundvoraussetzung ist, dass der Gemeinde-, beziehungsweise der Stadtrat eine Resolution verabschiedet, in der er erklärt, fairen Handel zu unterstützen, und selber Fairtrade-Tee und Fairtrade-Kaffee in seinen Sitzungen sowie in seinen Büros und Kantinen anzubieten. Zweitens muss eine bestimmte Anzahl von Läden, Cafés, Catering-Betrieben und anderen Anbietern je mindestens zwei Fairtrade-Produkte leicht zugänglich zum Kauf im Sortiment haben; dabei hängt die geforderte Mindestanzahl an teilnehmenden Betrieben von der Größe der jeweiligen Stadt ab. Zudem muss eine Steuerungsgruppe eingerichtet werden, die Informationen zu Fairem Handel erarbeitet, ihre Verbreitung organisiert sowie ökologische und soziale Standards für die Beschaffung von Materialien und Produkten aus sogenannten Entwicklungsländern erstellt. Voraussetzung sind ebenfalls Fairtade-Unterstützungsaktionen der Bevölkerung, zum Beispiel an Schulen. Außerdem müssen mehrere Medienberichte über Fairtrade-Aktivitäten in der Presse der Stadt oder Gemeinde vorzuweisen sein.

Der Titel „Fairtrade-Town“ wird bei der ersten Anerkennung für zwei Jahre vergeben, anschließend werden die Vorgaben verschärft. So hat der Kölner Verein „TransFair“ den Titel seit dem Jahr 2009 an rund 660 Städte und Gemeinden in Deutschland vergeben. Die Kampagne Fairtrade-Town wurde in Garstang, Lancashire, im Jahr 2001 ins Leben gerufen.