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MEIN ASCHHEIM

Mehr als heimat- und sachkundig

Mit einem umsichtigen Konzept zeigt das örtliche AschheiMuseum“ für Kinder und Erwachsene
Erstaunliches aus unterschiedlichen Wissensbereichen

Auch das AschheiMuseum ist derzeit geschlossen. Foto: Rudi Kanamüller

Wer will schon gerne eine Ewigkeit in einem Brunnen liegen und langsam verkommen? Dieses Schicksal wäre vermutlich der Aschheimer Athene widerfahren, wäre sie nicht bei Ausgrabungen zwischen Aschheim und Dornach von Archäologen entdeckt für die Nachwelt gerettet worden. Heute ist die Aschheimer Athene, die aus der Zeit um 100 v. Chr. stammt, natürlich das Highlight der Ausstellung, das Glanzstück der Sammlung im örtlichen „AschheiMuseum“. Mit ihr wurden außerdem noch Grabbeigaben, Keramik und eine Goldmünze geborgen.

All dies und noch viel mehr Sensationelles erwartet die Besucher des „AschheiMuseums“, in dem die Siedlungsentwicklung von Aschheim und Dornach von den Anfängen in der Jungsteinzeit bis heute dargestellt wird. Und wer sich auf einen Besuch des Museums gut vorbereiten will, der greift zu dem kleinen Büchlein „Aschheimer Geschichte(n) für Junge und Junggebliebene“, das im Rathaus, im Museum und beim Verlag Phantasiereich (www.phantasiereich.com) für 7,95 Euro zu erwerben ist. Es ist eigentlich konzipiert für Grundschulkinder und wird im Heimat- und Sachkundeunterricht der dritten Klassen eingesetzt.

Aber das Büchlein ist nicht nur für diese Altersklasse interessant. Als leichter Einstieg hält es durchaus auch für Erwachsene so manch Spannendes bereit, schreibt die Museumsleitung. Die erste Auflage des Büchleins, das 2016 erschienen ist, ist nur noch in Restexemplaren vorhanden. In diesem Jahr wurde eine überarbeitete Neuauflage herausgebracht, wie beispielsweise eine weitere Rätsel-Seite. Das Buch möchte nicht nur eine Einführung in die Ortsgeschichte, sondern auch ein Begleiter durch das „AschheiMuseum“ sein.

Überhaupt versucht das „AschheiMuseum“ durch schöne, praktische und lebensnahe Aktionen die Menschen in und um Aschheim für die Geschichte des Ortes zu begeistern und zu interessieren. Zum Beispiel durch die regelmäßige Vorstellung eines (Museums)Fundstücks des Monats. Im Oktober waren dies drei Glasscheiben. Diese drei Glasscherben, so heißt es, stammten aus den Ruinen des Baderaumes im Haupthaus der römischen Villa Rustica westlich des Aussiedlerhofes. Dabei handelt sich um Reste römischen Fensterglases. Bereits ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. stellte man dies in großen Mengen her, wobei es, so das Museum, grundsätzlich zwei unterschiedliche Fertigungsformen gibt: einmal das sogenannte Streckglas und zum anderen geblasenes Glas oder Zylinderglas. Beim Streckglas goss man geschmolzene Glasmasse auf eine glatte Unterlage, glättete sie mit einer Walze und zog anschließend das Glas in die gewünschte Größe und Form.


Die Herstellung geblasenen Fensterglases ist etwas jünger und dürfte erst im 2. Jahrhundert entwickelt worden sein. Hierbei bläst man einen Glaszylinder, dessen Enden man entfernt und ihn dann längs aufschneidet. Nach erneutem Erhitzen lassen sich die Flügel des Zylinders herunterbiegen und glätten. Das gezeigte Fensterglas dürfte in dieser jüngeren Technik hergestellt worden sein, da es mit ein bis drei Millimeter sehr dünn ist und auf beiden Seiten eine glatte, glänzende Oberfläche besitzt. Die Gläser wurden mithilfe von Bleiblechen in die – vermutlich genuteten – Holzfenster fixiert. Gemeinsam mit den Resten von Wandmalereien im Baderaum zeigen sie deutlich den gehobenen Lebensstil, den sich die Bewohner hier im 2. und 3. Jahrhundert leisten konnten, heißt es in der Beschreibung der Museumsleitung. Das Museum findet man übrigens in der Münchner Str. 8 in Aschheim (Telefon 089/90775970). Allerdings ist es derzeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht öffentlich zugänglich. 
Rudi Kanamüller