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Aus- und Weiterbildung

Leibliches Wohl

Köche und Köchinnen üben eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe aus

Die sorgfältige Verarbeitung von Lebensmitteln will gelernt werden. 

Foto: Bundesagentur für Arbeit.

Ob im Hotel, auf dem Kreuzfahrtschiff oder im Restaurant: Mit einer Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe stehen jungen Menschen viele Karrierewege offen. Eine Ausbildung im Gastgewerbe kann spannend und vielseitig sein. An Wochenenden und bis in die Abendstunden zu arbeiten, ist hierbei allerdings keine Seltenheit. 

In der Küche beispielsweise sorgen Köche und Köchinnen für das leibliche Wohl der Gäste. Sie verrichten alle Arbeiten, die zur Herstellung von Speisen gehören. Wenn sie einen Speiseplan aufgestellt haben, kaufen sie Lebensmittel und Zutaten ein, bereiten sie vor oder lagern sie ein. Sie organisieren die Arbeitsabläufe in der Küche, kalkulieren die Preise und sorgen dafür, dass die Speisen rechtzeitig und in der richtigen Reihenfolge fertiggestellt werden. In kleineren Küchen kochen, braten, backen und garnieren Köche und Köchinnen alle Gerichte selbst. In Großküchen sind sie meist auf die Zubereitung bestimmter Speisen spezialisiert, etwa auf Beilagen, Salate oder Fisch- und Fleischgerichte. 

Gefragt sind dafür organisatorische Fähigkeiten, Teamfähigkeit (z.B. beim Koordinieren von Arbeitsabläufen in der Küche, beim Einteilen und Anleiten von Personal), Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim hygienischen Arbeiten in der Küche, beim Einhalten lebensmittelrechtlicher Vorschriften). Geschicklichkeit und eine gute körperliche Konstitution (z.B. beim Zerlegen und Filetieren von Fleisch bzw. Fisch, z.B. beim Arbeiten im Stehen) ebenso wie Kreativität (z.B. beim Zusammenstellen von Speisen und beim Anrichten). Einsatzorte sind beispielsweise die Küchen von Restaurants, Hotels, Kantinen, Krankenhäusern, Schulen, Betrieben, Pflegeheimen oder Catering-Firmen.

Diese Berufstätigkeit ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Vor allem Hygiene und die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Vorschriften sind hier oberstes Gebot. Koch/Köchin ist ein anerkannter Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungsdauer von 3 Jahren, die parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule (duale Ausbildung) absolviert werden. Eine  bestimmte Schulbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben.

Der Herr der Dinge

Groß- und Außenhandelskaufleute entscheiden, was es bei uns zu kaufen gibt

Groß- und Außenhandelskaufleute bestimmen was in den Regalen steht.
Foto: Fotolia

Mode aus den USA, Autos aus Frankreich, Bio-Schokolade im breiten Sortiment – was in unseren Kaufhäusern und Supermarktregalen erhältlich ist – und was nicht – bestimmen Kaufleute für Groß- und Außenhandel. Es ist ein Beruf mit großem Einfluss, aber auch mit einigen Herausforderungen: Diese Kaufleute benötigen Organisationsgeschick, ein fundiertes Wissen über Waren und ein gewisses Redetalent, schließlich kauft der Groß- und Außenhandelskaufmann bei den jeweiligen Herstellern große Mengen an beispielsweise Lebensmitteln, Textilien oder elektronischen Bauteilen und verkauft sie dann weiter – vielleicht als Manager einer Supermarktkette, einer Modekette, einer großen Drogerie oder eines Autohändlers. Um nichts in den Sand zu setzen, braucht er Hersteller und Partner, auf die er sich verlassen kann und die ihm vertrauen.

Wie schon der Name sagt, müssen sich Auszubildende entscheiden, welche Sparte sie wählen: Groß- oder Außenhandel. Wer sich für Letzteres entscheidet, braucht zusätzlich verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse. Sonst landen womöglich statt drei Tonnen „Cabillaud“ (Kabeljau) drei Tonnen „Cabillots“ (Holzpflöcke) im Lager des Arbeitgebers. Ein Extrembeispiel, doch bei den Geldsummen, um die es beim Außenhandel geht, sind schon kleine Irrtümer fatal. 

Der Großhändler braucht, wie freilich auch der Außenhändler, grundsätzlich ein Gespür dafür, was die Kunden zurzeit haben wollen. Wollen sie dieses Jahr sparen und greifen zur günstigen 40-Cent-Schokolade oder sind die Zeiten spendabel und reif für teure Schweizer Edeltafeln? Gerade wenn es um Trendwaren wie Kleidung oder Schuhe geht, sind sichere Entscheidungen nötig. Auch Zölle, Lagerung und den nötigen Nachschub muss der Groß- und Außenhandelskaufmann im Blick haben. Dabei muss er lange Auflistungen überblicken und schnell viele Abkürzungen lesen.

Junge Leute, die diesen spannenden Beruf ergreifen wollen, sollten mindestens einen Realschulabschluss haben. Viele Ausbilder verlangen auch Kenntnisse in Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen. Nach der Berufsausbildung ist auch noch ein Studium zum Handelsbetriebswirt oder Fachkaufmann möglich. Auf dieser Stufe der Erfahrung ist es dann empfehlenswert, sich entweder auf die Fachrichtung Einkauf und Logistik oder aber den Vertrieb zu spezialisieren. Mit guten Kontakten und viel Erfahrung über eine bestimmte Warengruppe kann man sich auch mit einer Großhandelsfirma selbständig machen – eine ausgesprochen spannende Sache.

Nichts geht mehr ohne Hightech

Das Berufsbild des Mechatronikers folgt den gestiegenen technischen Anforderungen im handwerklichen Kfz-Sektor

Ohne PC kann heute kaum ein modernes Fahrzeug mehr repariert werden. Der Beruf des Mechatronikers erfordert daher ein vielseitiges Wissen und Können. 

Foto: Promotor

Kfz-Mechaniker war gestern, Kfz-Mechatroniker ist heute: An keiner anderen Entwicklung lässt sich der technische Fortschritt so gut erkennen, wie an der Veränderung der Berufsbilder. Hierbei ist das Berufsbild des Kfz-Mechatronikers eine Kombination aus den Berufen des ehemaligen Kfz-Mechanikers, des Kfz-Elektrikers und des Automobilmechanikers. Kfz-Mechatroniker: Die neue Berufsbezeichnung ist also die Antwort des Kraftfahrzeughandwerks auf die veränderten Anforderungen, die an das Handwerk gegenwärtig gestellt werden.

Längst hat der Computer, haben elektronische Prüfsysteme Einzug gehalten in die modernen Kfz-Werkstätten. Elek-troautos und Hybridmotoren betreten zunehmend die Bühne. Ohne detaillierte High-Tech-Kenntnisse lässt sich heute kein moderner Pkw mehr reparieren. Das gilt selbst für Kleinwagen, in denen jede Menge modernster Technik steckt. In der Berufsbeschreibung des Kfz-Mechatronikers heißt es: „Kfz-Mechatroniker diagnostizieren Fehler in den immer komplexeren mechatronischen Systemen im Fahrzeug, setzen diese instand und sorgen für Betriebssicherheit moderner Kraftfahrzeuge im Interesse des Kunden.“

Fit in Technik und Mathe

Den dualen Ausbildungsberuf zum Kfz-Mechatroniker gibt es bereits seit 2001. Der Kfz-Mechatroniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und die Ausbildung dauert in der Regel 42 Monate, also dreieinhalb Jahre. Wr sich für den Beruf interessiert, der sollte in den sogenannten MINT-Fächern fit sein: Technik, Mathe und Physik. Ausbildungsbetriebe sind Kfz-Betriebe, die früher Kfz-Mechaniker ausgebildet haben. Die Ausbildung kann aber auch in den äquivalenten Abteilungen der Automobilhersteller und Automobilimporteure absolviert werden. Den Abschluss der Ausbildung bildet die Gesellenprüfung. 

Während der Ausbildung kann der Azubi mittlerweile unter fünf Schwerpunkten den bevorzugten auswählen: Personenkraft-wagentechnik (Pkw), Nutzfahrzeugtechnik (Nfz), Motorradtechnik und seit vergangenem Jahr System- und Hochvolttechnik und Karosserietechnik.

Detaillierte High-Tech-Kenntisse

Das Durchschnittsgehalt eines Kfz-Mechatronikers liegt, je nach Standort des Betriebs, zwischen 1800 und 2200 Euro. Wer nach Tarif entlohnt wird, bekommt mehr. Er kann zwischen 2303 und 2460 Euro monatlich brutto verdienen.

Weiterbildungsmöglichkeiten für den Kfz-Mechatroniker sind die Meisterprüfung, die auch zum Ausüben einer selbständigen Tätigkeit befähigt.

Kfz-Mechatroniker, die berechtigt sind, an einer Hochschule zu studieren, können dort den Bachelor-Abschluss im Bereich Fahrzeugtechnik erwerben und so bis in die höchsten Führungsaufgaben aufsteigen.

Vielfältige Aufgabengebiete

Verwaltungswirte koordinieren und leiten betriebswirtschaftliche Verwaltungsaufgaben und -abläufe

Verwaltungsmitarbeiter müssen über die Belange der Kommune gut Bescheid wissen. 

Foto: Adobestock

Die Bürokräfte des öffentlichen Dienstes haben viele Namen: Im höheren Beamtendienst arbeiten studierte Bachelor- oder Diplom-Verwaltungswirte, im mittleren Dienst sind ausgebildete Verwaltungswirte tätig. Ihre nicht-verbeamteten Kollegen mit vergleichbarem Aufgabenprofil sind Verwaltungsfachangestellte, die sich durch eine Zusatz-Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt fortbilden können. Da Verwaltungsfachangestellte während ihrer Ausbildung viel kaufmännisches Know-how erwerben, haben sie später auch in der Privatwirtschaft gute Einstiegschancen.

Die dualen Studiengänge bzw. Ausbildungen zum (Diplom-) Verwaltungswirt, Verwaltungsfachangestellten oder Verwaltungsfachwirt orientieren sich an weitgehend ähnlichen Kompetenzkatalogen und Lehrinhalten: dienstrelevante Rechtsfächer, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften sowie die Grundlagen der Verwaltungsorganisation und des Personalmanagements. Das erlernte Wissen wenden die Beamten-Anwärter während ihrer Praktika in Dienststellen der Einstellungsbehörde praktisch an. Ausbildung (meist 2-jährig) und Studium (3-jährig) vermitteln nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern auch organisatorische und soziale Kompetenzen – erst recht im gehobenen Dienst. Ziel ist es, auf einen verantwortungsvollen, serviceorientierten und vielfältigen Beruf vorzubereiten.

Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst haben viele berufliche Möglichkeiten: Sie können ohne weiteres zwischen einzelnen Aufgabengebieten oder sogar zu anderen Behörden wechseln.

Vielseitige Verwaltungsfachwirte

Verwaltungsfachwirte arbeiten hauptsächlich in Abteilungen der kommunalen Verwaltungen sowie bei Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts. Behörden als Dienstleistungsbetriebe für Bürger ebenso wie Bereiche der öffentlichen Hand, die privatisiert oder als selbstständige Einheiten mit Ressourcenverlagerung und -verantwortung weitergeführt werden, verlangen ein am Gemeinwohl orientiertes Management mit betriebswirtschaftlichem Know-how.

Darüber hinaus setzen insbesondere Kommunalverwaltungen ihre Leistungen oft dem Wettbewerb aus und suchen nach preiswerteren Alternativen für vorhandene Abläufe und Bereiche. Verwaltungswirte/-wirtinnen tragen diese Entwicklungen maßgeblich mit und gestalten sie aus. Betriebs- und volkswirtschaftliche, rechtliche und sozialwissenschaftliche Kenntnisse sowie vertieftes Spezialwissen in Rechnungswesen und Controlling, Wirtschaftsförderung, Stadt- und Regionalplanung, Unternehmensführung, Steuerwesen oder Sozialmanagement gehören dazu und finden in jeder Dienststelle der öffentlichen Verwaltung Anwendung.