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Die große regionale Wirtschaftsbeilage

Auf dem Weg zur Wohlfühloase

Die Sanierung der Freisinger Innenstadt schreitet voran – doch noch ist Geduld bei allen Beteiligten und Betroffenen das oberste Gebot

Völlig entspannt in der City unterwegs sein: Das geht nur, wenn es viele Orte zum Verweilen gibt. Und die sind im Innenstadtkonzept reichlich vorgesehen. Foto: Marco Einfeldt

Alles wird schöner. Geht es nach den Stadträten und den Planern, dann wird Freisings Innenstadt einmal eine wahre Wohlfühloase. Bis die barrierefreie Neugestaltung aber abgeschlossen ist, wird es noch ein paar Jahre dauern. Angesichts der vielen Baustellen und Behinderungen sind Geschäftsleute und Kunden aber jetzt schon genervt. Auch wenn sich die Stadtverwaltung alle Mühe gibt, ständig im Internet und per Flyer darüber zu informieren, welche Bereiche Woche für Woche gesperrt werden und welches Straßenstück wieder begehbar oder zumindest für Radfahrer befahrbar ist – Autoverkehr ist sowieso kaum möglich –, ist und bleibt es ein ständiges Ärgernis. Aber was hilft’s, was schön werden soll, muss erst einmal gebaut werden.

Ein Kernstück der Umbauten, das vielleicht einmal zum Aushängeschild schlechthin werden soll, ist die Öffnung der Moosach, die vor mehr als 100 Jahren unter der Oberen Hauptstraße versteckt wurde. Der kleine Bach wird zwar nur abschnittsweise geöffnet, muss aus Brandschutzgründen im Süden auch noch näher an die Häuser verlegt werden und das soll nach neuesten Berechnungen 19 Millionen Euro kosten, eine Preissteigerung von 33 Prozent. Die Stadträte zeigten sich davon jüngst zwar wenigbegeistert, aber ein Zurück gibt es nicht mehr. Im Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen und weit bis ins Jahr 2022 hinein dauern. Als erlebbares Element soll die offene Moosach zur Aufwertung der gesamten Altstadt beitragen. Vorgesehen sind vier Öffnungen mit dazwischenliegenden breiten Brücken. Die Südseite der Moosach wird mit Sitzstufen gestaltet, auf denen die Freisinger und ihre Besucher gemütlich ihr Eis schlecken und ihre Füße im Wasser baden können. 

Derweilen wird der Umbau der Unteren Hauptstraße in Richtung Marienplatz weiter vorangetrieben. Zeitraubend ist dabei vor allem, dass nicht nur ein neuer Granitboden verlegt werden muss, es müssen zuvor auch die gesamten Versorgungsleitungen, die teilweise schon 100 Jahre alt sind, erneuert werden. Zusätzlich müssen auch noch Rohre für die Fernwärmeversorgung verlegt werden. Allein die Sanierungsarbeiten der Stadtentwässerung zwischen Marienplatz und Ziegelgasse, die inzwischen abgeschlossen wurden, machten es notwendig, die Durchfahrt von der Amtsgerichtsgasse über den Marienplatz zur Oberen Hauptstraße für den Autoverkehr komplett zu sperren. Lieferzonen wurden markiert, eine Wendemöglichkeit am Marienplatz eingerichtet und einige Bereiche kurzfristig gegenläufig befahrbar gemacht. Die Innenstadtbusse fuhren und fahren immer wieder ganz neue Routen. Der Grüne Wochenmarkt wurde vom Marienplatz in die Obere Hauptstraße verlegt und soll dort zumindest bis Weihnachten bleiben. Danach wird er wieder an seinen alten Platz zurückkehren, weil dann die Arbeiten für die Moosach-Öffnung beginnen. Anwohner, Hotelgäste, Taxis und Packerldienste waren in dieser Zeit gezwungen, sich Schleichwege über den Grabenbereich und kleine Seitengassen zu suchen. Das wird aber immer schwieriger, weil auch dort gegraben und saniert wird.

Einkaufs-, Wirtschafts- und Erlebniszentrum: Das soll die Freisinger City noch mehr als bisher werden. 

Foto: Marco Einfeldt

Die Innenstadt soll gestärkt werden, denn sie ist Herz und Seele Freisings

Beschlossen wurde das Gesamtpaket Innenstadtumbau bereits im Mai 2011. Die Neugestaltung, so das erklärte Ziel, soll dem historischen Charakter der Altstadt ebenso gerecht werden wie den Anforderungen an ein modernes Handelszentrum. Der niveaugleiche Ausbau von Straßen und Plätzen soll dabei eine vielfältige Nutzung für Feste, Märkte oder Konzerte ermöglichen und zu einem längeren Aufenthalt animieren. Unnötiger Durchgangsverkehr, das waren zuletzt etwa 50 Prozent aller Fahrten, soll aus der Innenstadt verbannt werden. Erreicht werden soll das in erster Linie durch die Einrichtung einer Fußgängerzone zwischen den Einmündungen der Amtsgerichtsgasse und der Bahnhofstraße sowie im südlichen Bereich der Ziegelgasse. Schaufahrten und der Abkürzungsverkehr durch die Innenstadt sollen dadurch erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht werden. Nur Stadtbusse und Radfahrer sollen künftig diese autofreie Kernzone noch befahren dürfen. Der Lieferverkehr erhält festgesetzte Zeiten zugewiesen. Alle andere Straßen der Altstadt, so sieht es das Konzept vor, werden zu verkehrsberuhigten Zonen, in denen Schrittgeschwindigkeit gilt. Gleichzeitig entfallen im Zentrum die Kurzzeitparkplätze und Haltebuchten – und damit auch der Parkplatz-Suchverkehr. Ein übereinstimmender Wunsch von Politik, Bürgerschaft und Geschäftsleuten, wie die Stadtverwaltung betont. Radfahren soll übrigens weiterhin in beiden Richtungen möglich sein. Irgendwie will man es auch schaffen, die abgestellten Räder zu ordnen. 610 dezentral verteilte Fahrradplätze sind dafür vorgesehen. Ob die an Samstagen reichen und ob sich die Radler daran halten, wird man sehen. Zu befürchten ist zudem, dass Autofahrer die freien Plätze in der Innenstadt dazu nutzen, ihre Fahrzeuge abzustellen. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher hat deshalb angekündigt, zusätzliche Verkehrsüberwacher einzustellen. 

Verbessert werden soll die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Bus. Von den früheren fünf Bushaltestellen werden die am Marienplatz und an der Amtsgerichtsgasse zusammengefasst. Am Kriegerdenkmal, am Marienplatz und in der Heiliggeistgasse bekommen die Haltestellen einen überdachten Wetterschutz.

Historische Spuren, modern interpretiert, heißt das Motto für die Stadteingänge. Dabei kommen drei Leitmotive zum Tragen, die den Übergang vom belebten Straßennetz in die verkehrsberuhigte Altstadt sicht- und spürbar werden lassen: Licht, historische Spuren und eine Schwelle. Das Konzept sieht vor, die sieben Zugänge in die Altstadt erkennbar zu akzentuieren und gleichzeitig die Rolle der früheren historischen Merkzeichen – Veitstor, Ziegeltor, Landshuter Tor, Isartor und Münchner Tor – hervorzuheben. Dazu sollen die ehemaligen Stadttore durch Intarsien im Boden markiert werden. Zur Information über die historischen Portale werden an Hauswänden Tafeln angebracht. Als wiedererkennbare Elemente sollen Leuchtstelen mit schlanken, hohen Lampen dienen. An den Einfahrten sollen breite Naturbordsteine als optische Schwellen eingebaut werden.

In der Freisinger Marginale sollen zudem Wanderbäume auf dem grauen Granitpflaster für Abwechslung sorgen. Die teilweise bereits aufgestellten länglichen Granitwürfel werden mit farbig lackierten Lärchenholzlatten und einem Stahlrahmengestell versehen und sollen zu einem angenehmen Verweilen beitragen. Die Granitsteine dienen in erster Linie der Straßenverengung und Verkehrsverlangsamung. Dass sie auch zum Sitzen genutzt werden können, ist quasi ihr Mehrwert. Darüber hinaus werden aber auch ganz normale Bänke aufgestellt.

Oberbürgermeister und Stadtrat sehen die Neugestaltung des Zentrums als eine Investition in die Zukunft. Es soll als attraktiver Wohn- und Lebensraum dauerhaft gestärkt werden. Die Fassaden aus dem Mittelalter und der Barockzeit entlang der Hauptstraße sollen weiterhin die malerische Kulisse für einen Altstadtbummel bilden. Denn trotz des momentanen Ärgers über die Behinderungen sind sich alle Beteiligten einig: Die Innenstadt ist Herz und Seele der Stadt.  Johann Kirchberger

Azubis dringend gesucht

Kreishandwerksmeister Martin Reiter erklärt, was Handwerksberufe so attraktiv
macht und warum trotzdem Nachwuchs fehlt

Im zweiten Ausbildungsjahr schon 1200 Euro Verdienst – und dennoch will kaum ein Jugendlicher einen Bauberuf erlernen. Die Wirtschaft im Landkreis hatte wie in ganz Oberbayern zum Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres am 1. September erneut große Mühe, die offenen Lehrstellen zu besetzen. Kreishandwerksmeister Martin Reiter erklärt im Interview, warum Geld offensichtlich kein Lockmittel mehr für junge Leute ist.

Kreishandwerksmeister Martin Reiter wirbt um Nachwuchs, denn alleine im Landkreis Freising wird in 63 Berufen ausgebildet. 

Foto: Marco Einfeldt

Herr Reiter, wie viele Ausbildungsplätze sind noch zu haben?

Martin Reiter: Bislang wurden 210 Lehrverträge unterschrieben, und rund 100 Stellen sind noch offen. Damit stehen wir im oberbayernweiten Vergleich gar nicht schlecht da, denn wir gehören ja zu den Landkreisen mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Wer eine Lehrstelle will, bekommt sofort und jederzeit eine bei uns – auch wenn das Lehrjahr bereits begonnen hat. Bis Januar kann man immer noch problemlos in eine Lehre einsteigen. Oder auch die Branche wechseln, wenn es einem nach den ersten Wochen überhaupt nicht gefällt.

 

Woran liegt es, dass Azubis dringend gesucht werden?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind nun die geburtenschwachen Jahrgänge im Einstiegsalter. Zum anderen hat das Handwerk immer noch ein schlechtes Image im Vergleich zum Studium, und in Gymnasien gibt es keine Berufsvorbereitung. Und viele Eltern sind der Meinung, dass ihre Kinder sowieso studieren müssen. Doch wir haben so viele Akademiker, die keinen richtigen Job haben – das muss doch nicht sein. Außerdem wissen die meisten gar nicht, wie viele verschiedene Berufe es im Handwerk gibt: 130! Dazu gehören nicht nur Metzger, Maurer, Schreiner und Bäcker, sondern auch Geigenbauer, Augenoptiker oder Fassmacher. Bei uns im Landkreis wird alleine in 63 Berufen ausgebildet.

Welche Berufe sind besonders gefragt und welche nicht?

Bei den männlichen Jugendlichen gehören Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu den Modeberufen, aber auch Büroberufe, denn da macht man sich nicht dreckig. Bei den wenigen jungen Frauen, die Handwerksberufe wählen, liegen Friseurin und Bank vorne. Überhaupt nicht gefragt sind Berufe in der Bau- und Lebensmittelbranche, obwohl die besser bezahlt sind als andere.

„Schüler müssen sich  ausprobieren“ – Praktika helfen

Nennen Sie doch mal ein Beispiel für die Ausbildungsvergütung.

Da ich selbst aus der Baubranche komme, nehme ich mal diese als Beispiel. Im ersten Lehrjahr gibt es 850 Euro, im zweiten 1200 Euro und im dritten 1450 Euro – das ist gut bezahlt im Vergleich zum Schreiner mit 600 Euro. Trotzdem will das heute niemand mehr machen. Das haben wir auch bei den jugendlichen Flüchtlingen gesehen, auf die wir große Hoffnung gesetzt hatten. Aber den meisten war die Arbeit zu schwer und zu anstrengend, und dann erschienen sie einfach nicht mehr. Ein weiterer Grund ist wohl, dass Handwerksberufe in ihren Herkunftsländern eher als niedrige Arbeit angesehen sind, weshalb sie lieber etwas in der Logistik oder im Lager machen, was viel schlechter bezahlt ist.

Besonders im Baugewerbe fehlen künftige Fachkräfte – und das obwohl hier bereits im ersten Lehrjahr der Verdienst überdurchschnittlich hoch ist.

Foto: Pixabay

Wie versuchen Sie, bei jungen Leuten Interesse zu wecken?

Wir versuchen alles! Wir sind viel in Schulen unterwegs, um die vielfältigen Handwerksberufe vorzustellen. Schüler müssen sich ausprobieren, weshalb wir dringend raten, mehrere Praktika zu machen. Nur so kann man feststellen, was einem Spaß macht oder vielleicht doch nicht liegt. Die Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Ausbildung ist, dass man seinen Beruf gerne macht. Vom 10. bis 12. Oktober 2019 hat am Flughafen wieder die Berufsorientierungsmesse „berufsfit“ stattgefunden, wo Jugendliche in lockerer Atmosphäre mit potenziellen Arbeitgebern und Ausbildern in Kontakt treten konnten. Von der Gastronomie und Hotellerie über Landschaftsbetriebe, Zoll und Polizei bis hin zur Automobilindustrie und anderen technischen und mechanischen Betrieben und Dienstleistern der Region war alles dabei – wir natürlich auch. Aber wir müssen künftig mehr an die Eltern herantreten, denn die ziehen einen Handwerksberuf für ihren Nachwuchs oft gar nicht in Betracht, da sie für ihn ein Studium vorgesehen haben.

 

Kann man nicht auch Lehre und Studium verbinden?

Na klar, mit der dualen Ausbildung, die erst in den vergangenen Jahren eingeführt wurde, um Handwerksberufe attraktiver zu machen. Die duale Ausbildung dauert zwar ein Jahr länger, aber dafür hat man dann beispielsweise eine Ausbildung zum Maurer mit einem abgeschlossenen Ingenieurstudium. Das ist ein tolle Sache, auch für Gymnasiumabbrecher, die mittlerweile fast die Hälfte unserer Nachwuchskräfte ausmachen. 

In vielen Handwerksberufen sind Mädchen immer noch unterrepräsentiert. 
Foto: Fotolia

Welche Möglichkeiten bieten sich nach abgeschlossener Ausbildung?

Die Ausbildung kann man auch verkürzen, wenn man fit ist. Und danach kann man sich zum Meister fortbilden. Nach bestandener Prüfung gibt’s sogar einen Zuschuss von 2000 Euro von der Regierung, und man hat die Hochschulreife und kann studieren – auch wenn man mit einem Mittelschulabschluss eingestiegen ist. Wer einen Betrieb gründen, führen oder übernehmen will, für den bietet sich ein Meisterabschluss auf jeden Fall an. Dieser wird nun auch in zwölf Berufen wieder eingeführt – wie bei Fliesenlegern, Trockenbauern, Raumausstattern oder Orgelbauern – weil man erkannt hat, dass das sehr wohl einen Sinn hat. Denn die rot-grüne Bundesregierung hatte 2004 bei 54 Berufen die Meisterpflicht zur Betriebsgründung gestrichen. 

Interview: Michaela Strassmair

Solarkreismeister und E-Bikes

Die Energiewende im Landkreis Freising soll durch vielfältige Maßnahmen erreicht werden

Die Wunder vollziehen sich im Kleinen.“ Übertragen auf die Energiewende in Stadt und Landkreis Freising lässt sich der christliche Spruch in etwa so interpretieren, dass auch kleine Fortschritte irgendwann einmal zum Ziel führen. Denn am ganz großen Rad zu drehen, tut man sich im Landkreis Freising schwer, was sich gut an den Protesten gegen das Aufstellen von Windrädern beobachten lässt. Aber zumindest zwei auf einsamer Flur stehende Türme haben es schon durch die bürokratischen Instanzen geschafft, obgleich ein Gutachten 16 potenzielle Standorte für solche Anlagen ermittelt hat. Immerhin versorgt ein Windrad bis zu 2500 Haushalte mit Energie, je nach Art der Berechnung. Aber wie es halt so ist: Fast alle sind für die Energiewende, aber wenn es konkret wird, sehen es die Betroffenen „plötzlich viel differenzierter“, wie ein Landrat einmal höflich formulierte. 

Im Freisinger Energielokal gibt es fachkundige Beratung zu allen Fragen in Sachen Stromsparen, baulicher Wärmeschutz, Haustechnik, regenerative Energien, Heizkostenabrechnung und mehr.

Foto: Paul Kannamüller

Förderprogramme

Konzentrieren wir uns an dieser Stelle also lieber auf die kleinen „Wunder“, die in Stadt- und Landkreis Freising auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien geschehen. So hat etwa die Stadt Freising die Anschaffung von drei E-Bikes und eines Schwerlastenfahrrads zur dienstlichen Nutzung bekanntgegeben, außerdem die Ausstattung einer Tiefgarage mit Ladesäulen. Um Anreize zum nachhaltigen Mobilitätsverhalten zu schaffen, hat die Stadt jetzt auch ein kommunales Förderprogramm für elektrisch und muskelbetriebene Lastenfahrräder aufgesetzt. Außerdem gibt es finanzielle Anreize für die Stilllegung eines PKWs, für einkommensschwache Haushalte sowie für sogenannte Sharing-Fahrzeuge, die von mehreren Personen genutzt werden.

Voraussetzung für die Förderung von E-Vehikeln ist allerdings der Bezug von Ökostrom; entsprechende Anträge können seit 1. September von allen Freisingern gestellt werden. Zum Mobilitätskonzept der Stadt Freising gehört nicht zuletzt die Öffnung von  Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr. Nicht zu vergessen die kostenlose und unabhängige Energieberatung im sogenannten Energielokal am Rindermarkt 5, das jeden 4. Donnerstag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet hat.

Egal, ob es dabei um Stromsparen, Heizkostenabrechnung, baulichen Wärmeschutz, Haustechnik oder um regenerative Energien geht: Hier helfen Energieberater mit ihrer Expertise. Voranmeldungen unter Telefon 08161/5446110 oder per E-Mail an klimaschutz@freising.de

Bei Biogasanlagen zeigt der Trend nach oben. 
Foto: Paul Kannamüller

Klimaschutzbündnis

Vor gut zehn Jahren fasste der Kreistag Freising den sogenannten Energiewendebeschluss, der besagt, dass der gesamte Landkreis bis 2035 mit erneuerbaren Energien  versorgt werden soll. An diesem ambitionierten Projekt arbeiten aktuell 18 Kommunen mit, die sich in einem Klimaschutzbündnis zusammengeschlossen haben. Aktuell werden etwa 70 Prozent  des benötigten Stroms im Landkreis aus erneuerbaren Energien erzeugt. „In den Bereichen Wärmeversorgung und Verkehr haben wir allerdings noch immensen Aufholbedarf“, mahnt Landrat Josef Hauner. Vorzeigegemeinde im Landkreis Freising ist Wang, wo im Verhältnis zum eigenen Verbrauch nicht nur mit Abstand am meisten E-Strom produziert wird, sondern der „Solarkreismeister“ auch beim Zubau von Photovoltaik-Anlagen und bei Neuzulassungen von E-Fahrzeugen glänzt. Insgesamt zwölf der 24 Landkreis-Kommunen versorgen sich inzwischen selbst komplett über erneuerbare Energien. Interessant in diesem Zusammenhang: Für den Landkreis existiert ein sogenanntes Solarpoten-zialkataster, wo man mit wenigen Klicks eine Analyse erhält, „ob und wie Ihr Dach für die Nutzung von Sonnenenergie geeignet ist“.

Nichtsdestotrotz stellt Andreas Henze von der Solarregion Freising in einer neu aufgelegten Broschüre fest: „Die Energiewende tritt auf der Stelle. Wir müssen jetzt richtig Gas geben.“ Die „Solarregion Freisinger Land“ ist ein Zusammenschluss der Vereine Solarfreunde Moosburg, Sonnenkraft Freising und des Landratsamts. Die regelmäßige Auslobung der Solarkreismeister sei dabei ein wichtiger Baustein, um das kommunale Engagement auf diesem Gebiet zu würdigen, heißt es.

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch von den Straßen des Landkreises, auf denen derzeit mehr als 400 elektrisch betriebene Fahrzeuge unterwegs sind oder für sie zugelassen sind. Für die Aufladung ihrer Akkus stehen insgesamt 26 Ladesäulen zur Verfügung. Teils können die E-Auto-Lenker ihre Gefährte an den Ladesäulen auch kostenlos „betanken“.    

Der Trend zeigt auch bei Biogasanlagen nach oben, in denen aus organischen Stoffen Strom und Wärme erzeugt werden. Im Landkreis Freising sind zurzeit 22 solcher Anlagen in Betrieb, die hauptsächlich nachwachsende Rohstoffe verarbeiten; nur ein kleiner Teil (8 Prozent Mist und Gülle) stammt aus der Viehhaltung. Für die nachwachsenden Rohstoffe wird eine Fläche von insgesamt etwa 1200 Hektar benötigt, das sind etwa 1,5 Prozent der Landkreisfläche; insgesamt erzeugen die Biogasanlagen rund fünf Prozent des Stromverbrauchs. Mit der anfallenden Wärme werden in erster Linie die Gebäude der Landwirte und eventuell noch die der Nachbarn beheizt, wie es in einer Info-Broschüre heißt. Bei der Energiewende setzen Experten übrigens auf einen Energiemix, weil so am besten die selbst gesteckten Ziele erreicht werden könnten. 
Paul Kannamüller