Anzeigensonderveröffentlichung

Balkon & Garten

Gefragt auf der großen Wiese: Sanguisorba officinalis

Die Loki-Schmid-Stiftung ernennt den Großen Wiesenknopf zur Blume des Jahres – die Pflanze wächst gerne im Süden von Deutschland

Der Große Wiesenkopf in voller Blüte. – Foto: Karin Rollett-Vlcek

Die Halme wiegen sich im Wind. Blütenreich und duftend liegt die Wiese vor uns. Über ihr schweben bunte Falter, der vielstimmige Chor der Heuschrecken erfüllt die Luft. Bei jedem Schritt springen und flattern Insekten davon. Bald wird die Wiese gemäht. Das getrocknete Heu dient später dem Vieh als Futter…

Extensives, also schonend genutztes Grünland ist heutzutage nur noch selten aufzufinden. Dabei zählt es zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Ihr Blüten- und Strukturreichtum bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Darunter zum Beispiel dem Kiebitz und anderen Wiesenvögeln, seltenen Schmetterlingsarten und Pflanzen wie Schlangen-Knöterich, Kohl-Kratzdistel sowie dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) – der Blume des Jahres 2021. Sie und ihre Begleitarten sind auf spezielle, feuchte bis nasse Wiesen angewiesen, die nur extensiv genutzt werden. Aufgrund der maschinell schwierig durchzuführenden Bewirtschaftung und des relativ geringen Ertrags wurde vielerorts die klassische Heugewinnung auf solchen Wiesen aufgegeben. Unter den heutigen Marktbedingungen sind sie unwirtschaftlich geworden. Stattdessen werden viele dieser Wiesen heutzutage intensiv beweidet, massiv entwässert oder zu Äckern umgestaltet. Anderenorts wurde die Bewirtschaftung ganz aufgegeben. Schilf, Hochstauden und Gehölze traten an die Stelle der bunten Wiesenblumen.

Sanguisorba officinalis blüht in der Regel zwischen Mitte Juni und Mitte September und fällt durch seine dunkelroten, kopfigen Blütenstände auf. Pro Blütenstand wachsen 20 bis 40 Einzelblüten, die zwittrig sind und stets von der Spitze zur Basis hin aufblühen. Die Bestäubung erfolgt schließlich durch verschiedene Insekten wie Fliegen- und Bienenarten. Bleibt der Insektenbesuch mal aus, kann sich die Art auch selbst bestäuben.

Im Süden Deutschlands verbreitet

Nach der Blüte bilden sich im Herbst kleine hell- bis dunkelbraune Nussfrüchte aus, die dann durch Wind, Wasser oder Wildtiere ausgebreitet werden. Der Wiesenknopf kann sich aber auch vegetativ, also ohne Samen vermehren. Dafür bildet er unterirdische Wurzelausläufer (sogenannte Rhizome) aus. Die Rhizome dienen zusätzlich noch als Speicher- und Überdauerungsorgan im Winter.

Im Bild nimmt ein Ameisenbläuling auf dem Köpfchen Platz. – Foto: J. Denstorf

Vom Hügelland bis in subalpine Höhenstufen wächst der Große Wiesenknopf auf sonnigen bis halbschattigen, wechselfeuchten Wiesen und feuchten Hochstaudenfluren. Er toleriert nährstoffreiche, basische aber auch magere und saure Bodenverhältnisse.

In Deutschland ist die Blume des Jahres vor allem im Süden weit verbreitet. Einige wenige Bestandslücken treten im deutschen Moseltal, geprägt von vielen Weinbergen an teils sehr steilen Hängen, im Bereich der oberen Donau, südwestlich von Ulm, und zwischen Neckar und Main südwestlich von Würzburg auf.

Mit der Benennung des Großen Wiesenknopfs zur Blume des Jahres möchte die Loki Schmidt Stiftung auf die komplexen Probleme der Intensivierung der Grünlandwirtschaft aufmerksam machen. Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft sind diese Lebensräume zwar weitgehend menschengemacht, haben sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt. Lebensräume wie diese zeigen, welch hohe Verantwortung wir übernehmen, wenn wir die Landschaft um uns herum überformen.