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Schmerz lass‘ endlich nach!

Läufer leiden oft unter einem Fersensporn – durch Vorbeugung lässt er sich vermeiden

Schmerz lass‘ endlich nach!

Foto: Adobe Stock

Plötzlich ist Laufen nicht mehr das Vergnügen, das es bislang war. Denn schon bei den ersten Schritten beginnt es in der Ferse heftig zu stechen und zu bohren. Womöglich lässt der unangenehme Schmerz nach einigen hundert Metern wieder nach. Doch bald dauert es immer länger, bis er vergeht – oder ein vorzeitiges Trainingsende erzwingt. Zudem macht sich der Schmerz nun auch im Alltag bemerkbar, besonders morgens nach dem Aufstehen. Dann kann es sein, dass man zunächst nur auf der Außenkante des Fußes auftreten kann. Das sind die typischen Symptome des Fersensporns oder der Plantarfasziitis beziehungsweise des Kalkaneussporns, wie die Mediziner sagen. Hiervon sind rund zehn Prozent der Deutschen betroffen, passionierte Läuferinnen häufiger als Nicht-Läufer.

Von außen ist dem Fuß nichts anzusehen. Denn es ist nicht der Fersensporn selbst, der für die Beschwerden verantwortlich ist. Tatsächlich kommt es vor, dass der Betroffene gar nichts von einem Sporn in seiner Ferse weiß, bis er zufällig im Röntgenbild entdeckt wird. Hat sich jedoch eine Entzündung im umliegenden Gewebe entwickelt, treten Schmerzen auf.

Knöcherne Auswüchse können an verschiedenen Stellen am Fersenbein entstehen. Der plantare (fußsohlenseitige) und deshalb als „unterer Fersensporn“ bezeichnete Anbau kommt mit Abstand am häufigsten vor: Der Sporn hat sich an der Unterseite des Fersenknochens am Ansatz der Plantarfaszie gebildet – das ist die fächerförmige Sehnenplatte, die sich längs der Fußsohle von der Ferse bis hin zur Fußspitze spannt und das Fußgewölbe stützt. Der dorsale (rückseitige) Fersensporn befindet sich auf der Rückseite des Fersenbeins am Ansatz der Achillessehne und wird auch „oberer Fersensporn“ genannt. Welche Art von Fersensporn vorliegt, lässt sich oft bereits durch Druck auf die betroffene Stelle ermitteln. Beim unteren Fersensporn löst er typischerweise Schmerzen an der Fußsohle direkt unterhalb der Ferse aus. Beim oberen Fersensporn ist es der hintere obere Bereich der Ferse um den Ansatz der Achillessehne, der druckschmerzhaft reagiert.

Chronische Überbeanspruchung

Ein Fersensporn ist fast immer die Folge einer chronischen Überlastung, selten ist er angeboren. Neben Läufern sind oft auch Menschen betroffen, die berufsbedingt viel stehen müssen. Zudem können die Füße durch Übergewicht, Bewegungsmangel und Fußfehlstellungen übermäßig beansprucht werden. Darüber hinaus wirken sich ein Beckenschiefstand und andere Fehlhaltungen des Bewegungsapparats negativ auf die Druckverhältnisse in den Füßen aus. Auffällig auch: Sportler, allen voran Läufer, die vor dem Training auf ein Warm-up verzichten, um Muskeln und Sehnen ihrer Beine und Füße auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten, leiden überdurchschnittlich oft unter einem Fersensporn. „Paradoxerweise können auch Läufer eine verkürzte Wadenmuskulatur haben. Dies setzt die Sehnen im Fuß unter eine Dauerspannung, was dann der Entstehung eines Fersensporns Vorschub leistet“, ergänzt Dr. Steffen Zenta, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum im Helios in München.

Eindämmung der Entzündung

Steht vor allem die Plantarfaszie unter Zug, kann es zu einer chronischen Reizung an ihrem Ansatz am Fersenbein kommen, die schließlich in eine manifeste Entzündung, eine Plantarfasziitis, mündet. Beim dorsalen Fersensporn sind es meist der unter der Achillessehne gelegene Schleimbeutel oder auch die Achillessehne selbst, die mit einer Reizung oder Entzündung reagieren. Und weshalb entwickelt sich ein Fersensporn? „Der Fersensporn ist eine Art Entlastungsreaktion des Körpers: Er lagert Kalk in den Sehnenansatz ein, um auf diese Weise der übermäßigen Zug- und Druckbelastung entgegenzuwirken. Aus diesen Ablagerungen formiert sich mit der Zeit der Fersensporn“, sagt Dr. Zenta. Es kann aber auch umgekehrt sein: Erst hat sich ein Fersensporn gebildet, dann folgt die Entzündung.

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Auch wenn die Vorstellung, einen Sporn an der Ferse zu haben, unangenehm ist – nicht der knöcherne Auswuchs, sondern die Entzündung steht im Fokus der Behandlung. Generell gilt: Bei akuten Beschwerden muss eine Laufpause eingelegt werden. Zur Druckentlastung der Ferse haben sich gepolsterte Fersenkissen und eine leichte Absatzerhöhung bewährt. „Im Idealfall genügen diese Maßnahmen bereits, um das Gewebe um den Fersensporn zu beruhigen und die Entzündung zum Abklingen zu bringen“, sagt Dr. Zenta. Eine weitere Therapieoption sind individuell angepasste Einlagen, die bei Läufern zudem einer Ermüdung der Fußmuskulatur entgegenwirken können. „Ganz wichtig ist, dass die Einlage nirgends drückt, um die Sehne nicht weiter zu reizen“, betont Dr. Zenta. Deshalb bietet es sich gegebenenfalls an, das individuelle Fußverhalten mithilfe einer elektronischen Fußdruckmessung zu erfassen: vom dynamischen Abrollvorgang bis hin zu den Druckverhältnissen der Füße im Stand und in der Bewegung. Die ermittelten Daten liefern dann die Grundlage für die Fertigung von Einlagen, die passgenau auf die Bedürfnisse der Füße abgestimmt sind. Ergänzt werden die Entlastungsmaßnahmen durch eine Physiotherapie. Sind die Schmerzen sehr heftig, kommen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente oder auch Injektionen direkt ins Schmerzgebiet zum Einsatz.


Bleiben auch diese Maßnahmen ohne Erfolg, kommen Verfahren infrage, die mit Ultraschallwellen, Laser oder niedrig dosierte Röntgenstrahlen arbeiten. Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist ebenfalls eine Option. „Aber auch die Anwendung von Stoßwellen zielt nicht auf eine Zertrümmerung des Fersensporns ab, sondern auf die Bekämpfung der Entzündung“, erklärt Dr. Zenta. Eine Operation sei bei einem Fersensporn dagegen die absolute Ausnahme.

Und was können Läufer tun, damit ein Fersensporn gar nicht erst entsteht? Ihnen rät der Sportmediziner, möglichst auf wechselndem Untergrund zu laufen und jede Laufeinheit konsequent mit einem Warm-up zu beginnen und einem Cool-down zu beenden. Im Vordergrund sollten dabei Dehnübungen insbesondere der rückseitig des Oberschenkels gelegenen Hamstring-Muskulatur und der Wadenmuskulatur stehen. Ergänzend sei ein Trainingsprogramm empfehlenswert, mit dem die Waden- und Fußmuskulatur ebenfalls gezielt gedehnt und so den Spannungszuständen auf die Sehnen im Fuß effektiv entgegengewirkt werde. „Auch Übungen zur Beckenmobilisation haben sich bewährt“, so Dr. Zenta. Im Übrigen sei es zum Schutz vor einer Überbelastung wichtig, immer mal wieder eine Ruhepause einzulegen: „Für die meisten Hobbyläufer sind drei bis vier Laufeinheiten pro Woche optimal“.


Dr. Nicole Schaenzler

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