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Fürstenfeldbruck erleben

Flanieren in herbstlicher Stadtkulisse

Ein Tag reicht gar nicht aus, um Fürstenfeldbruck und seine Freizeitmöglichkeiten zu erkunden

Die Amper ist immer wieder Foto: Bildnachweis

Eigentlich hätte Fürstenfeldbruck am Samstag, 24. Oktober, zu einem Einkaufsbummel eingeladen. „Kauf in Deiner Stadt“ lautete das Motto, mit dem die lokalen Geschäfte unterstützt werden sollten. Doch das Corona-Virus hat der Aktion einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da der 7-Tages-Inzidenzwert die Zahl von 100 überschritten hat, mussten alle Sonderaktionen, wie etwa Motto-Spaziergänge, Verkostungen oder Veranstaltungen für Kinder abgesagt werden.

Macht nichts! denn die Geschäfte und Restaurants in Fürstenfeldbrucks Innenstand sind natürlich trotzdem unter den geltenden Corona-Hygienebestimmungen für ihre Kunden da. Niemand hat angeordnet, dass nicht eingekauft und in den Restaurants genossen werden darf. Schließlich geht die Jahreszeit sanft auf den Advent zu. Was gibt es da schöneres, als einen Schaufensterbummel zu unternehmen, sich zu Weihnachtsgeschenken inspirieren zu lassen und in das ein oder andere Geschäft hineinzugehen und etwas Ungewöhnliches zu kaufen? 

Das Modehaus Fuchsweber ist eine Institution in Fürstenfeldbruck.
Foto: P. Bierl

Mit einer Maske ist der Kunde König. Nicht vergessen: eineinhalb Meter Abstand gelten in den Geschäften, in manchen sogar zwei Meter. Am Eingang hängen stets Schilder, wieviele Kunden eintreten dürfen. Die Hände werden beim Betreten desinfiziert und wenn es streng nach Regel geht auch beim Verlassen des Geschäfts. 

In den Restaurants gilt nach wie vor: Beim Betreten und beim Laufen durch den Raum und zur Toilette muss die Maske vor Nase und Mund, am Tisch beim Essen und Trinken darf sie wieder herunter. Bei der aktuell gültigen Alarmstufe „Dunkelrot“ wird die Sperrstunde allerdings auf 21 Uhr vorgezogen. Zudem dürfen keine Veranstaltungen über 50 Personen stattfinden (außer Gottesdienste und Demonstrationen).

In jedem Fall bietet Fürstenfeldbruck viele Möglichkeiten für einen Spazierbummel durch die Stadt. Das historische Zentrum mit dem alten Rathaus und den Bürgerhäusern bietet eine ansprechende Kulisse für einen Streifzug in herbstlicher Kulisse, ebenso wie das modern gestaltete Zentrum Buchenau am Geschwister-Scholl-Platz im Westen der Stadt, direkt an der S-Bahn gelegen. Bei einem Rundgang kann man in den Cafes und Lokalen heimische und internationale Spezialitäten genießen. 

Nicht versäumen sollte man einen Abstecher auf Spazierwegen über die Amper zum ehemaligen Barockkloster Fürstenfeld, einem Hauskloster der Wittelsbacher. Dort befindet sich heute das Veranstaltungsform, als kulturelles Herz der Stadt, das Museum der Stadt sowie ein kleines Energiemuseum, denn Bruck zählte dank Oskar von Miller zu den ersten Kommunen der Welt, die elektrifiziert wurden, und schließlich das Kunsthaus Fürstenfeldbruck sowie zwei gastronomische Betriebe. 
Sehr zu empfehlen ist auch ein Rundgang durch die historische Klosterkirche.

Hurzlmeier Malerei

Das Kunsthaus präsentiert derzeit eine Ausstellung mit ausgewählten Cartoons und Komischer Malerei des international bekannten Münchner Karikaturisten Rudi Hurzlmeier. Er veröffentlicht in zahllosen Magazinen und dem Satireblatt Titanic regelmäßig aktuelle Arbeiten. Der vielfach ausgezeichnete Künstler wurde unlängst bei einer Preisverleihung auch als „Raffael der komischen Malerei“ gewürdigt. Bei der Ausstellung im Kunsthaus wird eine Buchveröffentlichung seiner Arbeiten mit dem Titel „Hurzelmeiermalerei“ neu aufgelegt. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 1. November, zu sehen.

Das Museum

Auf einzigartige Weise präsentiert das Museum Fürstenfeldbruck seinen Besuchern regionale Geschichte. Die Einrichtung beherbergt Abteilungen zur Vor- und Frühgeschichte sowie den Zeiten der Kelten, Römer und Bajuwaren in der Gegend. Eine weitere Ausstellung gewährt Einblicke in das Leben in der Marktgemeinde um 1900. Ein großer Schwerpunkt ist die Geschichte von Kloster Fürstenfeld. Eine modern konzipierte Darstellung im Erdgeschoss des Hauses würdigt die Rolle des Zisterzienserklosters von den Anfängen bis zur Säkularisation. Originale Objekte und der Einsatz neuer Medien ermöglichen einen facettenreichen Blicke auf das Leben im Kloster, die Spiritualität und Geschäftstüchtigkeit des Ordens und das Verhältnis des Konventes zum Landesherren. Glanzlichter der Ausstellung sind die Figuren vom einstigen Stiftergrabmal der Wittelsbacher und Skulpturen und Tafelbilder des spätgotischen Hochaltars der Klosterkirche, die als Meisterwerke spätmittelalterlicher Kunst in Süddeutschland gelten.

Porträt der Maria Gögler von Maria Eberhard aus den 1920er Jahren. 

Gruppenbild der Malschule Heymann

Fotos: Privatbesitz/Wolfgang Pulfer; prjivat

Ab 20. November präsentiert das Museum eine neue Sonderausstellung unter dem Titel „Frau darf... 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie“. Anlass ist die Zulassung von Frauen an der Akademie der Bildenden Künste in München als Studierende vor 100 Jahren. Gezeigt wird, welchen Themen sich die Frauen widmen und wie sich das Selbstverständnis der Frauen in der Kunst wandelte. Dargestellt werden die Bedingungen an der Akademie und wie hart umkämpft der Kunstmarkt in den 1920er Jahren war. Gezeigt wird die kurze Phase, in der Künstlerinnen versuchten, sich zu etablieren bevor der weibliche Aufbruch von den Nationalsozialisten wieder erstickt wurde. Der Besuch des Museums ist ohne Voranmeldung möglich, es gelten die erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Veranstaltungsforum

Auf dem Gelände des Klosters befindet sich auch das Veranstaltungsforum der Stadt, das Konzerte, Theater und Kabarett, aber auch Räume für Veranstaltungen und Seminare bietet. Als Überraschungsgast beim Leonhardi-Hoagart am Samstag, 24. Oktober, wird Andreas Martin Hofmeir auftreten und mit tiefen Tönen und Anekdoten über sein Blech-Ungetüm begeistern. Der Tubastar spielte bei La Brass Banda, ist Professor für Tuba an der Universität Mozarteum in Salzburg und tritt weltweit mit klassischen Orchestern auf. Dazu gastiert das Trio „Scheineilig“, das sich selbst als „wohl erstes und kleinstes Volxmusik-Salonorchester“ bezeichnet. Mit Trompete, Akkordeon und Helikon kombinieren sie die unterschiedlichsten Klänge: Smetana tanzt Zwiefache, Harry Potter trifft auf Dr. Mabuse und ein Müller läuft vor der Digitalisierung davon. Und schließlich wird das „Lanzinger Trio“ mit Zither, Hackbrett und Gitarre 70 Jahre Popmusikgeschichte durch handwerkliche Meisterschaft zu einem mitreißenden Klangteppich verweben. Die Moderation übernimmt Ulrich Habersetzer (BR). Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Kleinen Saal. Die Veranstaltung findet ohne Pause statt, es besteht permanente Maskenpflicht.

In der Hauptstraße lässt sich gut bummeln - manchmal reicht die Sonne noch für einen Kaffee im Freien.

75 Jahre Pelz Berthold

Das Pelzgeschäft Berthold in der Augsburger Straße im Zentrum von Fürstenfeldbruck feiert heuer sein 75-jähriges Jubiläum. Der Kürschnermeister Josef Berchtold, Großvater von Wolfgang Lastner, dem heutigen Firmeninhaber, gab dem Betrieb seinen Namen. Gegründet wurde die Firma 1945 in Bruck. Seit dieser Zeit absolvierten im Ausbildungsbetrieb Berchtold viele Pelznäherinnen und Kürschner ihre Lehrzeit. Die Tochter Edeltraud Lastner absolvierte 1964 ihre Meisterprüfung als Kammerbeste in der damaligen Männerdomäne mit hoher Auszeichnung. Sie führte den Familienbetrieb weiter bis Kürschnermeister Lastner 1995 den Betrieb übernahm. Seit dieser Zeit wurde die Firma bei zahlreichen Modellwettbewerben mit Goldmedaillen und Urkunden für herausragende Leistungen in Design und Verarbeitung ausgezeichnet. Das Unternehmen verarbeitet Pelze unter dem We Pre Fur-Siegel, das der Zentralverband des Kürschnerhandwerks seit 2016 vergibt. Die Abkürzung kombiniert das englische Verb „to prefer“ für „etwas bevorzugen“ mit dem Begriff „fur“ für Pelz oder Fell. Die Pelze stammen ausschließlich von heimischen Raubtieren, die von Jägern im Rahmen der Regulierung des Bestandes erlegt wurden. Deren Felle wurden bislang meist ungenutzt weggeworfen.

400 Jahre Hotel zur Post

Das Hotel Post in Fürstenfeldbruck kann inzwischen auf eine knapp mehr als 400-jährige Geschichte zurückblicken. 1619 erwarb Michael Weiß ein Kramerhaus in Bruck und in den folgenden Jahren noch vier Nachbarhäuser am Marktplatz dazu. Seinen Sohn Paul Weiß ernannte die „Fürstliche Administration von Thurn und Taxis” zum Posthalter auf der Strecke von München nach Augsburg. Bruck war neben Merching die zweite Station zum Wechseln der Pferde, die etwa alle 25 Kilometer ausgetauscht werden mussten.

Bildunterschrift
Foto: Bildnachweis

Der Reichspostmeister war so zufrieden mit Weiß, dass er der Familie das Amt in Erbfolge übertrug. Der Posthalter musste für frische Pferde sorgen und Kutschen instand halten. Für Verspätungen wurde er bestraft, denn es gab schon feste Fahrpläne und eine Expresspost. Die Posthalterei umfasste einen Gasthof für die Reisenden und eine ausgedehnte Landwirtschaft, schon um die Pferde mit Heu zu versorgen. Der innovative und umtriebige Louis Philipp Weiß (1764 bis 1824), Posthalter zur Zeit Napoleons, erfand einen Schneepflug und führte den Anbau von Kartoffeln in Bruck ein. 1818 wurde er Abgeordneter in der Ständeversammlung. 

Am Karsamstag 1923 fuhr die letzte Postkutsche nach Maisach zur Bahnstation ab, 1932 wurde das Postamt verlegt, 1937 der Paketdienst eingestellt. Die Familie Weiß konzentrierte sich fortan auf die Gastronomie und die Landwirtschaft. 2001 wurde das Haus in die europaweite Kooperation der Romantik-Hotels aufgenommen. Die Zimmer sind im Biedermeier- oder englischen Landhausstil eingerichtet. Vom Schreiner eigens angefertigte Möbel harmonieren mit den bedruckten Stofftapeten und Stuckleisten an den Wänden. Einige Zimmer haben hohe zweiflüglige Holztüren. Alte Ölgemälde und Fotografien verweisen auf die Geschichte, die Namen mancher Räume auf prominente Besucher wie den Erfinder und Gründer des Deutschen Museums, Oskar von Miller, den bayerischen König Ludwig III., der als junger Leutnant der Brucker Infanteriegarnison seine Privilegien genoss und im feinen Gasthof nächtigte, oder die österreichische Kaiserstochter Marie Louise, die am 19. März 1810 auf ihrer Reise nach Paris, wo sie mit Napoleon verheiratet wurde, in Bruck nächtigte. Der Posthalter musste für die Karossen der Reisegesellschaft 400 Pferde bereithalten. Sogar Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI, hat 1978 in dem Hotel nahe der Amper geschlafen.

Endergebnis Stadtradeln

Eine Shoppingtour in Bruck lässt sich auch mit dem Fahrrad bequem erledigen. Wie viele Möglichkeiten, Lebensfreude und mehr Bewegung es bringt, sich auf diese Weise fortzubewegen, zeigen die Teilnehmer der Aktion Stadtradeln, die das Klimabündnis der Kommunen alljährlich veranstaltet. Trotz der erschwerten Bedingungen wegen Corona, weshalb die Aktion auch vom Frühsommer in den Herbst verlegt werden musste, haben mehr als 500 Radlerinnen und Radler in Bruck in den drei Wochen vom 13. September bis zum 3. Oktober eine Strecke von 84.501 Kilometern zurückgelegt. Rein rechnerisch haben sie fast zweimal den Äquator umrundet und 12,4 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Der Sieg in der Kategorie der Teams mit den meisten Kilometern ging das dritte Jahr in Folge an das zahlenmäßig größte Team vom Graf-Rasso-Gymnasium mit 232 Schülern, Lehrern und Eltern, die 35.158 Kilometer zusammenbrachten. Der zweite Platz ging an das 14-köpfige Team des ADFC FFB, die gemeinsam 5900 Kilometer radelten. Den dritten Platz sicherte sich das Schleifring Biking Team mit 23 Radelnden und 5483 Kilometern. In der Kategorie Teams mit den meisten Kilometern pro Teilnehmer gewannt das Team „Habicht“ mit 503 Kilometern pro Kopf. Es besteht aus dem Ehepaar Weigelt, die ihre Rentnerzeit und die Reisebeschränkungen für viele Radtouren im Landkreis nutzten. bip