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„Direkt am Fisch“

Eine Serie über Märkte der Zukunft, in die es sich zu investieren lohnt.

Teil 1/5

Foto: Lena Vermedal/ Alsaker Fjordbruk

Auf Bømlo, einer kleinen Insel im Süden von Norwegen, betreut Yvonne Sett etwa 600.000 Lachse. Dabei verlässt sie sich vor allem auf ihre Erfahrung und Intuition. Das könnte sich bald ändern. Denn Norwegens Lachszüchter wollen jetzt mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz mehr über ihre Fische und die Fjorde erfahren – für mehr Lachse und mehr Nachhaltigkeit.

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Lachszucht ist nichts für Weicheier. Das würde Yvonne Sett sofort unterschreiben. „Ich tausch‘ aber nicht“, sagt sie und grinst. Viel sieht man von der blonden Deutschen in ihrer Arbeitskluft nicht. Der schwere Overall mit integrierter Schwimmweste, dazu Gummistiefel, Handschuhe und Helm. „Vorschrift“, sagt sie. Wie so vieles hier. Der eisige Nordwind, der Yvonne das Regen- und Meerwasser ins Gesicht bläst, „gehört dazu“, sagt sie. Ebenso wie die sanften Hügelketten, die hier im Süden des Landes, den Fjord säumen.

Fest verankert im Fjord: die Netze für die Zuchtlachse. Foto: Grieg Seafood

Norwegen: einer der führenden Fischproduzenten weltweit

Quellen: OECD-FAO Agricultural Outlook 2018-2027 und WKÖ (2018)

Norwegen wird seine Produktion bis 2027 laut Schätzungen der OECD um über 200 Kilotonnen steigern, den Export sogar um fast 400 Kilotonnen. Bereits heute ist Fisch das zweitwichtigste Exportgut des Landes (10,9 Prozent im Jahr 2017), hinter den fossilen Energieträgern Erdöl und Gas.

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Yvonne steht am Steuer ihres Arbeitsschiffs mit dem großen Hebekran hinten drauf und nimmt Kurs auf die fest im Fjord verankerten Lachsanlagen. Sie liebt es, den ganzen Tag draußen in der Natur zu sein, „direkt am Fisch“, wie sie es nennt. Die klare Luft, das Wasser – genau dafür kam sie vor zehn Jahren aus Brandenburg nach Bømlo, auf die kleine Insel an der Westküste von Norwegen. Als „driftsleder“, deutsch: Operations Manager, ist die ehemalige Pharmazeutisch Technische Assistentin für drei Zuchtanlagen von Alsaker Fjordbruk, einem lokalen Lachszüchter, verantwortlich. Vier Männer hat sie in ihrem Team. Gemeinsam prüfen sie die Netze, kontrollieren das Futtersystem, vermessen und wiegen die Lachse. Auch an den Wochenenden. Immerhin tragen sie die Verantwortung für 600.000 Tiere, über deren Wohlergehen auch die norwegische Regierung mit weltweit kaum vergleichbaren Auflagen und Regularien wacht.

Foto: Lena Vermedal/ Alsaker Fjordbruk

„Es macht mich stolz, wenn ich große, gesunde Fische abliefern kann.“

– Yvonne Sett

Operations Manager bei Alksaker Fjordbruk

Während Wildlachse noch kleinere Fische jagen, sind Zuchtlachse Vegetarier

Das ist kein Zufall, denn die Lachsproduktion ist nach Erdöl der zweitwichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Rund 400 Millionen Zuchtlachse tummeln sich in den norwegischen Fjorden. Mit ihren wilden Artgenossen haben diese Fische nicht mehr viel gemeinsam. Während Wildlachse als Raubfische im Meer und in den Fjorden nach kleineren Fischen jagen, sind die Lachse aus industrieller Zucht Vegetarier.

Foto: Adobe Stock

Der Grund hierfür ist einfach: Die Aquakulturen sind zu groß, um den Bedarf an Fisch zu decken. Würden all diese Tiere Fisch fressen, wären die Meere bald leer. Die sogenannten Pellets, die Yvonne über ein automatisches Futtersystem in langen Schläuchen in ihren Anlagen verteilt, bestehen daher vor allem aus pflanzlichen Eiweißen und Ölen. Die Menge steuert sie über den Computer. Fressen die Fische langsamer, sind sie satt und die Zufuhr kann unterbrochen werden. Das spart Futter und schont die Umwelt.

Foto: Lena Vermedal/ Alsaker Fjordbruk

Was Yvonne immer noch vom Rand der Netze aus beobachtet, analysieren und steuern große Lachsproduzenten heute schon viele Kilometer weit entfernt von ihrer Firmenzentrale aus – über Bildschirme. Um die Tiere zu beobachten, haben sie ihre Netze mit Kameras ausgerüstet. Diese helfen ihnen auch dabei, Datenmaterial über das Verhalten der Lachse zu sammeln.

Fischfang vs. Aquakultur

Quellen: OECD/FAO, The State of World Fisheries an Aquaculture (SOFIA) 2018

Der Fischmarkt wird auch in Zukunft attraktiv bleiben, wovon die Produzenten in der entwickelten Welt besonders profitieren. Sie werden auch 2027 noch rund 64 Prozent des weltweiten Handels mit Speisefisch kontrollieren. Bis 2050 will das norwegische Fischereiministerium die „Produktion“ verfünffachen und die Wertschöpfung der Branche auf etwa 57 Milliarden Euro erhöhen.


Die individuellen Unternehmen peilen ebenfalls Wachstum an. Grieg Seafood etwa will seine Lizenzen bis zum Jahr 2020 voll ausreizen und die Produktion so von aktuell 65 000 Tonnen auf 100 000 Tonnen steigern.

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Material, das Norwegens Lachszüchter dringend benötigen, denn sie bereiten sich gerade mit Hochdruck auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vor. Die Aquakultur in den Fjorden ist noch lange nicht am Limit. Mit KI will das Land, das heute schon mehr als die Hälfte der weltweit gezüchteten Lachse produziert, seine „Produktion“ bis 2050 verfünffachen. „KI wird der Game Changer“, verspricht Andreas Kvame, der als CEO von Grieg Seafood einen der größten Lachsproduzenten des Landes lenkt. Beim Aquafarming will sich der 56-Jährige nicht mehr auf Intuition und Erfahrung verlassen. „Direkt am Fisch“ – das stellt sich der Firmenchef anders vor. Fakten und Daten, so hofft er, führen zu schnelleren und zuverlässigeren Ergebnissen. Was genau er damit meint, zeigt u.a. ein groß angelegtes Forschungsprojekt, bei dem Grieg Seafood und andere Lachsproduzenten das Computerprogramm IBM Watson mit Daten gefüttert haben. Mit dem Ziel, eines der dringlichsten Herausforderungen der Aquakultur zu lösen: Die Lachslaus. Der kleine Parasit, der sich unter die Schuppen der Fische saugt, kann immense Kosten verursachen. Und genau diese wollen Kvame und seine Mitstreiter künftig vermeiden.

„Wir haben noch viel spannende
Forschungsarbeit vor uns.“

– Andreas Kvame

CEO von Grieg Seafood

Computertechnik und KI-Projekte werden in Zukunft dabei helfen die Umwelt zu schonen und die Gesundheit der Lachse zu verbessen. Foto: Grieg Seafood

„Hat die Laus die Fische erst einmal befallen, können wir meist nur noch mit aufwändigen und teuren Maßnahmen reagieren“ sagt Yvonne. „Wir lassen Schiffe kommen, die die Lachse durch Wärmebecken schleusen und setzten Lippfische ein, die die Parasiten von den Lachsen picken“, erzählt sie. Andere Züchter vertrauen auf Medikamente, wieder andere auf Chemikalien. Die Rückkehr des „Lepeophtheirus salmonis“ kann Watson zwar auch nicht verhindern, doch sollten sich erste Ergebnisse bestätigen, erkennt der Superrechner eine mögliche Lausgefahr bereits ein bis zwei Wochen im Voraus. Denn vor Ankunft des Parasiten – so hat das intelligente System anhand von einer Vielzahl von Daten und deren Zusammenspiel erkannt – entwickeln sich im Wasser Wasserlilien. „Wenn wir den Level an Lachsläusen niedrig halten, müssen wir die Fische erst gar nicht behandeln. Das bekommt dem Lachs besser, senkt die Produktionskosten und beschert uns höhere Gewinne“, freut sich Kvame, für den sich Nachhaltigkeit und Gewinnmaximierung absolut nicht widersprechen.

Die meist verkauften Speisefische in DeutschLAND

Quellen: FIZ (Stand 2017)

Der leidenschaftliche Farmer, der sich in seiner Freizeit um 20.000 Obstbäume und 100 Schafe kümmert, weiß zu gut, dass es sich auszahlt, die vorhandenen Ressourcen zu schonen und langfristig zu denken – in der Landwirtschaft ebenso wie bei der Fischzucht. „Wir verstehen gerade mal 4 Prozent von dem, was unter Wasser vor sich geht. Da haben wir noch viel spannende Forschungsarbeit vor uns“, sagt Kvame.

Foto: iStock

An die Vorstellung, die Lachse vielleicht bald nur noch aus der Kameraperspektive zu beobachten, muss Yvonne sich zwar noch gewöhnen, doch für sie und ist vor allem eines entscheidend: „Die Fjorde, das Meer und diese unendlich klare Luft, all das muss bleiben“, sagt sie, „denn dann geht es auch den Lachsen gut. <>

Das Nordic Fish Farmer Index Zertifikat der Deutschen Bank

Die Fischereiindustrie wächst so schnell, dass viele Anleger sich nach Möglichkeiten umschauen, in diese zu investieren. Eine Möglichkeit ist es, Aktien der einzelnen Unternehmen zu kaufen, eine andere Indexzertifikate zu erwerben. Beispiele für solche Indexe sind der Deutsche Leitindex DAX oder, speziell für die Fischzucht, der Nordic Fish Farmer Index. Er bildet einige der größten Fischereibetriebe Skandinaviens ab.

Der Wert des Indexes steigt und fällt mit der Entwicklung der Aktien, die er enthält. Im Prinzip ist er so etwas wie ein Korb, in dem man mehrere Aktien packt. Um in den Index zu investieren, können Anleger ein sogenanntes Indexzertifikat erwerben. Dessen Wert bildet den des zugrundeliegenden Indexes eins zu eins ab. Brummt der Fischmarkt, schlägt sich das im Zertifikat nieder. 
Anfang 2018 war das Nordic-Fish-Farmer-Zertifikat noch 98,91 Euro wert. Mitte März 2019 notierte es bei 158,34 Euro, ein Plus von rund 60 Prozent. Allerdings schlagen sich natürlich auch Kursverluste des Indexes im Zertifikat nieder, dieses verliert dann an Wert.

 

Der Kauf ist einfach, da das Produkt börsennotiert ist. Das heisst, dass es genau wie eine Aktie gekauft oder verkauft werden kann. Der Emittent (also die Bank, die das Zertifikat ausgegeben hat) stellt börsentäglich Kauf- und Verkaufspreise. Der Zertifikatbesitzer kann das Produkt daher jederzeit kaufen oder verkaufen. Da das Zertifikat kein Laufzeitende hat, eignet es sich auch als langfristige Geldanlage.

Aufgenommen in den Nordic Fish Farmer Index werden nur Firmen, die eine gewisse Marktkapitalisierung erreicht haben, aktuell trifft das auf sieben Unternehmen zu. Sechs sitzen in Norwegen, eine auf den Färöer-Inseln in Dänemark. Viele der enthaltenen Unternehmen, etwa Mowi und Grieg Seafood, betreiben längst nicht nur Fischzuchtfarmen in Skandinavien, sondern sind weltweit aktiv, etwa in Schottland oder Kanada.

Enthaltende Aktien

Austevoll Seafood (Norwegen)

Austevoll Seafood wurde 1981 von den Brüdern Ole Rasmus Mogster und Helge Mogster gegründet. Die Firma agiert mittlerweile weltweit und hat sich in den vergangenen Jahren durch Zukäufe immer weiter vergrößert. So gehört unter anderem die peruanische Firma Austral mehrheitlich zu Austevoll. Auch an Leroy Seafood, ebenfalls im Nordic Fish Farmer Index enthalten, hält Austevoll eine Merhheitsbeteiligung. Zwischenzeitlich waren die Mogster-Brüder zwei der drei Milliardäre, die die norwegische Fischereiindustrie in der Vergangenheit hervorgebracht hat. 

Bakkafrost (Färöer-Inseln)

Bakkafrost ist das einzige nicht-norwegische Unternehmen im Nordic Fish Farmer Index. Die Brüder Hans und Martin Jacobsen gründeten die Firma 1968. Bis heute ist Bakkafrost in Familienhand, Hans‘ Sohn Regin leitet mittlerweile die Geschäfte. Das Unternehmen kontrolliert den Großteil aller Fischereilizenzen auf den Färöer-Inseln. 2014 wurden die Jacobsens die erste (Kronen-)Milliardärsfamilie der Inselgruppe, als ihre Aktienanteile an der Osloer Börse einen neuen Rekordstand erreichten.

Grieg Seafood (Norwegen)

Die in Bergen ansässige Firma Grieg Seafood wurde 1992 gegründet. Seine heutige Größe erreichte das Unternehmen aber erst 2006, als es mit der Volden Group fusionierte. Wie viele andere norwegische Fischunternehmen ist Grieg nicht nur in Norwegen selbst, sondern auch in Schottland – speziell auf den Shetland-Inseln – und in Kanada aktiv. Größter Anteilseigner ist die Grieg-Familie, rund ein Viertel der Aktien ist im Besitz von Mowi, einem anderen Unternehmen im Nordic Fish Farmer Index.

Leroy Seafood (Norwegen)

Die Firma kann ihre Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals habe der Fischer Ole Mikkel Leroen begonnen, seinen Fisch auf dem Markt in Bergen zu verkaufen. Aus seinem Geschäft ging Leroy Seafood hervor, heute der zweitgrößte Lachs- und Forellenproduzent der Welt. Nach eigenen Angaben war Leroy auch die erste Firma, die Lachse mit einem ASC- Zertifikat anbot, einem Nachhaltigkeitslabel, dass an Fisch- und eeresfrüchteproduzenten vergeben wird.

Mowi (Norwegen)

Mowi (bis Anfang 2019 unter dem Namen Marine Harvest bekannt) ist der weltweit größte Produzent von Zuchtlachs. Die Firma besitzt Fischfarmen auf der ganzen Welt, von Norwegen bis nach Chile. 2017 setzte sie etwa 3,5 Milliarden Euro um. Sie übernimmt die gesamte Fischproduktion im eigenen Haus, züchtet und verarbeitet die Tiere und vertreibt die fertigen Produkte am Ende. Mowi in seiner heutigen Form entstand im Jahr 2006, als die beiden norwegischen Fischereiunternehmen Pan Fish und Fjord Seafood sich mit der schottischen Marine Harvest zusammenschlossen.

Norway Royal Salmon (Norwegen)

Norway Royal Salmon wurde 1992 gegründet, als sich 34 unabhängige norwegische Lachsfarmer zusammentaten. Mit 70.000 verkauften Tonnen pro Jahr gehört die Firma zu den größten Lachshändlern der Welt. 2011 geriet Norway Royal Salmon mit dem norwegischen Königshaus in Streit. Auslöser war der Begriff Royal im Firmennamen. Die Verantwortlichen der Fischereifirma beriefen sich auf eine mündliche Vereinbarung mit dem Königshaus aus der Gründungszeit, laut der sie sich „Royal“ nennen durften, solange es nicht der erste Teil des Namens sei. Eine offizielle Bestätigung für diese Vereinbarung gab es nie, der Streit wurde aber trotzdem beigelegt.

Salmar (Norwegen)

Salmar wurde 1991 gegründet, während einer der turbulentesten Perioden, die die norwegische Fischereiindustrie jemals erlebt hat. Zu der Zeit brach unter anderem die Verkaufsorganisation der Fischfarmer zusammen. Die Krise war einer der Beweggründe für die Industrie, mehr Teile der Fischverarbeitung selber zu erledigen, anstatt diese auszulagern. Salmar nutzte diese Entwicklung, um in kurzer Zeit zum drittgrößten Produzenten für Atlantiklachs in Norwegen zu werden. Heute produziert die Firma über 120.000 Tonnen Fisch im Jahr.

Indexzertifikate sind eine günstige Möglichkeit, von einer Marktentwicklung zu profitieren, günstiger als der Kauf aller Einzelaktien und auch mit weniger Risiko behaftet. Schließlich hängt Wohl und Wehe des Indexes nicht nur von einem Unternehmen ab. Kaufen kann das Zertifikat jeder, der ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker besitzt. Finden kann der Anleger das Papier am Einfachsten über die Wertpapierkennnummer (DM9SEA), ein Identifikationsmerkmal, das jedes Wertpapier erhält, ob Aktie oder Zertifikat.

Erfahren Sie hier alle Details zum Nordic Fish Farmer Zertifikat

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