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WIR IM DACHAUER LAND

Kanäle als technisches Kunstwerk

Die Wasserstraßen im Dachauer Land sind international anerkannte Denkmäler – sie verbinden die Schlösser Nymphenburg, Schleißheim und Dachau

Die Kanäle reizen zum Spaziergang. Foto: R. Kanamüller

Wer von Dachau in Richtung Schleißheim unterwegs ist, der fährt an einem auf den ersten Blick wenig spektakulären Gewässer entlang: einem schnurgeraden, parallel zur Straße verlaufenden Wasserlauf mit nur geringer Fließgeschwindigkeit. Was man nicht ahnt: Das vor sich hin dümpelnde Gewässer ist Teil eines umfangreichen Kanalsystems im Münchner Norden und Nordwesten. Die Kanäle gelten als technisches wie landschaftsgestalterisches Kunstwerk von europäischem Rang. Sie sind insgesamt rund 50 Kilometer lang und stehen in ihrer Gesamtlänge unter Denkmalschutz. Bis heute ist das historische Kanalnetz weitgehend funktionsfähig erhalten. Bis auf einzelne Abschnitte, die aufgelassen, verfüllt oder vertrocknet sind. 

Ein besonderes Anliegen ist das historische Kanalsystem dem Verein Dachauer Moos e.V., der sich unter anderem für den Erhalt und die Erneuerung dieses Kanalsystems einsetzt. In einer Beschreibung des Vereins heißt es: „Das barocke Kanalsystem verbindet die Schlösser Nymphenburg, Schleißheim und Dachau. Es ist äußerst kunstvoll in die Ordnung der natürlichen Fließgewässer eingefügt. Die Kanäle verlaufen überwiegend quer zur Fließrichtung der natürlichen Gewässer und bilden mit diesen regelrechte Gewässerkreuzungen.“ Zu diesem Kanalsystem gehört auch der ursprünglich 8,7 Kilometer lange Dachau-Schleißheimer Kanal. Er verlief (und verläuft) über weite Strecken unmittelbar südlich der heutigen Bundesstraße B 471 und der Staatsstraße 2063 sowie der Schleißheimer Straße in Dachau. Der Dachauer Kanal ist der westliche Teil des Schleißheimer Kanals. Er endete an der Amper unterhalb des Dachauer Schlossbergs.

Baumaterial auf Kanalbooten transportiert

Fortsetzungen des Kanals an Land waren der Fürstenweg zum Dachauer Schloss sowie ein Schleifweg zur ehemaligen Ziegelei in Udlding. Der Dachauer Kanal ist in diesem Bereich gänzlich aufgelassen, ebenso der Schleifweg zur ehemaligen Ziegelei in Udlding.

Zu den kunstvoll angelegten Wasserwegen gehört auch der Würmkanal von Karlsfeld nach Schleißheim. Dieser Kanal diente der Wasserversorgung der in Schleißheim neu errichteten Musterschwaige. Auf der Isar und Amper wurde auf Flößen das Baumaterial herantransportiert und mit den Ziegeln aus den Brennereien bei Dachau und Ismaning auf Kanalbooten zur Baustelle getreidelt. Dabei wurden die Boote von Pferden entlang eines Uferweges gezogen. Wer mit dem Rad im Landkreis Dachau unterwegs ist, der kommt an vielen Stellen auch am Schwebelbach vorbei, der kurz vor Feldmoching aus dem Würmkanal ausgeleitet wird. Der Schwebelbach war früher einmal eine natürliche Entwässerung des Dachauer Mooses und ist heute weitgehend in das Nordmüchner Kanalsystem einbezogen. Er mündet nahe Ottershausen (Gemeinde Haimhausen) in die Amper. Rk

Lebensraum für Quendelbläuling und Co

Im Landkreis Dachau setzen sich Institutionen und Vereine erfolgreich für Artenschutz ein

Weißstorch, Amphibien, Schmetterlinge, Hornissen, Libellen, Fledermäuse, Eulen und Orchideen: Auch im Landkreis Dachau gibt es eine Vielzahl von vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Dass diese seltenen Tier- und Pflanzenarten überleben können, ist die Mission, der sich Naturschutzverbände, das Landratsamt und der Dachauer Landschaftspflegeverband verschrieben haben.

So hat der Bund Naturschutz innerhalb des Landschaftsschutzgebietes Glonntal im Arnbacher Moos Grundstücke von insgesamt etwa 6400 Quadratmeter als Nahrungslebensraum für den Weißstorch erworben. Auf der Fläche wurde Oberboden abgeschoben und ein Feuchtbereich entwickelt. Die ökologische Aufwertung der Grundstücke dient neben dem Weißstorch auch anderen Vogelarten sowie dem Grasfrosch als Ablaichplatz.

Schutzräume für Amphibien aufgebaut

Im Bereich stark befahrener Straßen an wichtigen Amphibien-Wanderwegen, wie zwischen Stetten und Oberbachern, Ebersried und Weyern, Ramelsbach und Asbach hat der Bund Naturschutz Schutzzäune für Amphibien aufgebaut. Dadurch können jedes Jahr eine Vielzahl besonders geschützter Arten auf dem Weg zu und von ihren Laichplätzen vor dem Überfahren gerettet werden. Wertvolle Moosflächen und Streuwiesen-Reste im Landkreis sind ein Anliegen des Landschaftspflegeverbandes.

Die Flächen, so der Landschaftspflegeverband, haben eine besondere Bedeutung als Lebensraum für besonders geschützte und seltene Schmetterlingsarten wie den Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling, Baldrian Scheckenfalter, Blaukernauge, Brauner Feuerfalter, Goldene Acht, Mädesüß-Perlmuttfalter, Quendelbläuling, Randring-Perlmuttfalter und Rostbindiges Wiesenvögelein. 

Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband pflegt der Verein „Arbeitskreis heimischer Orchideen“ im Bereich der Amperauen schützenswerte Orchideen-Standorte. Darüber hinaus werden vom Landesbund für Vogelschutz und dem Landschaftspflegeverband verschiedenste Orchideen-Standorte im Landkreis „betreut“ und durch Mahd und Entbuschung gesichert. Dabei werden dort, wo die schützenswerten Pflanzengesellschaften gefährdet sind, auch gezielt Neophyten bekämpft.

Mehr Infos gibt es zum Beispiel unter dem Reiter „Umwelt, Abfall, Natur, Klimaschutz“ auf der Internetseite www.landratsamt-dachau.de