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Aktiv im Leben

Spaß beim silbernen Surfen

Noch immer scheinen viele Senioren der Internet-Nutzung zu misstrauen – dabei lohnt es sich, digitale Medienkompetenz zu erwerben

Foto: Pixabay

Während das Internet für jüngere Menschen oft unverzichtbar ist, scheinen viele über 65-Jährige hierzulande nach wie vor noch Vorbehalte gegen die virtuelle Kommunikation und Information zu haben. Dies zeigen aktuelle Studien. Die Mehrheit der Älteren ist unsicher im Umgang mit dem Internet und der digitalen Welt. Doch gerade das Internet verschafft auch Senioren die Möglichkeit, ein Stück weit unabhängig zu werden beziehungsweise zu bleiben.

Circa zehn Millionen Menschen in Deutschland nutzen das Internet gar nicht, berichtet die Deutsche Seniorenliga, eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zitierend: Demnach bestehe die Gruppe der „Offliner“ zu 75 Prozent aus über 65-Jährigen. „Dabei bietet die digitale Technik zahlreiche Möglichkeiten, um das Leben im Alter zu erleichtern“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. So könnten Senioren über das Internet beispielsweise Waren des täglichen Lebens bequem nach Hause bestellen, aber eben auch mit Freunden und der Familie kommunizieren. „Und mit digital unterstützten Pflegeangeboten wird es für ältere Menschen leichter, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu wohnen und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, so Hackler.

Für eine verstärkte Nutzung der neuen Medien seitens der Senioren müssen allerdings zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sein: Zum einen müssen auch sie, wie die Deutsche Seniorenliga unterstreicht, Zugang zum Internet haben, was nur durch entsprechende Computerkenntnisse möglich sei. In Sachen digitale Kompetenz fühlten sich laut Interessenverband viele Deutsche im Rentenalter immer noch abgehängt. Gemeinden und Kommunen sollten Infrastrukturen zur Erlangung von Medienkompetenzen für Senioren aufbauen und bestehende stärker unterstützen. Unter anderem bieten örtliche Volkshochschulen das nötige Know-how. Wenn nicht, kann es hilfreich sein, durch gezieltes Nachfragen den jeweiligen Bedarf zum Ausdruck zu bringen. Zum anderen sollten sich aber auch Hersteller und Anbieter auf die älteren Kunden, die auch als „Silver Surfer“ bezeichnet werden, einstellen. „Dabei wäre es beispielsweise auch wichtig zu vermitteln, welchen Mehrwert eine im Internet angebotene Dienstleistung tatsächlich bringt“, sagt Hakler. Denn sobald Ältere den für sie zusätzlichen Nutzen erkennen, seien sie fast euphorisch. Die Anbieter sollten also im eigenen Interesse wesentliche Produktinformationen und Vorteile deutlicher kommunizieren, so Hackler: „Ein großes Potenzial interessierter und kaufkräftiger Best-Ager liegt bisher schlichtweg brach!“

Einige Unternehmen haben dies indes erkannt, Seniorenhandy-Hersteller wie zum Beispiel Emporia bieten Apps an, die die Bedienoberfläche eines Android-Smartphones in ein leichter verständliches Gerät umwandeln. Außerdem gibt es Apps, die unter anderem Bücher konvertieren und vorlesen. Sprachnachrichten-Apps mit Diktiersoftware ermöglichen die Versendung von E-Mails, ohne dass der Text getippt werden muss.