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Zwischen Amper und Ilm

Skurrile Baumgestalten

Im Landkreis Dachau gibt es Bäume, die so alt und charakterstark sind, dass sie als Naturdenkmäler gelten – wir beschreiben die schönsten Ausflugsrouten

Gestandene Baumpersönlichkeit: die Linde in Obermarbach.     Foto: Kanamüller

Sie haben Kriege, Stürme und Unwetter überlebt. Sie sind Jahrhunderte alt, und wenn man vor ihnen steht, dann kann man nur staunen: Naturdenkmäler. Bäume, die unter dem besonderen Schutz des Gesetzgebers stehen. Der Landkreis Dachau ist davon besonders gesegnet. Allein in der Stadt Dachau stehen 30 solcher Zeitzeugen, wie die Umweltschutzabteilung des Landkreises in einem Beitrag über Naturdenkmäler berichtet. Die Linden am Widerstandsplatz und der Gottesackerstraße etwa, die Rotbuchen am Wasserturm und dem Rotkreuzheim, die Kastanien am Bahnhof und im Wirtsgarten des Stadtkellers oder die Pappel an der Amperbrücke. Im Landkreis verteilt, stoßen interessierte Zeitgenossen auf rund 150 Naturdenkmäler. Und jedes dieser Naturdenkmäler hat seine eigene Geschichte. 

Um die meisten ranken sich Legenden. Wie zum Beispiel um die „Hohle Linde“ in Obermarbach bei Petershausen. Die Linde stand schon zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs und gilt wegen ihrer skurrilen Gestalt als einzigartig. Der Baum wird im Web-Lexikon so beschrieben: „Er besitzt einen kräftigen, weitgehend hohlen, kurzen und stark geneigten Stamm. Auf einer Seite ist ein dicker Ast ausgebrochen, wovon noch eine große Höhlung zeugt. Aus dem Stamm entspringen mehrere kräftige Äste, die eine vitale Krone bilden. Zu der mit 45 Grad abfallenden Hangseite wird die Linde durch zahlreiche starke Zugwurzeln gesichert. Die Linde hatte 1994 einen Stammumfang von 10,2 Metern und ihr Alter wird auf 300 bis 400 Jahre geschätzt.“ In einem Baumführer wird die Linde als „eine der skurrilsten Baumgestalten des Bundesgebiets“, in einem weiteren als „europaweit einzigartig“ bezeichnet. Selbst heftige Blitzeinschläge haben der alten Linde nicht den Garaus machen können.

Bäume wie aus dem Bilderbuch umrahmen die Kirche St. Ulrich in Mühldorf bei Petershausen. Naturdenkmäler sind sie aber noch nicht.
Foto: C. Hofbauer 

Auch die die Schlosseiche von Eisolzried bringt mehr als 600 Jahre auf die Borke, und die zwölf Eschen der Lauterbacher Allee waren bereits zur Regierungszeit von Kaiser Wilhelm an Ort und Stelle. Deshalb ist es kein Wunder, dass die mächtigen Bäume im Landkreis bei Berufs- und Hobbyfotografen beliebte Bild- und Fotomotive sind. Und niemand weiß, wie viele persönliche Erlebnisse und beginnende Liebesgeschichten sich mit ihnen verbinden.

Ein Naturdenkmal, so die Definition, „ist ein natürlich entstandenes Landschaftselement, das unter Naturschutz gestellt ist“. Es kann ein einzeln stehendes oder vorkommendes Gebilde wie eine Felsnadel oder ein einzeln stehender Baum sein, undefinierten Umfangs wie eine Höhle oder auch ein Gebiet oder Gebilde mit einer beschränkten Fläche und einer klaren Abgrenzung von seiner Umgebung...“ In Deutschland ist der Schutz von Naturdenkmälern in § 28 des Bundesnaturschutzgesetzes und den Länder-Naturschutzgesetzen verankert. Der Schutz bedeutet ein weitgehendes Veränderungsverbot. Sie zu beseitigen sowie alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturdenkmals führen können, sind deshalb verboten.

Ein Baum, der dieses Schild trägt, darf nicht gefällt, verändert oder beschädigt werden.  Foto: Rudi Kanamüller

Wunderschöne Lindenallee

Wer nicht den gesamten Landkreis bereisen will, der wird in Sachen Naturdenkmäler auch im Stadtgebiet Dachau fündig. Nicht weniger als 30 Naturdenkmäler findet man hier. Sie zu besichtigen lohnt sowohl zu Fuß als auch mit dem Radl. Ein guter Startpunkt, empfiehlt die Umweltabteilung des Landratsamtes, stelle die Linde am Widerstandsplatz dar. Von dort führt eine mögliche Route zur Blutbuche auf dem Stadtfriedhof und vorbei an der Linde in der Gottesackerstraße, welche das Design der Hausfassade beeinflusst hat. Über den Schlossberg geht es weiter zu den Linden und Rotbuchen beim Wasserturm und zum geschnittenen Lindenlaubengang im Hofgarten des Dachauer Schlosses. Beim rückwärtigen Ausgang des Schlossgartens führt eine Treppe an die Amper hinunter. Von dort geht die Route weiter zu den Kastanien und der Linde im Wirtsgarten des Stadtkellers. Der Amperweg führt vorbei an den beiden Rotbuchen an der Südwestecke des Rotkreuzheimes und bis zur Pappel an der Amperbrücke. Nach der Brücke stehen Kastanien und eine Esche im Wirtsgarten der Gaststätte „Drei Rosen“. Folgt man der Schleißheimerstraße gelangt man zu einer wunderschönen Lindenallee beidseitig der Lindenstraße. Die nächsten Naturdenkmäler stehen am Bahnhofsvorplatz: eine Esche, ein Ahorn und mehrere Kastanien. Nach der Linde am Parkplatz in der Martin-Huber-Straße nahe der Kreuzung mit der Ludwig-Thoma-Straße gelangt man an die Rotbuche auf der Ludwig-Thoma-Wiese zurück zum Ausgangspunkt in der Altstadt. Bei Belieben könne man die Route noch bis zur Linde in der Etzenhauser Straße ausweiten. Auf dem Rückweg in die Altstadt, im Hinterhof der Konrad-Adenauer-Straße 27, steht übrigens eine knapp 200 Jahre alte Rotbuche. Ein Blick auf den Baum lohnt.

Als Zeugnisse der Naturgeschichte und Zeugen der Kulturgeschichte, so das Landratsamt, stellen die Naturdenkmäler „ein Bindeglied zwischen Kultur und Natur“ dar. Sie seien „Teil unserer Lebenswelt, begleiten uns ein Leben lang und überdauern aufgrund ihres hohen Alters möglicherweise mehrere Generationen“. Das Zitat des Eigentümers eines Naturdenkmals zeigte, dass die einzelnen Bäume Begleiter sind, die als selbstverständlich wahrgenommen werden: „Mei... der war do hoid scho oiwei gstandn!“

Zum Schutz der Naturdenkmäler gehört natürlich auch, deren ständige Beobachtung: Weil die Naturdenkmäler sehr alt sind, werden Bäume, die sich in beispielsweise einer Gefahrenlage an einem Hang befinden, regelmäßig von der Dachauer unteren Naturschutzbehörde auf ihre Verkehrssicherheit kontrolliert.

Im Rahmen des „Lab2venture“-Projektes des Mint-Campus Dachau haben Schülerinnen und Schüler der Realschule Dachau eine App zu den Naturdenkmälern erstellt und die App selbst programmiert. Die App kann im Google Playstore oder auf der Homepage des Landratsamtes heruntergeladen werden: www.tourismus-dachauer-land.de/natur/naturdenkmaeler.html  rk

Geld für Mehrweg-Windeln

Das Landratsamt bezuschusst waschbare Windeln mit 75 Euro



Säuglinge und Kleinkinder im Landkreis Dachau können, im übertragen Sinne, bereits von klein an einen Beitrag zum Umweltschutz leisten – wenn ihre Eltern darauf verzichten, Einwegwindeln zu verwenden. Wer so der Umwelt hilft, der wird vom Landkreis belohnt. Der Kreis bezahlt nämlich Eltern, die die umweltfreundlichen Mehrweg-Windeln nutzen, einmalig einen Zuschuss in Höhe von 75 Euro.

Im Landkreis Dachau werden jährlich fast 1000 Kinder geboren, sagt das Landratsamt. Pro Baby, so die Umweltbehörde des Landkreises, fallen immerhin über 600 Kilogramm Abfall oder circa 4000 Windeln an, die bis zum Sauberwerden weggeworfen werden. Im Gegensatz zu den Wegwerf-Windeln lassen sich die wiederverwertbaren Windeln aber bis zu 300 Mal waschen. Auch die Hautverträglichkeit (Windel-Dermatitis, Allergien) sei meist besser als bei der Einweg-Konkurrenz, heißt es. Zudem seien Windelhöschen aus Baumwolle und atmungsaktive Überhöschen durch körpergerechte Form und Klettverschlüsse inzwischen kinderleicht anzulegen. Ein weiterer Vorteil: Mit Stoffwindeln gewickelte Babys werden meist auch früher sauber, heißt es.

Foto: Pixabay

Neben den positiven Umwelteffekten tragen Mehrweg-Windeln auch zur Entlastung der Haushaltskasse bei. Bei Mehrwegwindeln fallen zwar einmalig die Kosten für die Neuanschaffung an. Betrachte man aber die gesamte Wickelzeit, seien diese etwa 30 bis 50 Prozent billiger als Wegwerfwindeln. Dagegen müssten junge Eltern für Einwegwindeln mit Ausgaben von rund 800 Euro pro Kind rechnen (4000 Windeln mal 0,20 Euro pro Windel). Dazu kommen noch die Kosten für die Abfallentsorgung, denn Windeln benötigten sehr viel zusätzlichen Platz in der Mülltonne. Zusätzlich zum Kauf müssen diese als Restmüll entsorgt werden. Bei der Anschaffung von Mehrweg-Wickelsystemen oder bei Inanspruchnahme eines Windel-Dienstes erhalten Eltern einen einmaligen Zuschuss von maximal 75 Euro je Kind (Höchstalter 24 Monate).

Folgende Voraussetzungen müssten erfüllt sein: Der Hauptwohnsitz muss im Landkreis Dachau liegen. Das Kind darf zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht älter als 24 Monate sein.

Den einmaligen Zuschuss erhalten auch Menschen, die an Inkontinenz leiden. Anträge für den Windel-Zuschuss kann man auf der Homepage des Landkreises herunterladen. Unter dieser Internet-Adresse gibt es das Formular:

www.landratsamt-dachau.de/abfall-naturschutz-umwelt/nachhaltigkeit/zuschuss-fuer-windeln/.

rk