Anzeigensonderveröffentlichung

Wohin zur Kirchweih

Trotzdem genießen

Das Kirchenfest blickt in Bayern auf eine lange Tradition – auch wenn heuer vieles anders ist, bieten Gastronomie und Einzelhandel die richtigen kulinarischen Zutaten zum Fest an

Die Gans gehört an Kirchweih dazu. Foto: Privat

Kirchweih hat in Bayern nicht nur eine sehr lange Tradition, sondern auch einige Eigenheiten, die es nur hierzulande gibt. Natürlich können die meisten diese Bräuche coronabedingt derzeit nicht ausgeübt werden. Aber: örtliche Wirtschaften und weitere Gastronomiebetriebe, Metzgereien und andere Anbieter haben die Zutaten zur jeweiligen Kirchweih-Spezialität. Und auch wenn heuer nicht in der Öffentlichkeit traditionsgemäß gefeiert werden kann, ist ein Blick in die Geschichte des Kirchweihfests immer interessant.

So wurde das religiöse Fest der Kirchweih bis zum Jahr 1868 individuell in jedem Dorf anders begangen. Nämlich am Jahrestag der feierlichen Weihe eines Gotteshauses oder aber am Namenstag des jeweiligen Schutzpatrons der Kirche. Diese Tradition hat sich, trotz vielfacher Anstrengungen und Bemühungen der Obrigkeit, die Anzahl der Feiertage einzudämmen, aber bis zum heutigen Tag in verschiedenen Regionen Bayerns erhalten. 

Ansonsten wird die Kirchweih, Kirta oder Kirwa im restlichen Freistaat aber einheitlich am dritten Sonntag im Oktober gefeiert, normalerweise verbunden mit einem Kirchweihmarkt. Dieser allgemeine Kirchweihtag wird auch als „Allerweltskirwa“ bezeichnet, die seit 1866 in Bayern die traditionelle Dorfkirchweih abgelöst hat. Der Grund war damals übrigens ein durchaus weltlicher: Feierten doch die Menschen nicht nur am Kirchweihsonntag, sondern bis weit in die Woche hinein.

Dennoch hatte Tradition im ländlichen Raum schon immer einen hohen Stellenwert. Auch heute noch. Sie gehört zu den Bräuchen, die weiterhin gepflegt werden und fortbestehen. Tradition ist zudem das Band, das eine dörfliche Gemeinschaft eint und zusammenhält – damals und auch heute noch.

 Zum festen Bestandteil eines traditionellen Kirchweihfestes gehört normalerweise ein Kirwabaum, der mit Kränzen, Bändern und Schnitzereien geschmückt wird. Wobei die Burschen der Ortschaft kräftig mithelfen, den Baum aufzustellen. Ein besonderer Brauch an Kirchweih wird in Niederbayern gepflegt. Dort findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag in vielen Ortschaften das traditionelle „Kirtazamtrogn“ statt. Die Dorfjugend zieht mit einem Wagen durch den Ort und sammelt alles ein, was nicht niet und nagelfest ist: Gartenmöbel, Werkzeuge und so weiter. Die nächtliche Beute wird dann unter dem Kirwabaum gelegt und muss dort von den Besitzern wieder abgeholt werden.

So wie der stattliche Kirwabaum gehört in Nicht-Coronazeiten auch der traditionelle Kirchweihtanz zu einem echten Kirchweihfest. Die Kirchweihpaare tanzen da mit einem Blumenstrauß um den Baum herum. Der Brauch will es, dass der Blumenstrauß nach jeder Tanzrunde an das nächste Kirwapaar weitergereicht wird. Nach einer bestimmten Zeit schließlich wird der Tanz durch das Klingeln eines Weckers unterbrochen. Und das Paar, das zu der Zeit den Strauß in Händen hält, darf sich mit dem Titel „Oberkirchweihpaar“ schmücken. Der Tradition geschuldet ist natürlich auch der Inhalt der Speisekarte am Kirchweihtag. 

Traditionell steht in Altbayern der Gänse- oder Entenbraten auf der Speisekarte. Serviert mit Kartoffelknödeln und feinem Blaukraut. Wer sich die Ente oder Gans in einer Wirtschaft oder im Gasthaus schmecken lassen möchte, sollte dafür rechtzeitig Plätze reservieren, weil das Essenerfahrungsgemäß sehr beliebt ist.

Ein absolutes Muss sind die Kirchweihnudeln, auch „Auszogne“ genannt. Dabei handelt es sich um ein köstlich schmeckendes Hefegebäck, das in Butterschmalz ausgebacken und anschließend mit Puderzucker bestreut wird. Der Begriff „Auszogne“ stammt daher, dass der Hefeteig so auseinandergezogen wird, dass er einen dicken, weichen Rand, aber eine dünne knusprige Mitte hat. Am besten schmeckt die „Auszogne“ übrigens warm.

Auch wenn die Pandemie Bräuche und Feierlichkeiten verhindert – schmecken tut es trotzdem zur Kirchweih!