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Helfer in schweren Zeiten - Allerheiligen

Trotzdem gedenken

Brauchtum in Zeiten von Corona – Allerheiligen und Allerseelen werden heuer anders gefeiert

An Allerheiligen ist es ratsam, Mund-Nasen-Schutz auch auf den Friedhof mitzunehmen. Foto: Adobe Stock

Mit den beiden Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen verbinden sich viele Bräuche, die sich zum Teil bis heute erhalten haben. Der wichtigste im westlichen Kulturkreis ist, die Gräber zu schmücken, auf ihnen als Symbol des „Ewigen Lichtes“ Grableuchten aufzustellen und den Pfarrer bei der feierlichen Prozession auf dem Friedhof zu begleiten.

Friedhofbesuche, Gräbersegnungen, Gottesdienste – vieles, was zu Allerheiligen und Allerseelen gehört, wird heuer vielerorts anders stattfinden, mitunter vielleicht sogar ausfallen. Die Entscheider in den jeweiligen Bistümern machen sich und haben sich viele Gedanken darüber gemacht, ob und in welcher Art und Weise Veranstaltungen unter den aktuellen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen stattfinden können. Dazu kommt, dass sich vieles in Pandemiezeiten kurzfristig ändern kann. Insbesondere Gräbersegnungen nehmen Geistliche heuer vielerorts nicht vor, verschieben diese oder verteilen sie auf mehrere Tage, da die Gedenkstätten oft so nahe nebeneinander liegen, dass die gängigen Corona-Abstandsregeln nicht gewährleistet werden können. Mancherorts wird die Segnung über Lautsprecher vollzogen oder werden Gläubige dazu ermuntert, die Gräber selbst mit Weihwasser zu segnen, Pfarreien planen, Gebetszettel mit Notizen dazu herauszugeben. Auf Friedhöfen sind mitunter die Besucherzahlen begrenzt, auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz kann verpflichtend sein. Auch Gottesdienste finden zu Allerheiligen und Allerseelen nicht überall in der Kirche statt, manche Pfarreien übertragen Andachten im Internet. Wie Allerheiligen und Allerseelen letztendlich vor Ort gefeiert wird und welche Regeln gelten, kann man am besten zuvor bei der heimischen Pfarrei erfragen, zudem sollen Aushänge in Schaukästen und in den Kirchen laufend aktualisiert werden.

Allerheiligen, das in überwiegend katholisch geprägten Bundesländern ein Feiertag ist, hat einen ganz praktischen Ursprung. Um keinen der vielen Märtyrer zu vergessen, feierte die byzantinische Kirche den „Herrentag aller Heiligen“ zunächst am Sonntag nach Pfingsten. In der Westkirche weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 das Pantheon in Rom – zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt – der Jungfrau Maria und allen Heiligen und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Papst Gregor IV verlegte Allerheiligen und Allerseelen auf den 1. und 2. November.

Allerheiligen und Allerseelen sind tief im Volksglauben verankert. Stellte man sich doch das Fegefeuer recht bildlich vor. Die Lebenden konnten demnach den Toten durch „Armseelenspenden“ wie Messopfer, Gebete, Opfer und Fasten helfen. Aus Legenden um den jüdischen Sabbat sind etliche Allerseelenrituale entstanden. Dem jüdischen Volksglauben zufolge sitzen die Seelen zu bestimmten Zeiten an einem fließenden Wasser, um sich zu kühlen. In der christlichen Tradition wurde daraus, dass die Seelen an Allerseelen aus dem Fegefeuer zur Erde aufsteigen und für kurze Zeit von ihren Qualen ausruhen können. 

Zuwendungen für Bedürftige, Mönche, Nonnen und Patenkinder, wie beispielsweise Seelspitzbrot (ein Gebildebrot zum Festtag) oder Seelenkuchen (kleine, runde Mürbeteigkekse mit Rosinenaugen und Mündern aus kandierten Kirschen), aber auch spirituelle Gaben wie Gebet, Licht und Weihwasser, prägten diesen Tag.