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Eine WhatsApp-Geschichte

Was, wenn wir kein Benzin mehr tanken?

Marc, Martin, Hatice und Laura sind seit der Uni befreundet. Was sie eint: Sie wollen das Klima schützen, sind aber trotzdem größtenteils aufs Auto angewiesen. Geht trotzdem beides? Darüber diskutieren sie auf WhatsApp.

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Chat eins: die Planung
Martin hat die Gruppe „Jubiläums-Treffen“ erstellt.
Martin hat Laura hinzugefügt
Martin hat Hatice hinzugefügt
Martin hat Marc hinzugefügt
Martin
Leute, wenn wir wieder raus dürfen, müssen wir dringend unseren Hütten-Trip organisieren! 20 Jahre kennen wir uns schon, whoohoo ✌️Wir könnten ja schon mal klären, wer wann losfährt und so
Laura
Martin, das ist noch Monate hin…🙄
Marc
Maddin, wenn du mit dem Motorrad kommst, hol ich meins auch aus der Garage!
Laura
🤨
Hatice
Was für ne Umweltsauerei
Marc
Moooooment…! Nicht unbedingt
Laura
Also ich würd mir ein E-Auto leihen. Hatice, fährst du bei mir mit?
Hatice
Ein E-Auto? Und kommen wir damit echt bis in die Berge?
Marc
Um noch mal auf das Motorrad-Thema zurückzukommen…!
Hatice
🙄
Marc
Vielleicht geht das ja in Zukunft auch umweltfreundlicher! Ich hab neulich gelesen, dass Experten schon an Kraftstoffen arbeiten, die man aus regenerativen Energien herstellt. ich schick euch mal nen Link

Hintergrund

Was sind E-Fuels?

Was Marc meint, sind E-Fuels. Das sind synthetische Kraftstoffe, die aus „grünem“ Wasserstoff und Kohlenstoff künstlich hergestellt werden. Der Wasserstoff wird mithilfe von erneuerbarem Strom erzeugt, der Kohlenstoff kann beispielsweise direkt aus CO₂ aus Industrieabgasen oder der Atmosphäre gewonnen werden. Das Endprodukt lässt sich dann ganz einfach tanken, wie heute Benzin oder Diesel aus Erdöl. Mit dem Unterschied, dass der Einsatz treibhausgasneutral ist, weil nicht mehr CO₂ in die Luft entlassen wird als vorher im Produktionsprozess herausgezogen wurde.

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Chat Zwei: Motorrad und E-Fuels
Laura
Das neulich mit diesen E-Fuels fand ich ganz interessant. Klingt zumindest in der Theorie gut. Und das geht echt auch für Motorräder?
Martin
Also ich fänds gut. Ich liebe mein Motorrad und das Fahrgefühl – wenn das schlechte Umweltgewissen nicht wär 😬
Hatice
Was ist mit E-Motorrädern? Gibt’s so was überhaupt schon?
Martin
Ja, gibt’s schon, aber der typische Motorrad-Sound fehlt mir da
Marc
Naja, und es gibt die üblichen Probleme mit fehlenden Ladesäulen, der Reichweite – und das Wiederaufladen dauert auch… Ich will will ja *fahren* und nicht stundenlang irgendwo an einer Ladesäule stehen
Laura
Aber du im Leder-Dress – wenigstens seht ihr beim Warten nice aus 😎
Martin
Okaaaay…
Marc
Haha, danke, Laura
Hatice
Ist ja ganz nett mit diesen E-Fuels, aber ich hab auch gelesen, dass es da auch Nachteile gibt!

Hintergrund

Alles gut mit E-Fuels?

E-Fuels haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren fossilen Vorgängern: Ihre Klimabilanz ist CO2-neutral.

Aber natürlich hat jede Technologie Vor- und Nachteile.

Das sagt der promovierte Ingenieur Norbert Alt zu E-Fuels. Er ist Vorsitzender der Geschäftsführung der FEV-Gruppe, eines international führenden Dienstleisters in der Gesamtfahrzeugentwicklung:

Der Experte geht davon aus, dass wir nur mit Elektromobilität ergänzt mit E-Fuels die Klimaschutzziele einhalten können. Simulationen und Berechnungen in seinem Haus hätten ergeben: „Selbst wenn ab heute jedes zweite neu zugelassene Auto ein E-Auto wäre, würden wir die Klimaschutz-Ziele von 2050 nicht erreichen. Als Ergänzung brauchen wir E-Fuels.“

Und was ist mit der Zeit davor? Auch in zehn Jahren wird der Großteil unserer Autos und Lastwagen noch mit Verbrennungsmotor unterwegs sein. Aktuell wird in der klimapolitischen Debatte über diesen Bestand an Fahrzeugen aber kaum gesprochen. Sondern fast nur über Elektromobilität, die direkt mit Strom aus erneuerbaren Quellen funktioniert.
Davon gibt es zwar immer mehr: 2019 kamen laut Umweltbundesamt rund 42 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Eine beeindruckende Zahl. Aber wenn dieser Strom auch andere Energiequellen wie Benzin, Diesel oder Heizöl ersetzen soll – dann kann Deutschland seinen Bedarf mit heimischem, grünem Strom allein nicht decken.

Aber mit alternativen flüssigen Energieträgern wie E-Fuels könnten wir erneuerbare Energie aus anderen Ländern nach Deutschland holen. Energie importieren wir auch heute schon, zum Beispiel in Form von Erdöl oder Erdgas. Mit E-Fuels aus sonnen- und windreichen Regionen der Welt könnte das genauso funktionieren wie bislang mit fossilen Kraftstoffen.

Von Kritikern werden auch die theoretischen Produktionskosten von E-Fuels oft als Nachteil genannt. Tatsächlich wären durch die aufwändigere Produktion „E-Fuels teurer als herkömmliche, fossile Brennstoffe, von denen wir ja aber weg müssen“, sagt Alt. Er gibt jedoch zu bedenken, dass der Preis für E-Fuels ähnlich wie der für Benzin nicht schicksalshaft gegeben wäre – sondern vor allem politisch gestaltet werden müsste. „Den größten Anteil am Endpreis für den Verbraucher machen Steuern aus“, sagt er. „Das ist eine Stellschraube, an der man drehen kann.“

Derzeit wird in Sachen Energiesteuer zwischen fossilen und erneuerbaren Kraftstoffen nicht unterschieden. Daher diskutieren Experten eine Reform der Energiebesteuerung, die zukünftig die CO2-Bilanz von Kraftstoffen berücksichtigt und damit zum Beispiel E-Fuels steuerlich begünstigen würde: d. h. kein CO2 – keine Steuer. So könnte den vermeintlich höheren Produktionskosten entgegengewirkt werden und erneuerbare synthetische Kraftstoffe hätten eine Perspektive, auch unter wirtschaftlichen Aspekten im Markt akzeptiert zu werden – eine entscheidende Voraussetzung für die notwendigen Investitionen in deren Produktion und Markthochlauf.

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Chat Drei: Der Arbeitsweg
Martin
Immer wieder montags…. Steh ich im Stau 😤
Laura
Ich will ja nichts sagen, aber ihr wolltet doch unbedingt aufs Land ziehen…
Martin
Danke für die Aufmunterung… ja, das ist auch super bis auf die Pendelei
Hatice
Wenigstens springt dein alter Diesel noch zuverlässig an.. Ich wünschte, das könnte ich von meinem Auto auch sagen
Marc
Hier auch Selbsthilfe-Gruppe Stau. Der kleine Marc möchte bitte aus seinem 15 Jahre alten Diesel rausgebeamt werden und in einer Stadt wieder aufwachen mit nicht zugeparkten Ladesäulen, dankeeee 🙄
Hatice
😂
Laura
Nicht lustig, Hatice 😅Es ist echt unglaublich, es gibt ja wirklich zu wenige Parkplätze! Merke ich immer, wenn ich wieder ein Auto ausgeliehen habe. Aber es nervt auch endlos, wie viele Autos so gut wie nie bewegt werden, aber unglaublich viel öffentlichen Raum wegnehmen. Ich wollte heute auch mit dem Auto los, aber bevor ich der Stau-Selbsthilfegruppe hier beitrete, hol ich doch lieber mein Rad aus dem Keller
Hatice
Ich frag mich auch immer, was eigentlich besser ist für welche Strecke und hab ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit meinem alten Schrottauto in der Stadt unterwegs bin…

Hintergrund

E-Auto, Benziner, Diesel – was ist umwelt­freundlicher auf welcher Strecke?

Hatice hat natürlich Recht: Bei kurzen Stop-and-Go-Strecken in der Innenstadt ist es besser, aufs Auto zu verzichten. Umweltfreundlicher und gesünder ist es, zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Aber wenn man Einkäufe zu transportieren hat oder als Eltern mit den Kindern unterwegs ist, fährt es sich im Auto doch bequemer.

Auf Kurzstrecken in der Innenstadt punkten E-Autos.

Bei Wegen von wenigen Kilometern Länge muss man sich wohl keine Gedanken um die Reichweite machen. Wer dennoch wieder aufladen muss, hat in Großstädten zunehmend bessere Karten: So sollen in München – gefördert mit Bundesmitteln – bis 2022 bis zu 3500 neue Ladepunkte entstehen. Außerdem geht die Polizei rigoros gegen das Zuparken der Ladesäulen vor und lässt entsprechende Fahrzeuge abschleppen.

Was ist mit der Pendelei?

Immer mehr Menschen in Deutschland pendeln zur Arbeit und die Strecken werden immer länger. 2018 legten Pendler in Deutschland im Durchschnitt einen Arbeitsweg von 16,9 Kilometern täglich zurück. Diesen Wert ermittelte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Fast 17 Kilometer – eine Strecke, die man auch gut mit einem E-Auto zurücklegen kann. Jedenfalls dann, wenn die Ladeinfrastruktur ausreichend ist. Das Problem aus Pendler-Sicht: In den Großstädten gibt es zwar mittlerweile viele Ladepunkte – wenn aber doch mal der übliche Ladepunkt besetzt oder zugeparkt ist, verliert der gestresste Pendler wertvolle Lebenszeit auf der Suche nach dem nächsten Ladepunkt.

Eine Möglichkeit, die Pendler und die innerstädtischen Straßen zu entlasten: Mobilitätszentren am Rande der Stadt mit Ladesäulen für E-Autos und Umsteigemöglichkeiten zum öffentlichen Nahverkehr.

In den ländlichen Gebieten gibt es zwar weniger öffentliche Ladesäulen, dafür haben mehr Pendler die Möglichkeit, auf dem eigenen Grundstück eine Ladevorrichtung zu installieren. Hier ist dann die Frage: hat die heutige Strom-Infrastruktur die Kapazität, wenn die Haushalte in ihrem Alltag sehr ähnliche Ladegewohnheiten haben? Reicht die Leistung der Stromversorgung in der Straße? Und ist der Ladestrom zu allen Zeitpunkten auch wirklich grün – also auch wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint? Denn nur mit Ökostrom geladene E-Autos können ihren Umweltvorteil wirklich ausspielen.

Und auf der Langstrecke?

„Ich fahre selbst ein Elektroauto und kenne die Angst jedes Fahrers, dass die Reichweite nicht ausreicht“, sagt Ingenieur Norbert Alt. Mit zunehmender E-Auto-Erfahrung lege diese Angst sich zwar. Aber: „Wenn es um lange Fahrten geht, quer durch Deutschland oder in den Urlaub, kommen Hybridlösungen ins Spiel. Für längere Strecken sind flüssige Kraftstoffe mit ihrer riesigen Energiedichte besonders gut geeignet. Ideal ist es, das Elektroauto für die Autobahnlangstrecke mit E-Fuels zu kombinieren, das heißt Elektroautos mit einem sogenannten ‚seriell-parallelen Hybrid‘ mit E-Fuel auszustatten, anstatt sehr großer Batterien, die teuer und schwer sind.“

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Chat Vier: Ein neues Auto
Hatice
Sorry Leute, Notfall…
Marc
Oh, was ist los, alles klar bei dir?
Hatice
Nichts Schlimmes – aber könnte mich jemand abholen? Ich steh hier in der Nachbarstadt und mein Auto hatte ne Panne. Ich hab schon den ADAC angerufen, aber die brauchen noch eine Weile – und ich muss doch den Kleinen aus der Kita abholen!
Martin
Oh no! Ich würd dich echt gern abholen kommen, bin aber gerade in nem Meeting.
Laura
Hab auch gerade nen Call, Süße, sorry!
Hatice
Ist mir eh peinlich, euch hier anzuhauen.
Marc
Kein Ding, ich hol dich ab, kann nur leider erst in 20 min los
Marc
Teil mal deinen Standort
Hatice
Danke, Marc!! Hab ich gemacht
Hatice
Ich muss mir unbedingt ein neues Auto kaufen, das geht so nicht weiter
Marc
Von mir hörst du keinen Widerspruch 😇
Marc
Ich will ja auch ein neues, am liebsten ein E-Auto. Aber bei mir gibt’s ja kaum Ladesäulen
Hatice
Wir hätten auch am liebsten ein E-Auto…
Martin
Bei mir schon, und bei der Arbeit auch. Aber ob ein E-Auto wirklich die beste Lösung ist? Hmmm…

Hintergrund

Neuwagen kaufen – für wen lohnt sich welches Auto?

Moderne E-Autos gelten derzeit in der Diskussion als die umweltfreundlichste Variante, wenn man auf ein Auto nicht verzichten kann. Aber ist das wirklich immer so? Um die Klimabilanz bewerten zu können, sollte man verschiedene Aspekte berücksichtigen:

„Von Kritikern der E-Fuels wird öfter der Wirkungsgrad genannt“, sagt Alt. Der Hintergrund: Man braucht große Mengen Strom, um aus Wasser genug Wasserstoff für die E-Fuels zu gewinnen. „Da heißt es, ein Auto mit Verbrennungsmotor und E-fuels würde – von der Kraftstoffherstellung bis zum Rad – fünf bis sechsmal mehr Energie verbrauchen als ein E-Auto“, erklärt der Ingenieur weiter. „Allerdings muss man dabei bedenken, dass auch ein Elektroauto nicht immer unter Idealbedingungen fährt und man den Wirkungsgrad da realistischer berechnen muss: Fahre ich im Winter E-Auto mit eingeschalteter Sitzheizung, ist die Reichweite schnell runter. Um die Wirkungsgrade fair zu vergleichen, sollte man das mitbedenken. Bei einem modernen E-Auto ist die Differenz zwischen den Wirkungsgraden noch 2 bis 2,5 - an wirklich kalten und dunklen Tagen fällt dieser Faktor auch schnell deutlich unter 2.“

Neben der Antriebsenergie spielt der gesamte Lebenszyklus eines Autos eine entscheidende Rolle: von den Treibhausgasemissionen bei der Herstellung inklusive der Batterieproduktion über den eigentlichen Betrieb des Autos bis hin zur Entsorgung und dem Recycling der noch brauchbaren Komponenten. Die landläufige Meinung, dass ein Elektroauto emissionsfrei ist, stimmt nämlich nur, solange man ausschließlich die Betriebsphase betrachtet: Ein batterieelektrisches Auto hat keine Abgasanlage und emittiert damit während der Nutzung kein CO2. Solange der Ladestrom nicht rein regenerativ erzeugt wird, findet jedoch nur eine Verschiebung der Emissionen statt. Und betrachtet man die Herstellung des Fahrzeugs, bekommt das E-Auto einen zusätzlichen CO2-Rucksack, bevor es überhaupt einen Kilometer gefahren ist.

Aber der Klima-Aspekt ist natürlich nicht der einzig wichtige: Gerade Familien müssen auch auf den Preis schauen. Und das schreckt manche Käufer ab. Denn viele E-Auto-Modelle sind heute noch höherpreisig. Dafür werden sie wiederum vom Staat stark gefördert.

Ein Knackpunkt ist natürlich die Reichweite: Niemand will unterwegs ohne Ladesäule stranden. Allerdings zeigte eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte, dass deutsche Autofahrer die benötigte Reichweite überschätzen: Demnach wünschen sich 88 Prozent der Befragten eine Reichweite von mindestens 320 Kilometern. Allerdings ist ein durchschnittlicher Autofahrer laut Deloitte nur rund 40 Kilometer pro Tag unterwegs. Die Reichweiten-Angst vieler Fahrer ist also im Alltag eher unbegründet.

Und wie lange dauert so ein Ladevorgang? Das hängt davon ab, wie hoch die Kapazität der Batterie und wie leer diese ist sowie davon, welche Ladeleistung an der Säule oder anderen Lademöglichkeit vorgesehen ist. Man kann die Ladezeit in Stunden selbst näherungsweise berechnen, indem man Kapazität durch Ladeleistung teilt. Ein Beispiel, das der ADAC durchgerechnet hat: Bei einem BMW i3-e würde es demnach an einer normalen Ladestation mehr als 15 Stunden bis zur Vollladung dauern. An einer Schnellladestation mit einer Ladeleistung von 50 Kilowatt reichten dagegen laut ADAC 40 Minuten für einen Ladestand von 80 Prozent. An Stationen mit noch höherer Leistung können nur solche Elektrofahrzeuge laden, die dafür speziell ausgerüstet sind.

Es gibt auch Lademöglichkeiten für zu Hause. An haushaltsüblichen Steckdosen dauert das Laden sehr lange. Schneller lädt man mit speziellen Ladestationen, die von Fachleuten an der Wand installiert werden, sogenannte Wallboxen.

Wer sich auch künftig für den Verbrennungsmotor als persönlich vorteilhafteste Variante entscheidet oder auch weiterhin auf sein vorhandenes, älteres Auto angewiesen ist oder sich schlicht nicht trennen möchte, für den könnten E-Fuels in Zukunft eine umweltfreundliche Alternative sein: „E-Fuels sind rückwärtskompatibel und können konventionellen Kraftstoffen beigemischt werden“, erklärt Ingenieur Norbert Alt. „Das ist ein Riesenvorteil für Autofahrer: Auch Menschen, die ein altes Fahrzeug fahren, können ein CO2-freies Auto fahren. Die Herstellung und Verwendung von E-Fuels ist annähernd treibhausgasneutral.“

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Chat Fünf: Future Fuels
Laura
Wer von euch hatte neulich das mit den Future Fuels rumgeschickt, Marc…? Ich frag mich ja, ob das echt so umweltfreundlich ist… Hab jetzt wieder einen Beitrag dazu gesehen
Hatice
Naja, es las sich ganz gut eigentlich 🧐
Laura
Ja, aber auch, als würde das alles noch ne ganze Weile dauern, bis wir mit so was rumfahren!
Marc
Ja, das war ich. @Laura: Ja, aber es behauptet ja auch niemand das Gegenteil. Ich würde sagen, man sollte nicht nur auf eine Lösung setzen und da Geld reinpumpen und das war’s dann
Martin
Ich würde auch sagen, ein Mix wäre gut. Und sachliche Infos über die Vor- und Nachteile.

Hintergrund

Klimaziele einhalten mit E-Fuels

Die Europäische Union hat sich zu ehrgeizigen Klima-Zielen verpflichtet, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels möglichst abzuschwächen. Bis 2050 soll die EU komplett klimaneutral sein: Die Mitgliedsländer wie Deutschland sollen keine neuen klimaschädlichen Gase mehr in die Atmosphäre lassen. Das ehrgeizige Etappenziel für Deutschland: Bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als 1990. Derweil soll die EU-Kommission bereits an einer möglichen Verschärfung der Klima-Ziele arbeiten.

Eine große Stellschraube beim CO2-Aufkommen ist der Verkehr. Die Bundesregierung will den Kauf von E-Autos forcieren, um die Mobilität klimafreundlicher zu machen: Bis 2030 sollen mindestens sieben Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg: Einer Statistik des Kraftfahrtbundesamts zufolge waren 2019 in Deutschland rund 83.000 Elektroautos zugelassen – bei insgesamt mehr als 47 Millionen Pkw.

Selbst wenn wir bis 2030 sieben bis zehn Millionen Batterie-elektrische Fahrzeuge in Deutschland auf den Straßen haben, dann haben wir auch noch mehr als 30 Millionen Autos, die mit Verbrennungsmotor fahren. Und diese erhalten mit E-Fuels eine klimaneutrale Perspektive.

Auch Ingenieur Norbert Alt ist der Meinung, dass die E-Mobilität eine wichtige Säule auf dem Weg zur CO2-Neutralität ist. Seine Forderung geht aber noch weiter: „Wir müssen bis 2040 komplett weg von fossilen Kraftstoffen, wenn wir die Pariser Klimaschutzziele für 2030 und 2050 erreichen wollen. Wir sagen: Wir lassen das Öl einfach in der Erde.“ Die Rolle von E-Fuels sieht er dabei als Ergänzung zur Elektromobilität.

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Chat Sechs: Letzte Absprachen
Martin
Macht euch ruhig lustig, aber *langsam* sollten wir wirklich klären, wer mit wem zur Hütte fährt!
Hatice
Ok ok, ruhig, Brauner..!
Laura
Ich dachte, wir fahren alle mit deinem neuen E-Auto mit, Hatice? 😋
Hatice
Okaay, aber noch ist es nicht soweit.
Martin
E-Auto oder E-Fuels – hin oder her: Aber vielleicht teilen wir uns so auf, dass wir möglichst mit wenigen Autos zusammen zur Hütte fahren können. Energie sparen ist immer richtig!?
Hatice
Klar, das hab ich schon gecheckt
Laura
Ah cool. Und hast du auch an unser Gepäck und die Lebensmittel gedacht?
Marc
Ich wollte ja eigentlich mit dem Motorrad…
Laura
🙄
Marc
War ein Scherz! Ich fahr mittlerweile nur noch kurze Touren
Hatice
Warum das? Du liebst das doch
Marc
Ja, aber es ist schon ne Umweltsauerei, wenn man oft rausfährt. Und in den Bergen ist man auch nervig für die anderen durch die Lautstärke
Martin
Ja, und mit dem Motorrad können wir auch weniger Getränke mit auf die Hütte nehmen. 😩😩 Aber eins verspreche ich Dir jetzt schon: Wenn die Future Fuels einsatzbereit sind, fahren wir wieder mehr zusammen raus!
Laura
Warum kann man die eigentlich nicht jetzt schon tanken? Weiß das jemand?

Hintergrund

Wieso gibt es E-Fuels heute noch nicht zu kaufen?

Experte Norbert Alt freut sich auf die Zeit, wenn man in Deutschland E-Fuels tanken kann. „Die Forschung wäre bereit, Demonstrationsanlagen gibt es bereits“, sagt er. Er sieht vor allem die Politik am Zug, die Weichen zu stellen: „Damit E-Fuels für den Normalverbraucher bereitstehen, bräuchte es milliardenschwere Investitionen in Produktionsanlagen, die sich aber mit Blick auf die Klimaziele Deutschlands lohnen würden. Die Politik müsste hierzu zum Beispiel die Quoten von E-Fuels verbindlich vorschreiben oder finanzielle Anreize schaffen.“

Selbst bei Ländern wie Saudi-Arabien, deren Reichtum und Wirtschafsmodell auf Öl beruhen, sieht Alt ein Umdenken. „Auch in Saudi-Arabien hat man verstanden, dass deren Zukunft nicht mehr in fossilen Energieträgern, sondern in regenerativer Energie und Zukunftstechnologien wie E-Fuels liegt.“

Illustrationen von Janina Schmidt

Intro
Chat Eins
Was sind E-Fuels?
Chat Zwei
Alles gut mit E-Fuels?
Chat Drei
E-Auto, Benziner, Diesel?
Chat Vier
Neuwagen kaufen?
Chat Fünf
Klimaziele
Chat Sechs
E-Fuels tanken?
Martin
Laura
Hatice
Marc

Marc

wohnt mit Frau und Kindern im eigenen Haus auf dem Land, Familie bezieht Ökostrom und heizt umweltfreundlich mit Wärmepumpe. Zwei Autos: Martin pendelt ca. 70 Kilometer, seine Frau nutzt für den Arbeitsweg in eine nähergelegene Kleinstadt oft ihr Fahrrad. Martin denkt über Anschaffung eines E-Autos für seinen Arbeitsweg nach, einen Benziner will Familie behalten (längere Urlubsfahrten etc.). (Freizeit-) Motorradfahrer.

Eins
Intro
Chat Eins
Die Planung
Erklärung
Was sind E-Fuels?
Chat Zwei
Motorrad und E-Fuels
Expertenmeinung
Alles gut mit E-Fuels?
Chat Drei
Der Arbeitsweg
Mobilität
E-Auto, Benziner, Diesel?
Chat Vier
Ein neues Auto
Neuwagen
Welches Auto für wen?
Chat Fünf
Future Fuels
E-Fuels
Klimaziele einhalten
Chat Sechs
Letzte Absprachen
Heute
E-Fuels tanken?
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Martin

wohnt mit Frau und Kindern im eigenen Haus auf dem Land. Die Familie hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, um möglichst viel Ökostrom selbst zu produzieren, und besitzt zwei Autos: Martin pendelt ca. 70 Kilometer, seine Frau nutzt für den Arbeitsweg in eine nähergelegene Kleinstadt oft ihr Fahrrad. Das Paar denkt über die Anschaffung eines E-Autos nach, einen Benziner wollen die beiden aber für längere (Urlaubs-) Fahrten behalten.

Marc

IT-Spezialist, wohnt mit Frau und Kind zur Miete in einer Großstadt. Die Familie ist überwiegend mit ÖPNV und Fahrrad unterwegs, hat aber auch einen älteren Diesel, der selten genutzt wird. Wegen fehlender Lade-Infrastruktur und zu wenig Parkplätzen vor Ort haben sie kein E-Auto. Marc ist Hobby-Motorradfahrer, der aber gern umweltfreundlicher unterwegs wäre. Kürzlich ist er auf das Thema E-Fuels gestoßen und hat sich dazu etwas eingelesen.

Hatice

Verheiratet, zwei Kinder, wohnt in einer Kleinstadt zur Miete. Sie und ihr Partner sind berufstätig und haben recht kurze Arbeitswege: Er nutzt meist das Fahrrad, sie bringt mit dem älteren reparatur- und kostenintensiven Auto die Kinder zur Kita und Schule und fährt dann weiter zur Arbeit. Hatice denkt über einen Neukauf nach – vielleicht ein E-Auto?

Laura

Single, wohnt in der Großstadt zur Miete. Laura hat ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein, kauft aber auch gern schöne Dinge – am liebsten Second Hand. Für die meisten Wege nutzt sie ÖPNV, Fahrrad oder Leih-E-Roller. Um ihre Vintage-Schnäppchen im gesamten Stadtgebiet abzuholen, greift sie aber auch regelmäßig auf Carsharing zurück.