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Neue Regularien verändern grundlegend, wie Investoren in Europa anlegen und Unternehmen sich nachhaltig finanzieren können. Das sollte Unternehmen und Investoren aufhorchen lassen.

Das Pariser Klimaabkommen war der wahrscheinlich wichtigste Meilenstein für den Kampf gegen den Klimawandel in den vergangenen Jahrzehnten. Staaten und Unternehmen werden dank des Abkommens bereits heute – und künftig noch häufiger – in die Verantwortung gezogen. Den Politikern in Brüssel allerdings war das Abkommen noch lange nicht genug, es ist lediglich ein Schritt hin zu einem nachhaltigeren Europa. In immer größerem Maß setzen die Brüsseler Politiker auf die Finanzindustrie als Antreiber der Veränderung.

Deshalb etablieren sich immer mehr regulatorische Anforderungen und transparentere Standards am Finanzmarkt. Sie zwingen alle Akteure, ihre jetzige Entscheidungsfindung zu überdenken. Banken, Vermögensverwalter und Unternehmen, die fortschrittlich agieren, versuchen sich darin, die CO2-Emissionen ihrer Portfolios auszuweisen. Welche Emissionen einbezogen werden, liegt allerdings immer noch im Auge des Betrachters. Die sogenannten Scopes, das sind Emissionskategorien nach dem Greenhouse Gas Protocol, unterscheiden sich nach direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Emissionen sowie nach der vorgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3).

Erste freiwillige Standards gibt es für Unternehmen dank der Empfehlung der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Im stark wachsenden Green-Bond-Markt haben sich die Green Bond Principles etabliert, um etwa Greenwashing zu verhindern. Einheitliche Standards über verschiedene Wertpapierklassen und insbesondere auch Branchen hinweg fehlen allerdings bisher.

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Mit den neuen Plänen der EU-Kommission wird sich das in nur wenigen Monaten ändern. „Wer jetzt noch reagiert, ist ein Treiber der Entwicklung. Die restlichen Marktteilnehmer könnten unter Zugzwang geraten“, sagt HSBC-Experte Robert Mandziara. Begonnen haben die Bestrebungen im März 2018, als Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis mit breiter Brust kundtat, dass es nun keinen Zweifel mehr gebe. Der Finanzsektor müsse künftig mehr zum Kampf gegen Umweltprobleme beitragen.

Valdis Dombrovskis sieht die EU in der Pflicht, Geld in Projekte zu investieren, die mit den Dekarbonisierungszielen der EU und der Bekämpfung des Klimawandels vereinbar sind. Dies sei nicht nur für die Umwelt und die Wirtschaft wichtig, sondern auch für die Finanzstabilität.

„Herausforderung bleibt, die richtige Balance aus Marktregulierung und Marktentwicklung zu finden. Die Marktentwicklung darf nicht vorschnell durch eine allzu strenge Regulierung verlangsamt werden, dennoch muss der richtige Moment genutzt werden, um für alle Stakeholder die nötige Transparenz zu gewährleisten“ Carola von Schmettow, CEO HSBC Deutschland

Dombrovskis stellte zusammen mit seinem Kollegen Jyrki Katainen das Dokument vor, das die Investmentlandschaft in Europa noch über Jahrzehnte hinweg beeinflussen wird: „Nachhaltiges Finanzwesen: Aktionsplan der Kommission für eine umweltfreundlichere und sauberere Wirtschaft“ lautet der sperrige Name. Er beruht auf den Erkenntnissen des „Final Report of the High-Level Expert Group on Sustainable Finance“, der Anfang 2018 erschienen ist, und bringt viele Änderungen mit sich.

Immerhin, so schätzt die EU-Kommission, braucht es allein in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Euro, um in der Europäischen Union eine neue, nachhaltige Infrastruktur aufzubauen. 180 Milliarden Euro jährlich sei die Investitionslücke groß, wolle man das Zwei-Grad-Ziel erreichen. Hinzu komme, dass Firmen ihre Lieferketten umgestalten müssten, Projekte gehörten finanziert, und Forschung in erneuerbare Energien oder umweltfreundliche Alternativen müsse gefördert werden.

Damit die Finanzindustrie mitzieht, gab es bereits im Mai 2018 einen ersten Gesetzesentwurf, der insbesondere vier Kernpunkte hervorhob, die die Europäische Kommission in den kommenden Jahren genau ausarbeiten will – und die Unternehmen wie auch institutionelle Investoren zugleich betreffen werden.

Der wohl wichtigste Punkt: Die Kommission will Stück für Stück ein einheitliches EU-Klassifikationssystem aufbauen. Das soll helfen einzuordnen, welche Aktivitäten nachhaltig sind. Dabei werden, so die EU-Kommission, auch diversen Initiativen und Vorschlägen der Marktteilnehmer Rechnung getragen. Darüber hinaus sollen Vermögensverwalter und institutionelle Anleger künftig ausweisen, inwieweit ihre Investitionen auch ESG-Ziele berücksichtigen. Fortschrittliche Unternehmen wie etwa die HSBC machen das schon länger.

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Für Anleger wie auch institutionelle Investoren wird das Feld zudem transparenter. Ein einheitlicher Referenzwert für CO2-Emissionen bei Unternehmen wird helfen, Unternehmen besser miteinander vergleichen zu können und das Portfolio an den Grenzwerten des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Hinzu kommt, dass die Beratung für Anleger wesentlich transparenter werden soll. Gerade im Retailbereich soll zusätzlich zur Risikobereitschaft und den langfristigen Renditezielen auch der Wunsch nach ESG-konformen Investitionen abgefragt werden.

Investoren wie auch Unternehmen müssen sich – unabhängig vom tatsächlichen Wortlaut der Gesetzestexte – auf die neuen regulatorischen Anforderungen einstellen. Das bedeutet für sie, schon jetzt Prozesse einzuleiten, um CO2-Emissionen in Portfolien zu verringern und eine transparente Erfassung solcher Kriterien aufzubauen. Wer sich als Unternehmen bewege, hat den Vorteil einer Signalwirkung. Und wer sich als Investor bewegt, kann Vorreitergewinne einstreichen. Vorangehen oder getrieben werden, das ist die Frage.

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