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Der Klimawandel hat das Potenzial, Vermögen zu gefährden. Deshalb zählt er für institutionelle Investoren und Großanleger zu den größten globalen Risiken. Darauf möchten sie mit nachhaltigen Anlagen reagieren. Optionen gibt es immer mehr auf dem Markt, doch oft zu wenige Standards.

Am Ende standen sie alle, einige vor, andere auf ihren Sitzen und klatschten. Es war der 12. Dezember 2015 und 195 Staaten hatten sich endgültig zu einer Einigung durchgerungen, um zu versuchen, den Klimawandel nachhaltig zu bremsen: Das Pariser Klimaabkommen, es war ausgehandelt. Das ist nun drei Jahre her und passiert ist zu wenig: Deutschland, so heißt es von der Bundesregierung, wird seine Klimaziele nicht erreichen, die USA sind aus dem Abkommen ganz ausgestiegen, und der Klimawandel äußert sich in Katastrophen immer häufiger. Dazu bedarf es nicht erst des nervösen Blicks in die Antarktis. An den Ernteprognosen in Deutschland zeigen sich auch hierzulande die Ausmaße. Das beunruhigt die Politik, die Menschen, Unternehmen – und zurecht immer häufiger auch institutionelle Investoren und Großanleger.

Sie sehen im Verpassen der Klimaziele ein langfristiges Risiko für den Planeten, aber auch für ihre Rendite. Denn ein immer größer werdender CO2-Abdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen – die wiederum Unternehmen, Handelsketten und ganze Volkswirtschaften treffen können. Allein 2017 erreichten die Versicherungsschäden in Folge solcher Katastrophen das Rekordniveau von 110 Milliarden Euro.

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Die Politik treibt zusätzlich immer härtere Richtlinien voran, will den Klimawandel über strikte Beschränkungen für den Ausstoß von Treibhausgasen zumindest eindämmen. Im schlimmsten Fall droht einigen Unternehmen ein „Regulierungsschock“.

Solch große Veränderungen bringen Unsicherheiten mit sich: Wie werden Klima-Risiken eingepreist? Welches Geschäftsmodell ist bei aktuellen Rohstoffpreisen noch tauglich? Und welche Unternehmensbewertung ist bei welchem CO2-Preis-Szenario noch gerechtfertigt?

Immer mehr Finanzinvestoren richten wegen der Risiken ihren Blick in Richtung nachhaltiger und grüner Investments. Green Bonds sind seit einigen Jahren am Markt etabliert, Green Loans und Green Backed Securities sind im Kommen, und auch direkte oder indirekte Investments in Aktien, Fonds und Projekte versuchen den Schwenk in Richtung Nachhaltigkeit.

Sustainable Finance ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen für die Volkswirtschaft – und damit für Unternehmen und Banken. Immer mehr Investoren suchen grüne Anlagen, die in nachhaltige, klimaschonende Projekte investieren. Die Nachfrage ist derzeit größer als das Angebot. Carola von Schmettow, CEO HSBC Deutschland

Lange hielt sich der Mythos, dass nachhaltige Investments die Rendite schmälern würden. Die Argumentation war immer die gleiche: Die Menge der angebotenen Aktien sei insgesamt kleiner, dadurch könne weniger differenziert werden, und das wiederum schlage auf die Rendite. Mehrere Paper haben das mittlerweile widerlegt, zudem könnte sich das Argument gar ins Positive drehen.

Denn Unternehmen, die sich nachhaltig aufstellen, sind transparenter als konventionelle. Zudem müsse man davon ausgehen, dass sie langfristiger denken und sich schon mit den Problemen der Zukunft auseinandergesetzt haben. „Solche Unternehmen werden wahrscheinlich auch die Lösungen für solche Probleme schneller finden und umsetzen“, sagt Dr. Henrik Pontzen, Leiter Institutional Client Group bei HSBC. Nachhaltige Investments könnten im besten Fall sogar das Risiko in einem Portfolio verringern, ohne Liquidität einzubüßen. Denn auf dem Sekundärmarkt handeln sich beispielsweise grüne Anleihen sehr viel einfacher, weil die Nachfrage extrem hoch ist.

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Setzen sich Unternehmen schon heute für eine Veränderung ihres Geschäftsmodells ein, sind sie zu hoher Wahrscheinlichkeit vor zukünftigen Schocks besser geschützt als ihre Konkurrenz. Dazu zählen sowohl Preisverfälle bei Rohstoffen als auch strengere Regularien. Eine groß angelegte MSCI-Studie vom November 2017 zeigt auf, dass Unternehmen mit guten ESG-Werten niedrigere Kapitalkosten und höhere Bewertungen aufweisen. Darüber hinaus sind sie oftmals profitabler und niedrigeren „Tail Risks“ ausgesetzt.

In der Praxis aber die richtigen Unternehmen oder Projekte zu finden, ist oftmals schwierig. Zum einen fehlen noch immer ausreichend Emittenten von Green Bonds oder Green Loans. Zum anderen fehlt es an Standards: Ab wann ist ein Unternehmen „grün“? Was ist nachhaltig? Welches Siegel ist vertrauenswürdig? Und nach welchen Faktoren soll das bemessen werden? Zahlen der HSBC zufolge ist der „Mangel an vertrauenswürdigen Investmentmöglichkeiten“ das mit Abstand größte Hindernis, in den Markt einzusteigen (82,2 Prozent), weitere 45 Prozent bemängeln den „Mangel an einheitlichen Kriterien“.

Am Ende, so erklärt es Dr. Henrik Pontzen, könnten sich Investoren große Vorteile erschließen, wenn sie sich intensiver mit der Materie beschäftigten. Selbst wenn methodisch alles sauber aufgeschlüsselt ist, gehen die Erwartungen nämlich oft weit auseinander. Ist es in Frankreich total üblich, dass Erzeuger von Atomstrom in Portfolien integriert werden, ist das in Deutschland spätestens seit 2011 undenkbar, sagt Dr. Henrik Pontzen. „Es geht darum, die Unternehmen dabei zu unterstützen, sich nachhaltiger aufzustellen.“ Dafür gebe es eine Vielzahl individueller Ansätze. Es gehe aber auch nicht um die Deutungshoheit für Nachhaltigkeit – nicht totale, sondern relative Nachhaltigkeit ist der Maßstab, um voranzuschreiten.

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