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New Work: So individuell arbeiten wir in Zukunft 

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Das vergangene Jahr hat die laufende Entwicklung hin zu Remote Work in der Cloud um Jahre beschleunigt. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Wie sieht das Arbeiten nach der Corona-Pandemie aus? Was die Beschäftigen betrifft, so fällt das Votum eindeutig aus: 83 Prozent wollen auch in Zukunft weitestgehend selbst über Arbeitsbeginn und -ende bestimmen, so eine Befragung des Jobportals Stepstone. Auch beim Ort und der Anzahl an Homeoffice-Tagen wünschen sie sich mehr Mitsprache. Gleichwohl kehren mehr als zwei Drittel gerne ins Büro zurück, wo Freunde, Flurfunk und kollegialer Austausch zur gewohnten Atmosphäre verschmelzen.

In der Arbeitswelt nach COVID-19 dürfte die Bürowoche mit neun Stunden Anwesenheitspflicht genauso passé sein wie das reine Homeoffice, sagt Philipp Bohn, New-Work-Experte und Marketingleiter beim Digitalisierungsunternehmen Atos. Bohn lebt in Berlin und verbrachte bereits den Großteil seiner Arbeitszeit im Coworking und Homeoffice, lange bevor das Coronavirus unsere neue Realität war.

Für seinen Arbeitgeber Atos entwickelte der heutige Marketingleiter für Deutschland eine Kollaborationssoftware für Unternehmenskunden. Ihm und seinem Team sei bereits vor Jahren klar gewesen, dass Kommunikation und Zusammenarbeit nur per Telefon und E-Mail bald nicht mehr effektiv sein würde und es neuer Werkzeuge für virtuelle Teams bedarf. 

Weil seine Abteilung ihre Arbeitsweise schon damals entsprechend ausrichtete, weiß Bohn auch, dass es keine universelle Blaupause für „New Work“ gibt. Denn bei neuen Formen der Arbeit gehe es weniger um Vorgaben und vielmehr um Ziele, die jede Person möglichst individuell erreichen soll. Mal gelinge das besser mit Homeoffice, mal gemeinsam als Workshop im Büro. In anderen Fällen ist ein flexibler Mix inklusive Coworking-Space die beste Lösung, also ein angemieteter und offen gestalteter Büroplatz für Selbstständige, Startups und Beschäftigte verschiedener Unternehmen.

Bits, Bricks & Behavior

Welche Kriterien können Unternehmen anlegen, um die jeweils beste Arbeitsform zu finden? Bohns Entscheidungshilfe lautet „Bits, Bricks und Behavior“. Die Bits stehen stellvertretend für die technischen Rahmenbedingungen, die ein sicheres, mobiles und performantes Arbeiten gewährleisten. COVID-19 hat die Entwicklung zum digitalen Arbeitsplatz in der Cloud beschleunigt. Nun gelte es, die Menschen in das neue Ökosystem einzubinden und ihm den letzten Schliff zu verpassen, so Bohn. Das betreffe etwa die Qualität der Internetverbindung, die Konsistenz der Verschlüsselung oder die Vervollständigung des persönlichen Cloud-Desktops um fehlende Apps mit einheitlicher Anmeldung.

Auch steht die Verlagerung von Facharbeitsplätzen in die Cloud noch an, die in der ersten Cloud-Migration noch weniger Berücksichtigung gefunden haben. Etwa in der Forschung und Entwicklung mit rechnerintensiven Anwendungen wie CAD.

„Bricks“, die zweite der drei New-Work-Zutaten, widmet sich räumlichen Fragestellungen. Die Erfahrungen aus dem pandemiebedingten Homeoffice zeigen, dass sich nicht jede Tätigkeit gleich gut von zu Hause zu erledigen lässt. Während laut Studien Sach- und Wissensarbeiter daheim oft sogar produktiver werden, müssen strategische und kreative Arbeiten eher im Team gemeinsam vor Ort erledigt werden. Auch hier ist also Flexibilität gefragt. 

Die Beschäftigten eines japanischen Technologie-Konzerns dürfen im Zuge der digitalen Transformation wählen, ob sie von zu Hause arbeiten wollen, in einem kleineren Satellitenbüro oder in einem größeren Hub-Office, das bestimmte Funktionen wie zum Beispiel einen Showroom beinhaltet. Ein „Hot Desk System“ ersetzt vormals fest zugewiesene Schreibtische durch flexible Arbeitsplätze. In rund drei Jahren soll die bisherige Bürofläche um 50 Prozent schwinden.

Zentrale Büroplätze abzubauen oder auszulagern, ist nicht nur wirtschaftlich interessant. In Stadtgebieten kann so dringend benötigter Wohnraum entstehen. Zudem wirken Coworking-Spaces wie ein sozialer Katalysator: Finden sich bestimmte Berufsgattungen oder Branchen in einem thematisch ausgerichteten Campus zusammen, profitieren Mitarbeiter und Arbeitgeber zugleich von einer wertvollen Vernetzung zu Trendthemen wie künstlicher Intelligenz oder Mobilität. Von der räumlichen Flexibilisierung profitiert auch das Recruiting. Fachkräfte zu gewinnen, wird deutlich einfacher, wenn diese auch nach einem Jobwechsel ihren Lebensmittelpunkt behalten können.

Offenheit und Vertrauen statt Kontrolle

Selbst der beste Arbeitsmix funktioniert nur, wenn sich die Unternehmen auch mit der dritten Komponente „Behavior“ auseinandersetzen. „Wo Kontrolle durch Freiräume ersetzt werden soll, braucht es Offenheit und Vertrauen“, weiß Atos-Manager Bohn. Führungskräfte müssten entsprechend geschult werden und auch die Beschäftigten brauchten Handreichungen zu Themen wie Gesundheit im Homeoffice, Sicherheit und Datenschutz oder klimabewusster Umgang mit Ressourcen. 

Wer 15 Stunden pro Woche in Videokonferenzen verbringt, verursacht monatlich 9,4 Kilogramm an CO2-Emissionen, so eine aktuelle Studie. Lässt man die Kamera aus, sind es den Forschern zufolge nur 377 Gramm. Jeder Verzicht auf die Kamera bedeutet also 96 Prozent weniger CO2-Ausstoß. 

Videokonferenzen sind unterm Strich dennoch meist klimafreundlicher als Konferenzen mit Anfahrt. Schon ab fünf Kilometer Anfahrtsweg mit dem Auto lohnt sich der Umstieg ins virtuelle Meeting, rechnet eine aktuelle Studie vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem Borderstep Institut vor.

Deshalb gilt: Klimaschädlicher als viele Videokonferenzen wäre eine Rückkehr zum alten Pendlerverhalten vor COVID-19. Neben wichtigen Maßnahmen wie der Umstellung von Fahrzeugflotte zu Elektroautos empfiehlt Bohn Firmen auch über Optionen wie ein monatliches Mobilitätsbudget für Ride-Sharing-Dienste nachzudenken: für ÖPNV, E-Roller und andere umweltschonende Verkehrsmittel. Solche Pauschalangebote bietet beispielsweise das Berliner Startup Rydes an.

Jetzt Weichen stellen

Neben neuen Unternehmensprozessen, die zum Beispiel Real Estate- und Personalabteilungen zur Zusammenarbeit bringen, braucht New Work auch Maßnahmen für das soziale Miteinander. „Früher haben wir uns in unserem geographisch über ganz Europa verteilt lebenden Entwicklungsteam einmal im Quartal zu einer gemeinsamen Arbeitswoche zur Roadmap-Planung und sonstigen strategischen Beratungen getroffen. Abends waren wir dann zusammen unterwegs“, berichtet Bohn aus der Prä-Covid-Zeit. 

Solange diese Option nicht besteht, widmen erste Unternehmen ihr wöchentliches Meeting ausschließlich dem sozialen Austausch und überlassen die Arbeitsthemen den Projektteams. Andere wiederum nutzen virtuelle Coffee-Breaks oder setzen künstliche Intelligenz ein, um spontane Begegnungen zu initiieren. 

Sobald sich die Lage stabilisiert hat, sollten Unternehmen einen hybriden Betrieb prüfen – ein „alle zurück ins Büro” oder „dauerhaft Homeoffice” wird wohl seltener die richtige Lösung sein. 

Den guten alten Flurfunk kann dies freilich nicht ersetzen, aber abgesehen davon bietet New Work wandlungsfähigen Unternehmen eine Vielzahl an Chancen. Sie reichen vom effektiveren Networking über ein gutes Employer-Branding mit Work-Life-Balance bis hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Klimafreundlichkeit. Die Interessen von Arbeitgebern und Beschäftigten liegen in diesem Fall nahe beieinander. Ein Grund mehr, aus der Zeit der Pandemie zu lernen und sich auf den Arbeitsplatz der Zukunft vorzubereiten.

Atos ist ein weltweit führender Anbieter für die digitale Transformation mit über 110.000 Mitarbeitern in 73 Ländern und einem Jahresumsatz von mehr als 12 Milliarden Euro. Als europäischer Marktführer für Cloud, Cybersecurity und High Performance Computing bietet die Atos Gruppe ganzheitliche Lösungen für Orchestrated Hybrid Cloud, Big Data, Business-Anwendungen und Digital Workplace. Der Konzern ist der weltweite Informationstechnologie-Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele und firmiert unter den Marken Atos, Atos|Syntel und Unify. Atos ist eine SE (Societas Europaea) und an der Pariser Börse als eine der 40 führenden französischen Aktiengesellschaften (CAC40) notiert. Das Ziel von Atos ist es, die Zukunft der Informationstechnologie mitzugestalten. Atos Fachwissen und Services fördern Wissensentwicklung, Bildung sowie Forschung in einer multikulturellen Welt und tragen zu wissenschaftlicher und technologischer Exzellenz bei. Weltweit ermöglicht die Atos Gruppe ihren Kunden und Mitarbeitern sowie der Gesellschaft insgesamt, in einem sicheren Informationsraum nachhaltig zu leben, zu arbeiten und sich zu entwickeln.